Silber Antik Café (Charlottenburg)

Erprobte West-Berliner erinnern sich noch an den „Parkplatz an der Leibnitzstraße“. Seit einigen Jahren ist hier ein Piazza-ähnliches Ensemble von Architekt Hans Kollhoff bestrebt, mit Leben gefüllt zu werden.

An einigen Stellen funktioniert das ganz gut. So ist mit dem Umzug des „Il Calice“ schon die erste Fangemeinde auf italienisch-kulinarische Art herübergeschwappt. Die Wohnungen sind auch zunehmend vergeben worden. Spürbar zumindest dadurch, dass sich Neumieter über die Lautstärke des Brunnens am Platze beklagen.

Eine neue Fangemeinde rekrutiert das liebevoll geführte Antik Café. Alle Möbel, Weiterlesen

The Nature of Spirit Experience – the N.O.S.E.

Update 2009/2010: Die Trennung von Cadenhead und der Umzug in die Uhlandstraße 179/180 haben anscheinend nicht funktioniert. In dem neuen Laden war von Anfang an der Wurm drin. Jetzt (Januar 2010) ist geschlossen.

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Kompetent geführter Spezialhandel zu diversen Destillaten. Vor allem die Bandbreite von Rum als Genussmittel wird hier deutlich. Wer Rum bislang nur im Zusammenhang mit Mixgetränken oder Backwaren konsumiert hat, wird überrascht sein. Ja, ich bin mittlerweile Rum-Fan geworden (El Dorado 15, Ron Zacapa 23, Angostura 1919, etc.)
Auch gibt es eine breite Auswahl an Ginsorten. Seit neuestem auch den Gin aus Berlin – Adler Gin.
Freundlicherweise darf vor einer Kaufentscheidung auch zuweilen probiert werden (in den neuen Räumlichkeiten nur noch gegen Bezahlung).

Die Kenntnisse kamen vor dem Umzug in die Uhlandstraße in regelmäßigen Abständen auch bei Verkostungen und Seminaren zur Geltung.
Das Preisniveau ist angemessen und fair, man zahlt in Charlottenburg halt keinen „Mitte-Zuschlag“.
Für Whisky ist der Nachbar, Cadenhead, zuständig.

Fasanenstraße 4, 10623 Berlin-Charlottenburg

Uma (Mitte)

Zwei Amerikaner am Nebentresen waren beinahe fassungslos: „Wie, es gibt keinen Reis? Ist dies nicht ein japanisches Restaurant?“
Ist es wohl, aber doch auch ganz anders.

Es ist aufregend, in der ersten Woche einer Neueröffnung Gast zu sein. Es ist eine besondere Atmosphäre. Es ist zu früh, um vor der Begleitung den routinierten Stammgast zu mimen. Sätze wie: „Sonst esse ich hier immer den….“, oder „Mit der …. kannst Du nichts falsch machen.“
Und: „Das Übliche!!“ geht schon gar nicht.
Alle dürfen sich neugierig und unbefangen umschauen und die Köche und Kellnerinnen mit Fragen löchern.
Aber jeder ist selbstverständlich extrem gespannt, wie Tim Raue Weiterlesen

Mlooi-Sushi Bar (Charlottenburg)

Ein konsequentes Konzept: es geht um Sushi. Punkt.
Man nennt sich Sushi Bar und das ist zutreffend. Keine zusätzlichen Kinkerlitzchen, wie Yakitori-Spieße, oder Reisgerichte. Der Fisch steht im Vordergrund und ist frisch und schmackhaft zubereitet.

Das Innenraumdesign ist sehr angenehm-modern. Ein helles grün dominiert, mit roten und braunen Farbtupfern. Ich finde es schön.
Man muss nun nicht durch die halbe Stadt nach West-End fahren, um hier den x-ten Sushi-Laden anzutesten. So ungewöhnlich Weiterlesen

Kilchoman Distillery (Islay)

Mühsam quält sich das Fahrzeug über eine staubige Geröllpiste zur westlichsten Destillerie Schottlands.

