Paris Moskau (Tiergarten)

Achtung, Hilfe, Feuerwehr! Die 112 hat gerufen. Nein, nicht die schon wieder. Wo brennt´s? Was mögen sie jetzt wieder wollen?

Auf meiner Rechnung vom Besuch im Restaurant Paris-Moskau steht: TischDSC03296 112. Ich könnte es nun dem Betreiber nicht vorwerfen, wenn dies eine Codierung wäre für: Obacht! Mega-anstrengende Gäste.

Nein, liebes Service-Personal, wir haben es euch nicht leicht gemacht an jenem Dienstag Mittag, Ende August. Ein verdammt heißer Tag, an dem eigentlich niemand gerne den kühlenden Schatten verlassen mag. Und dann kommen diese Gäste auf die Terrasse spaziert. Kommen kurz vor Ende der Mittagsverpflegungszeit, wollen jeden Wein kritisch verkosten, sind gegen jede Wespe phobisch, wollen spontan noch einen Zwischengang, mögen keinerlei Zitrone im Dessert…und….und…..und.

DSC03286Hungrig und übellaunig kamen wir daher. Es war mein Geburtstag. Ursprünglich wollten wir (gegen den Willen meiner kulinarischen Kumpanin) einkehren im milden Westen der Stadt, nahe dem Hubertussee, wo sich die teuren Tennisclubs anspruchsvoll bekochen lassen.

Dort hing zwar Ruinart-Reklame, die Tische der Terrasse waren aber seit geraumer Zeit nicht mehr von einem Abräumer aufgesucht worden.  Klebrig und schmutzig, statt einladend und appetitlich. Bloß weg!

Wohin? Na denn, hat nicht das Paris-Moskau auch eine nette Terrasse zum vergnüglichen draußen sitzen? Paris-Moskau. Geht das etwas genauer? Ja! An der Straße Alt-Moabit. Zwischen Knast und Kanzleramt.

So kam´s. Bestellung: Wasser!! Und: Das 4-Gang-Überraschungsmenü zu 36.- Euro. Was jetzt folgte war überraschend, genial, glücklich machend. Weiterlesen

Zuckerfee (Prenzlauer Berg)

„Was willst Du-hu denn im Prenzlauer Berg? Die Wohnungen sind teuer da und auch der Strassenlärm…“ Diese Frage stellt, bzw. singt Horst Evers in dem wunderbaren Programm „Bezirkslieder – Berlin in den Grenzen von 1998“ DSC03278und zwar angelehnt an den großartigen Song „Wand´rin´ Star“, den Lee Marvin in „Paint your Wagon“ mehr brummt als singt:

(Beispielsweise bei YouTube)

Meiner einer will in den Prenzlauer Berg zum Frühstücken. Für die Vorbereitung einer Stadtführung war ich zuletzt recht viel im Przl.Berg unterwegs und durfte erfreut einige schöne Ecken zur Kenntnis nehmen, die noch nicht mit lonely-planet-flip-flop-Touristen überschwemmt sind. Die Greifenhagener Straße ist so ein Ort. Dort befindet sich eine kleine Oase für Tee, Kaffee und Frühstück – Die Zuckerfee. Ein kleines Puppenhaus, Verzeihung: Feendomizil,  zum einkehren.

Folgt man dem Brockhaus, so sind Feen schöne, zauberkundige, dämonische Wesen, die in Wäldern, Quellen, Grotten und auf fernen Inseln DSC03275Leben. Wie gut, dass es einige von Ihnen in den Prenzlauer Berg verschlagen hat, um dort Kuchen zu backen und Frühstück anzurichten. Davon, dass Feen schnell arbeiten und begabte Servierkräfte seien, steht nichts im Brockhaus, daher sollte man sich für den Besuch bei der „Zuckerfee“ reichlich Zeit mitbringen. Lieber noch etwas mehr, es lohnt nämlich.

Sorgfältig und charmant wird nach geraumer Zeit der Tisch befüllt. Beispielsweise mit Waffeln, Pancakes, Süßem, Herzhaftem. Alles frisch und fein. Dazu gibt es hervorragende Kaffeevariationen und zahlreiche Teesorten oder Smoothies.

Ein Kuchenbüffet, eine Eiscrèmestation und ein Regal mit hübschen Kleinigkeiten zum Kaufen für Daheim, vervollständigen das kleine Prenzl-DSC03277Avalon.

Zurück zur Musik. In ihrer Webpräsentation bezieht sich die Zuckerfee auf Tschaikowsky und den Tanz der Zuckerfee – und da komme ich mit Lee Marvin daher. Und dann auch noch mit „Paint your wagon“, was in der deutschen Version „Westwärts zieht der Wind“ betitelt wurde, dabei zog ich doch frühstückstechnisch definitiv gen Osten.

Also streichen? Nein. Erstmal muss die Zuckerfee erklären, warum auf dem Herrenklo Herr Zappa hängt, gell!?

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Zuckerfee, Greifenhagener Straße 14, 10437 Berlin (Prenzlauer Berg)

www.zuckerfee-berlin.de