Neue Köstlichkeiten für Wilmersdorf – Delicious Berlin

Im September 2013 öffnete sich die Pforte zu einem wunderhübschen neuen Feinkostgeschäft in Berlin-Wilmersdorf. Wo zuvor Gitarren gehandelt wurden, hört der Besucher heute die Gläser klingen und die Zungen schnalzen.

In einem gelungenen Raumdesign mit ansprechender Produkt-Präsentation und einem herrlichen Verkostungstresen hat das Sortiment für jeden Genusstyp eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl parat. Keine gigantische Auswahl, aber ausgewählte Besonderheiten für Genuss- und Geschenkgelegenheiten.

Marmeladen, Chutneys, Kaffee, Essig, Schokolade oder Pasta füllen die Regale im vorderen Bereich. Die flüssigen Genüsse rings um Whisky, Rum, Brände und weitere Spirituosen schließt sich an. Der hintere Raum steht für Veranstaltungen und Verkostungen zur Verfügung und enthält gut bestückte Weinregale mit nicht ganz alltäglichen Weingütern. Mir gefällt die schöne Auswahl aus dem Elsass und das Sortiment an Châteauneuf-du-Pape.

Eine Tür führt in einen begeh- und besetzbaren Humidor mit Weiterlesen

Advertisements

Französischer Feierabend beim Wein

Eine schöne Idee brachten die Winzer aus der Bordeaux-Region mit nach Berlin. Ein Schluck, ein Happen, ein Klang zum Feierabend.

In Frankreich weit verbreitet ist der gemeinsame entspannte Tropfen nach einem langen Arbeitstag. Zu nicht allzu später Stunde gönnt man sich eine kleine Auszeit in angenehmer Gesellschaft und Atmosphäre.

Verkostung und Seminar

Verkostung und Seminar

Bei zahlreichen Cocktailbars erstaunen mich ab und an die späten Öffnungszeiten von 20 Uhr. Gut, oft gehört es zum Konzept der Nacht und des Verweilens, aber für eine Aperitif-Verabredung vor dem Weiterlesen

Selbstversuch: Schaumwein und Säbel

In dem aufschlussreichen Büchlein „Die Welt der Snobs – Leitfaden für Debütanten“, schreibt Antonius Moonen im Getränkekapitel: „Eine Flasche Champagner kann man übrigens auch säbeln. Aber dieses etwas gefährliche Verfahren sollten Sie ihrem Personal überlassen.“

Dummerweise hat mein Personal derzeit längerfristig Ausgang und daher ist

Kopflos

Kopflos

Eigeninitiative gefragt. Vor geraumer Zeit gelang es mir, auf einer Veranstaltung im Cigarrenmagazin Unter den Linden einen Champagner- vertreter dazu zu bewegen, seinen Säbel aus dem Fahrzeug zu holen, um den anwesenden Neugierigen den Umgang mit dem Champagner-Säbel zu demonstrieren.

Das wollte ich dann doch auch einmal ausprobieren. Mich der Lächerlichkeit Preis zu geben, bereitet mir keine Bedenken. Und so griff ich beherzt zu, als kürzlich ein Angebot der Firma Laguiole daherflatterte, in dem ein Champagner-Säbel zum Sonderpreis offeriert wurde. Dem Lehrgang „Flaschensäbeln für Anfänger“ stand also nichts mehr im Wege.

Geschichten um den Ursprung der Sabrage gibt es einige. Vermutlich waren es die Kavallerietruppen Napoleons, die mit Champagnerflaschen in Schlacht zogen, um ihren Sieg angemessen beprosten zu können. Der Eichi, der das Sabrieren (aus)üben möchte, muss sich hingegen auf allerlei Ungemach einstellen. Eines war klar: in der Wohnung die ersten Sabrierversuche zu wagen, würde höchstens dem ortsansässigen Glaser eine Freude bereiten.

Übungspark

Übungspark

In der Nähe meiner Heimstatt liegt nun ein kleiner Park, in dem sich morgens regelmäßig einige meditative Menschen versammeln, um unbewaffnet ihre Tai-Chi Übungen, wie  „Der Kranich, der sein Flügel ausbreitet“, zu vollführen. Ich wähnte diese Gestalten geistig gefestigt genug, um den Park mit einem Säbelträger zu teilen, der sich Ihnen für die Übung „Säbel, der durch den Flaschenhals gleitet“ anschließt.

In Erwartung kompletten Versagens, wollte ich keine meiner kostbaren Champagnerflaschen für das erste Experimentieren opfern. Sekte der Marken Rotkäppchen und Faber wurden in den Park getragen. Dumme Idee, da vergessen wurde, dass diese Billigmarken ja keine Korken-Korken,

Ausrüstung

Ausrüstung

sondern nur Plastik-Korken unter der Folie verbergen. Ein echter Kork ist jedoch Voraussetzung für das Gelingen der Sabrage. Trotzdem schlug und hieb ich wild auf die Bouteillen ein, um den Neigungswinkel der Flasche und das Gleiten des Säbels entlang der Naht am Flaschenhals zu üben.  Das Ergebnis war nur teilweise befriedigend: die Grundlagen des Sabrierens sind sehr offensichtlich und daher nicht übermäßig schwer zu erlernen. Einige verwirrt bellenden Hunde, zwei Mütter mit Kinderwägen, die einen beachtlichen Bogen um den Irren mit dem Säbel einlegten, drei Gestalten, die gleichfalls mit getränketechnischen Absichten im Park verweilten stellten ihre Tetra-Pak Weine beiseite und näherten sich neugierig. Eine emotional labile Nachbarin sah mich ebenfalls dort die

Der Mönch Dom Perignon hätte das anders gelöst...

