Rock´n´Roll Riesling

Zugegeben, die Vorstellung ist magisch: Die Rolling Stones polieren ihre Schott-Zwiesel Weißwein-Gläser, prüfen die Weinkühler Temperatur, schnuppern am Korken und stellen den Dekanter neben das Schlagzeug bevor Sie das Liedgut intonieren: „I see a white wine and I want to drink it fast. No red wine anymore it belongs to my past…“

Yeah, oh, yeaaah

Einer hat nach dem Schmunzeln das Ganze zu Ende gedacht. Und zwar ein engagierter junger Winzer  von dem Weingut Tesch an der Nahe. Ein Riesling namens „unplugged“ brachte die Idee. 2009 gingen die Weine auf Tour, eine Weinprobe der etwas anderen Art. Gemeinsam mit  Set und Gig gab es Schluck und Gluck. (Anmerkung eines Musikers: Neu daran ist die Qualität des Weines…) Eine Tour durch diverse Städte mit Rock und Riesling, Bouquet und Bass, Verstärker und Vinifikation.

Gimme, gimme, gimme...

Auf dieser ungewöhnlichen Tour ist ein wunderschöner Bildband entstanden, der am 13.4. in den heiligen Hallen von Gibson Guitars am Spittelmarkt präsentiert wurde. Ein Backstage Pass gewährte Einlass zu dem Event mit Musikfreunden und Weinliebhabern.

C´mon everybody

Die Kelche werden gefüllt, auf der Bühne wird musiziert. Die Leute sprechen von Nachhall, Noten und Abgang. Was meinen sie? Les Paul? Flying V? Königsschild 2008?

Where´s the piano man?

Spannende Idee. Ungewöhnliche Mischung an Menschen. Gläser Klingen mit Gitarren um die Wette. Modern ausgebaute Rieslinge zu attraktiven Preisen.

unplugged?

unplugged! don´t touch

Schade, dass auf allen Gitarren, Dobros und Mandolinen eine originär deutsche Anweisung zu lesen war: Nicht anfassen! Mist.

Was soll´s. Eichi hat eine Ibanez zu Hause und hat sich immer eine Ovation gewünscht, obwohl Fender auch nicht schlecht ist…

Meinen Lieblings-Song mit „Wein“ darin,  schrieb Delbert McClinton für Emmylou Harris. Two more bottles of wine. Mit gefällt auch sehr gut die Neuaufnahme aus den 1990ern von Martina McBride:

Check it out. It sounds good:

Weingut Tesch

Gibson Guitars

let´s hear it from Spittelmarkt

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8 Kommentare zu “Rock´n´Roll Riesling

  1. karu02 sagt:

    Danke für die Schilderung einer außergewöhnlichen Idee.

  2. vlhusky sagt:

    Sag mal Eichi, hast Du den „uplugged“ denn wenigstens auch getrunken (ich frage, weil Du den Königsschild fotografiert hast)?

    Die Weine vom Tesch lohnen sich sehr, sind aber ziemlich alle ein wenig ungewöhnlich. Wobei das gerade das Spannende ist!

  3. vilmoskörte sagt:

    Riesling, mein präferierter Wein – schade, dass ich keine Einladung zu dieser Veranstaltung bekommen habe, aber Tesch hat je ein ganz interessantes Probierpaket im Angebot (und die passenden Schallplatten habe ich im Regal).

  4. vlhusky sagt:

    @vilmoskörte:

    Hier steht etwas mehr zu diesem Wein:
    http://weinverkostungen.de/tesch-unplugged

  5. eichiberlin sagt:

    Bei der Veranstaltung gab es nacheinander alle sechs Rieslinge von Tesch zu probieren. Der unplugged bildete den Auftakt. Die Beschreibung in dem obigen link von vlhusky kann ich nicht ganz teilen, aber ich habe natürlich auch einen anderen Jahrgang verkostet.

    Martin Tesch übernahm 1997 das Ruder in dem Weingut und produziert mit einer ganz eigenen Philosophie. Er baut seine Rieslinge sehr modern aus, was nicht jedem behagt. Andere lieben es: Er reduziert den Riesling auf seine Basis: Er ist trocken, trocken, trocken. Man spürt den Stahltank, der Wein hat etwas Hartes und ist dabei kompakt und ehrlich mit einer reifen Säure.

    Das spannende, was mir an diesem Winzer so gefällt, ist, wie er das Typische an seinen jeweiligen Lagen herausarbeitet. Die Farben an den Flaschen sollen den Boden repräsentieren. Alle Lagen werden fast zeitgleich geerntet und zügig verarbeitet. Ohne Aufzuckerung, Mostkonzentrierung oder aromatische Tricksereien.
    Das macht das Probierpaket so interessant, wenn man schaut, ob man bei „grün“ tatsächlich den Ton im Boden schmeckt, bei „blau“ das fossile einer Muschel, oder im grellen Orange den Vulkanboden. Für um die 11 Euro sind das prächtige Weine in einem gelungenen Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Der unplugged ist dabei die süffige Basis (zu der man aber nicht wieder zurückkehren mag, wenn man die Lagenweine dann geschmeckt hat).

    Lieber vilmoskörte, leider war mir gar nicht so recht klar, dass Du ein Riesling-Liebhaber bist (zuletzt sprachen wir meist nur über Bier…). Im Juni wird es voraussichtlich die nächste Tesch-Verkostung in Berlin geben, da werde ich für eine Einladung sorgen.

  6. bunnyberlin sagt:

    will auch zur tesch-verkostung.

  7. jon sagt:

    😉 super mich bitte auch zur tesch probe einladen! 😉
    momentaner rieslingfavorit!

    12dry von leitz … müsst ihr mal versuchen – klasse zeuchs! /// viele grüße jon

    • eichiberlin sagt:

      Stimmt, auch der Rheingau sorgt für schöne Rieslinge mit ungewohnter Namensgebung.
      Gerade am Wochenende konnte ich von Leitz einen „Magic Mountain“ verkosten. Sehr schön.
      Der 12dry muss demnach unbedingt rasch probiert werden. 🙂

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