Mitte trifft Meer – Seaside Restaurant

Für köstliche Fischgerichte gilt es zuweilen, weite Wege in Berlin zurückzulegen. Zuverlässige Qualität gepaart mit solidem Handwerk bei der Zubereitung sind keine Selbstverständlichkeit.

In zentrale Lage, zwischen Gendarmenmarkt und Friedrichstraße, bietet das „Seaside“ nun eine entspannte Option, köstliche Fische und Meeresfrüchte zu genießen. Das Konzept ist sehr einladend: neben einigen Klassiker-Gerichten von Fish & Chips bis zum halben Hummer, von Austern bis zum Zander, wählen die Gäste an der Frische-Theke ihre Wunschprodukte, die Menge davon und die Gar-Art, in der sie zubereitet werden sollen. Grillen, dämpfen, braten – alles ist möglich. Man stellt sich demnach seinen eigenen Fisch-Teller zusammen.

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In der Showküche hinter der Glaswand erfolgt die Zubereitung der Portionen, die dann Weiterlesen

Endlich wieder Essen …

Liebe Leser des Eichiberlin-Blogs. Aus zahlreichen Rückmeldung weiss ich und bin froh, dass meine Empfehlungen wahrgenommen und zuweilen sogar befolgt werden. Zuletzt waren es viel zu wenige Bars, Restaurants und Veranstaltungen, die ich an dieser Stelle besprochen habe. Aber ich war nicht untätig. Im Gegenteil.

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Der Grund für die eher gemächliche Aktivität in der Blogosphäre: ich durfte und darf Weiterlesen

Balthazar No. 2 – 12 Liter für die Wiege

Mitten in Mitte und doch ganz weit weg: Das Nikolaiviertel. Die Wiege Berlins, Erichs Disneyland. Touristengaudi mit Eisbein. Dabei gibt es dort viele Geschcihten und hübsche und versteckte Winkel. Dazu die Ausstellungen im Ephraim Palais und im viel zu wenig beachteten Knoblauchahus.  Die letzten Jahre konnten die Gewerbetreibenden dort einem wirklich Leid tun. Die ewig gesperrte Rathausbrücke, die Riesengrube für die U55, der Wegfall der Busparkplätze. Es war nicht leicht, überhaupt hinzukommen und das gilt eigentlich auch heute noch.

Berliner trifft man im Nikolaiviertel – gefühlt – verhältnismäßig selten. Vor allem Westberliner. Ein bewährter Küchenchef aus Westberlin schlug jüngst die Zelte für sein zweites Restaurant dort auf. Holger Zurbrüggen begeistert beständig das alte Westberlin im Balthazar am Kurfürstendamm nahe dem Adenauerplatz, benannt nach jenem gigantischen Flaschenformat, welches 12 Liter Fassungsvermögen aufweist. Nun hält das Balthazar 2 mit ähnlichem Küchenkonzept am Spreeufer Einzug, gleich gegenüber vom alten Marstall mit Musikschule und Landesbibliothek.

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Ich erinnere mich an Herrn Zurbrüggen noch aus dem Restaurant Louis im Steigenberger Hotel am Los Angeles Platz. Seine Kombinationen aus asiatischen und Weiterlesen

Krisenküche Indien? Buddha Republic behebt.

„Wenn ich wirklich gut indisch essen möchte, buche ich einen Flug nach London!“, so antwortete mir vor einiger Zeit kopfschüttelnd ein Inder in Berlin auf die Frage, wo er denn seine Heimatküche in Berlin empfehlen könnte.

Und tatsächlich: Kehrt man in den hervorragenden Orten der indischen Küche in London ein, mag man sich in Berlin nicht mehr mit vertrockneten Tandoori-Schuhsohlen oder übersoßten Hühnertöpfen zufrieden geben. (Mein Nummer 1 London Tipp: Quilon.)

Lange Zeit bot das Namaskar in Wilmersdorf eine akzeptable und zuweilen saisonal abwechslungsreiche Einkehrmöglichkeit für die Küche des Subkontinents, als plötzlich die Türen verriegelt wurden und nach 16 Jahren eine Ära zu Ende ging.