07-05-handy0612b-058Die durstige Kehle, die sich nun nach einem Schluck Whisky sehnt, wird leider enttäuscht, denn die westlichste ist gleichzeitig auch die jüngste Destillerie.
Erst 2005 wurden die Gebäude fertig gestellt und der Prozess der Whisky-Bereitung begonnen.

Kenner wissen: das dauert nun noch ein paar Jahre, bis der erste Whisky der Marke Kilchoman (gesprochen: „kilhoman“) auf die Flasche gezogen wird.
Lediglich einen „New Spirit“ kann man probieren und in Miniaturflaschen auch erwerben. Es handelt sich dabei um das Rohdestillat, welches mit einem Alkoholgehalt von 63,5% ins Faß zur Reifung kommt.
07-05-handy0612b-057Erst 2011 werden erste Flaschen mit einem jungen Whisky auf den Markt kommen. Eine Vorbestellung ist bereits heute möglich, wie man sie von Bordeaux Weinen kennt. Ist aber teuer und niemand kann wissen, wie das Ergebnis denn sein wird.

Ein Besuch der Destillerie ist dennoch lohnend, wenngleich sehr seltsam. Mitten im Niemandsland befindet sich eine funkelnagelneue Produktionsstätte. Alles soll möglichst biologisch sein und man mälzt auch selbst, das ist heute selten.

Dazu gehört noch ein riesiger disneyesker Verkaufsladen einer Whiskymarke, die es eigentlich noch gar nicht gibt. Man kann aber schon Gläser mit Logo, T-Shirts, Seife, Käse usw. erwerben und sehr leckeren Kaffee in der zugehörigen Gaststätte konsumieren. (Natürlich gibt´s auch Tee…!)

Rockside Farm Bruichladdich

www.kilchomandistillery.com

Spirituosen Wolfgang Koch (Mitte)

Der Alexanderplatz und ein kleines Geschäft mit 50-jähriger Familiengeschichte – geht das zusammen?
Es geht tatsächlich und zwar im Berlin Carré.
Berlin Carré? Das ist eine Art Markthalle an der Karl-Liebknecht-Straße. Auch das Kabarett Syndikat befindet sich hier im Hause.

Von außen ist das Carré am besten durch den bekannten Burger-Brater mit dem goldenen M wahrzunehmen (hat da gerade jemand „ach sooo…“ gesagt?)
Im Inneren wehrt man sich aber auf sozialistische Art und Weise gegen die kapitalistische Übernahme. Im Obergeschoss findet sich tatsächlich noch ein Supermarkt mit DDR Produkten. Wer braucht noch Tempo-Linsen oder Weiterlesen

Don Camillo (Charlottenburg)

Die Zeit ist hier auf merkwürdige Weise stehengeblieben. Ich habe stets das dejavu Gefühl, vor 30 Jahren bereits hier gewesen zu sein und es sah genau so aus. Damit meine ich nicht angestaubt, nur irgendwie Zeitreise. Heute nennt man das wohl „Retro“. In diesem Fall ist Retro aber ungewollt.

Zeitgemäß und frisch hingegen kommt die Küche des Don Camillo daher und kann im Sommer auf der herrlich begrünten Terrasse am Rande der Schloßstraße genossen werden.
Die täglich frischen Speiseoptionen werden am Tisch optisch präsentiert und die Möglichkeiten der Zubereitung reizvoll erläutert.

Mit Ausnahme der Weinkarte hat der Gast in der Regel hier keine Karte in der Hand. Die Speisenfolge wird mündlich abgesprochen. Am Ende des Abends ist problematischer Weise auch eine EC- oder Kreditkarte nicht hilfreich, denn Kartenzahlung ist hier nicht vorgesehen.
Das ist manchmal ärgerlich, denn die Speisen werden sehr verlockend angepriesen und so manches unbedachte „Oh, ja“ zu einer weiteren Vorspeise Weiterlesen