Carlton Arms Hotel (New York)

Ich liebe diese Bruchbude mit Betten und Kunst.
„Hierhin kommen Möbel, um zu sterben“ (Where furniture goes to die) steht auf der Visitenkarte und tatsächlich hat Gerümpel hier eine Transformation erlebt.

Jedes Zimmer wurde von unterschiedlichen Künstlern gestaltet. Meist hat es ein besonderes Motto, ein Leitmotiv. In den Fluren und im Treppenhaus setzt sich das Bemalungskonzept fort. Ich hauste bereits im Glücksspieler Zimmer, im Britischen Murder Mystery Raum und im Sahara Salon.

Die Betten quietschen, die Klimaanlage im Fenster fungiert mehr als Verschattungselement.
Alles ist cool. Das Personal ist oft zu cool zum aufstehen. Echte New Yorker halt.
Neulich war mal jemand freundlich, aber das war eine australische Aushilfe.
Room Service ist uncool (in der Tat grundsätzlich überbewertet) und findet nicht statt.

Absolutes Respektslebewesen ist alleine die Katze.
p9160209

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Art-Hotel Charlottenburger Hof

Wer in Berlin lebt, steigt naturgemäß eher selten in den örtlichen Hotels ab. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage: Wohin mit dem lieben Besuch, den fragwürdigen Bekannten und der buckeligen Verwandschaft?

Zwei Möglichkeiten gibt es. Die Nervensägenkategorie (z.B. „Wo wir essen, ist mir egal…“; „Acht Euro für einen Cocktail ist aber teuer….“; „Dies ist mein neuer Freund, er ist Finanzbeamter, und nun machen wir eine Woche auf Pärchenterror…“) schicke ich in die zahlreichen Unterkünfte, die irgendwas mit „Mitte“ im Namen haben, sich aber in der finstersten Ecke vom Bezirk Wedding befinden.

Den lieben Besuch, der gerne und oft wiederkommen soll, platziere ich zuweilen im Charlottenburger Hof. Weiterlesen

Exotischer Kräutergarten (Charlottenburg)

Jeder Barkeeper benötigt Minze. Oft ist man froh, wenn überhaupt noch welche auf dem Wochenmarkt zu bekommen ist. Hier, bei Dr. Ali Moshiri darf man etwas wählerischer sein und entscheidet sich aus zwanzig Sorten für die geeignete.

Hier ist er, der Kräuterdoktor, dem die Köche der Hauptstadt vertrauen. Über 450 Sorten (in Worten: 450) von Kräutern gedeihen im Niemandsland zwischen Spandau und Westend. Etliche extrem exotische Erzeugnisse inspirieren die Hobby- und Sterneköche von Berlin. (Gut, dass ich Tim Raue gefragt habe. Er brachte mich auf die Spur des geheimnisvollen Gewürzpflanzen Genies.) Weiterlesen