Weisse Hunde soll man nicht…trinken!?

Marlene Dietrich bezeichnete einmal ihre Schauspielerkollegin Tallulah Bankhead als „die unmoralischste Frau, die jemals gelebt hat“. Die letzten Worte der exzentrischen Dame lauteten: „Cordeine….Bourbon“.

Ich selbst hatte vor wenigen Tagen das außerordentliche Vergnügen, nicht einen letzten, sondern einen ersten Bourbon Whiskey zu probieren.

Der Wunsch nach Cocktails trieb mich wieder einmal in die Triobar, in der ich die illustre Schar der üblichen Verdächtigen wähnte, was sich als Irrtum herausstellte. So genoss ich das Privileg, mit Mr. Triobar plaudern, fachsimpeln und probieren zu dürfen. Einige interessante Neuheiten sowie köstliche Raritäten kamen dabei ins Glas.

Besonders spannend für mich war, erstmalig einen ungelagerten,jungen

Flüssiger Weisser Hund

Flüssiger Weisser Hund

Bourbon verkosten zu können, der niemals ein Holzfass von innen sah. „Less than one day old“ vermerkt ein Schriftzug.

White Dog nennt sich das junge Destillat, bevor es in die Eichenfässer wandert. In USA gelten strenge Regeln, wie lange eine Lagerung dauern muss, bevor der Begriff Whiskey auf dem Etikett stehen darf. In diesem Fall war es ein Star Still Farm Bourbon Whiskey von Maker´s Mark aus Loretto in Kentucky mit 45%  .

Was hier probiert wurde, hatte mit dem klassischen American-Whiskey Arome nichts gemein. Mein erster Gedanke war, man wolle mich auf den Arm nehmen und hat mir einen Rhum Agricole mit leichten Getreide- und deutlichen Haselnussnoten eingeschenkt. Das war nicht der Fall. Tatsächlich ist es verblüffend, welchen aromatischen Weg das Rohdestillat durch die Eichenholzlagerung (von mindestens zwei Jahren bei Bourbon in neuen Fässern) bis zum goldenen Endprodukt zurück legt.

Bei schottischem Whisky gelten ebenfalls strenge Vorschriften, wobei dort gebrauchte (z.B. Bourbon-)Fässer Verwendung finden. Auf Islay entwickelt sich derzeit ja die neue Kilchoman-Destillerie, die zu Beginn ihr neues Destillat vor der Fasslagerung als New Spirit in Miniaturflaschen füllten. Wenn man diesen probiert, schmeckt man den Whisky-Charakter bereits deutlich und bekommt ein Gefühl für das (im Falle von Kilchoman sehr überzeugende) Rohmaterial.

Jedenfalls ganz herzlichen Dank an Mike für den großartigen Abend, die feine Gesellschaft  und die spannenden Getränke!

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