Ein kurioser Abend ließ mich zum Stammgast im Buddha Republic werden. Eine kulinarische Veranstaltung in Charlottenburg wurde kurzfristig abgesagt und es galt, anderweitig für Futterbeschaffung zu sorgen. Irgendjemand hatte einen Inder in der *Carmerstraße mal mit den Worten „geht so“ gelobt. Weiterlesen

Eine Zwiwwel sorgt für Tränen – selbst bei den Kochprofis

Dieser Bericht würde ach so gerne eine warmherzige Empfehlung sein. Stattdessen ist es ein trauriger Nachruf zu einem Restaurant in Berlin-Wilmersdorf, das nicht einmal die Kochprofis von RTL 2 zu retten vermochten.

Restaurant Zwiwwel

Das Restaurant Zwiwwel war all die Jahre eine versteckte Perle in der Bruchsaler Straße, nicht weit vom Bundesplatz. Uralt, mit Mobiliar, welches zur Kaiserzeit genau so eine Gaststube hätte ausstatten können, war die Zwiwwel stets eine kleine Zeitreise mit ordentlicher Speisenbegleitung. Es muss so zehn Jahre her sein, da lohnte sich der Weg durch die halbe Stadt alleine der genialen Seaks wegen. Das war noch die Zeit vor der großen Fleisch-Welle. Damals waren herrliche Cuts, wie T-Bone, Ribeye oder Porterhouse höchstens regelmäßigen USA-Reisenden ein Begriff. In der Zwiwwel beherrschte der Koch den Grill und die Entrecôtes waren genial. Ich erinnere mich noch an den damaligen Betreiber mit einer knarzigen Reibeisenstimme und der Berliner Mischung aus Herz und Schnauze.

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Typisch China: Bier & Kartoffel im Da Jia Le

„Für das Volk ist das Essen der Himmel“, lautet eine alte chinesische. Für Liebhaber der chinesischen Küche wird jener Himmel zunehmend prachtvoller. Ging man früher zum „Chinesen“, so lauten heute Überlegungen zu Verabredungen subtiler: Soll es Kanton Küche sein? Sichuan? Vielleicht Jiangxi oder Dim Sum? Nun gesellt sich eine zusätzliche Option hinzu, die Dongbei-Küche. Gemeint ist der Nordosten Chinas, mit kulinarischen Einflüssen aus Korea, Japan, Russland und der Mongolei.

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Auf Laufkundschaft muss das Restaurant nahe den Yorckbrücken verzichten. Umso wichtiger, dass das freundliche Betreiberehepaar seine Gäste überzeugt und zur Wiederkehr ermutigt. Das gelingt fulminant, aber nicht durch Innendesign. Chinesische Restaurants kommen gerne in klassisch-karg daher, da macht das Da Jia Le keine Ausnahme, auch wenn frische lindgrüne Farbe die Wände ziert. Hier ein Fächer vor dem Raumteiler, dort ein kunstvolles Schriftzeichen über dem praktischen Drehtisch für gesellige Runden, der „Lazy Susan“, der faulen Susanne. Das Essen ist der Blickfang und der Gaumenschmaus. Wie ein aufgefächerter Regenbogen kommt der Fünf-Farben-Salat mit Weiterlesen

Ein italienischer Klassiker: Don Camillo. Eine Groupon Gelegenheit.

Ist es zu glauben? Ganze 35 Jahre zaubert das Don Camillo bereits seinen Stammkunden ein seliges Lächeln auf die Lippen. Das Bemerkenswerte dabei: Die Gerichte sind seit 1979 weitestgehend die Selben geblieben. Eine Speiskarte gibt es nicht, alle Gerichte, Zutaten und Zubereitungsvariationen werden am Tisch vorgestellt. Für jeden Gang rollt der Service einen neuen Wagen an den Tisch, auf dem die Zutaten fein säuberlich aufgereiht sind.

Ich bin schon oft und gerne im Don Camillo eingekehrt. Besonders der herrliche Vorgarten im Schatten von Schloss Charlottenburg ist im Sommer ein wahres Idyll. Auch wenn die Gerichte die Gleichen bleiben, so sind einige darunter, auf die ich mich jedes Ma(h)l aufs neue freue. Beispielsweise das fein-pikante Kalbfleisch Pavarotti Art, die Shiitake-Pilze mit Algen, die gefüllte Kartoffelteig-Pasta mit Käse-Birnen-Füllung mit Butter und Salbei oder die frischen Erdbeeren mit Senf und Essig. Auch die Trüffel a la Friedrich sind großartig. Ein Dessert mit flambierten Kartoffelscheiben. Weiterlesen