Bloggin´ on the Ritz

Umberto Eco beschreibt in seiner wunderbaren Geschichte: „Wie man mit einem Lachs verreist“, seine Schwierigkeiten in einem Londoner Luxushotel, in dem das Computersystem ständig zusammenbricht und zudem sprachliche Schwierigkeiten die Klärung seines Problems verhindern. („Ich verlangte einen Advokaten und man brachte mir eine Avocado.“)

Er war aus Stockholm angereist, wo er einen Räucherlachs erworben hatte, den er zum Zwecke der Kühlung in dem Minibar-Kühlschrank in seinem Hotelzimmer aufbewahren wollte. Den Getränke-Inhalt der Minibar hatte er zuvor in einen der Schränke geräumt. Täglich aufs Neue liegt, wenn er sein Zimmer wieder betritt, der Lachs oben auf dem Kühlschrank und die Minibar ist wieder üppig neu befüllt. Am Ende hat er laut Computer acht Liter Gin und mehrere Hektoliter Veuve Cliquot  vertilgt.

Folgerichtig bemühen sich Hotels, gegenüber Menschen die gerne schreiben, klar zustellen, dass ihnen vergleichbares Unbill nicht droht und sie getrost anreisen können. Ob mit Lachs oder ohne.

Am vergangenen Dienstag lud das Ritz-Carlton Berlin am Potsdamer Platz eine muntere Schar illustrer Berlin-Blogger ein, um entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten. Eine feine Idee. Drei Wochen zuvor war eine mysteriöse Einladung ergangen, in der verraten wurde, der geheimnisvolle Mister RC würde den Blog begeistert verfolgen und gerne die Verfasser zu einer exklusiven Hausführung laden.

Mister RC habe ich nicht kennen gelernt, dafür gaben andere charmante Damen und Herren den anwesenden Bloggern einige faszinierende und genussvolle Einblicke in das Tun und Treiben und die Philosophie des Hauses und suchten den Austausch mit den verschiedenen Berichterstattern der 2.0 Lektüren.

Ich halte es für einen klugen Gedanken, wenn Hotels oder auch andere Unternehmen den Kontakt mit Bloggern suchen, ihr Haus und ihr Konzept  vorstellen und Gedanken und Impulse austauschen mit Kommunikatoren, die einmal andere sind, als die der klassischen Medien mit den vertrauten, althergebrachten  Nasen.

Ich bin schon recht lange von dem Stil des Hauses angetan, mit dem Credo, welches besagt: „Ladies and gentlemen are serving ladies and gentlemen.“ Aufmerksamkeit, Mühe, Freundlichkeit hat in der Berliner Adresse ein Niveau, was Seinesgleichen sucht (auch wenn ich bis heute die Schließung des Restaurants „Vitrum“ nicht begreife und auch wenn ich der Wolfsburger Dependance noch immer im Geiste die Zunge herausstrecke).

Zurück nach Berlin. Alleine schon, wenn man einen Gutschein verschenken möchte, für eine Tea-Time und dabei sieht, mit welcher Sorgfalt der Gutschein ausgefüllt und das Geschenk zusammengestellt wird. Ich liebe solche Details. Ebenfalls, wenn der Beefeater um 18 Uhr feierlich die Bar eröffnet, oder die freundliche Art der Doormen, die auch dem zurückhaltenden Neugierigen einen Blick ins Haus anbieten, ihm oder ihr über die Hemmschwelle hinweg helfen.

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Es ist bedauerlich, dass so viele Berliner diese Hemmschwelle noch verspüren, wenn es darum geht, ein X-Sterne-Etablissement zu betreten. Steht doch ein genussvolles Angebot bereit. Vom Aperitif in der Bar, dem Curtain Club, einer soliden Küche zu angemessenen Preisen in der wunderschönen Atmosphäre der Brasserie Desbrosses, dem üppigen sonntäglichen Champagner-Brunch (auch wenn die Konkurrenz im Adlon heftig ist), Entspannung im Spa und vor allem meinem Favoriten: Der grandiosen Tea Time am Nachmittag.

Und sollte Umberto Eco einmal wieder mit einem Lachs verreisen und dabei nach Berlin geraten, ich würde ihm Unterkunft und Aufbewahrung im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz anempfehlen!

The Ritz-Carlton, Berlin

Potsdamer Platz 3, 10785 Berlin-Tiergarten

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