Der Mönch Dom Perignon hätte das anders gelöst...

Hiebwaffe schwingen und erzählt nun, womöglich schwerwiegend traumatisiert, der Hausgemeinschaft von ihren Amok-Eindrücken des Herrn E. aus dem 1.OG.

Beim nächsten Versuch würde ich Sonnenbrille und Hut tragen, soviel stand fest. Glücklicherweise war heute ein entsprechend sonniger und freundlicher Tag, um abermals Angst und Schrecken unter harmlosen Charlottenburger Parkbesuchern zu verbreiten.

Für den Probe-Hieb sollte diesmal eine Flasche Rüttgers Club herhalten (übrig geblieben von meinem dämlichen Billigheimer-Plastikkorkenkauf), der aber im Zweifel die Tetra-Pakianer taktisch ablenken würde. Für den Ernstfall war ein überaus empfehlenswerter Blanc de Noir, Cremant de Bourgogne, von Paul Delane (erhältlich bei Rindchens Weinkontor) im Gepäck. Garantiert mit Korken-Korken.

Passend zum Anlass und auch zum Ort führte ich die Zeilen des Balladendichters Moritz Graf von Strachwitz (1822 bis 1847) auf den Lippen:

Schlage zum Himmel, Champagnergezisch,
Springe in silbernen Strudelkaskaden,
Schieße in pochenden
Bäumenden Fluten,
Fließe in kochenden
Schäumenden Gluten,
Ähnlich dem Bronnen der Quellennajaden,
Drin sich die Glieder der Artemis baden,
Tief in des Idas Cypressengebüsch.

Ob es Cypressengebüsche waren, welche mich im Park empfingen, vermag ich nicht zu sagen. Die Wermutbrüder waren jedenfalls wieder zugegen und auch die Hunde, die ich aber nicht zum Spielchen „bring den Korken“ verleiten mochte. Also säbelte ich diesmal in Richtung Westen und nicht auf die Wiese. Selbstverständlich sprudelt ein wenig Schaumwein nach dem Hieb heraus.

Forme die Perlen von silbernem Schaum,
Die sich erheben aus siedendem Spiegel,
Die in den spitzigen
Trichterpokalen
Funkelnd dem hitzigen
Sprudel entstrahlen,
Die aus der Flasche gebrochenem Siegel
Schweben und tanzen auf duftigem Flügel,
Steigen und sinken im goldigen Raum.

Ja, das Siegel war wohl gebrochen. Der Graf würde sich im Grabe wälzen, bei dem Gedanken, seine Zeilen im Rahmen einer Flasche Rüttgers Club angewandt zu ahnen. Meine Verkostungsnotiz beschränkt sich gleichfalls auf ein uninspiriertes „Bäh“. Also her mit dem feinen Cremant, jetzt wird die Sache ernst. Die Hand zittert, der erste Schlag geht fehl, der zweite muss es richten, wird es gelingen? Und dann:

Schlagt auf die Becher mit wirbelndem Schlag,
Dass sie erbrausen in rollendem Falle;
Lasst in den duftigen
Tiefen des Nasses
Tanzen die luftigen
Geister des Fasses,
Lasst sie in spritzendem, staubendem Falle
Stürzen aus blitzendem Becherkrystalle;
Kurz ist der Jugend moussierender Tag!

Hut ab: Kopf ab. Der köstliche Blanc de Noir erbraust in das mitgebrachte Gefäß um auf den Sabreur zu prosten. Na geht doch!

Unser snobistischer Lehrmeister, Antonius Moonen, würde pikiert die blasierte Nase rümpfen, da eigentlich -selbstverständlich- eine Flasche Krug  oder Roederer Cristal hätte herhalten müssen. Sabrage-technische Sponsoren können sich diesbezüglich sehr gerne bei mir melden.

Rock´n´Roll Riesling

Zugegeben, die Vorstellung ist magisch: Die Rolling Stones polieren ihre Schott-Zwiesel Weißwein-Gläser, prüfen die Weinkühler Temperatur, schnuppern am Korken und stellen den Dekanter neben das Schlagzeug bevor Sie das Liedgut intonieren: „I see a white wine and I want to drink it fast. No red wine anymore it belongs to my past…“

Yeah, oh, yeaaah

Einer hat nach dem Schmunzeln das Ganze zu Ende gedacht. Und zwar ein engagierter junger Winzer  von dem Weingut Tesch an der Nahe. Ein Riesling namens „unplugged“ brachte die Idee. 2009 gingen die Weine auf Tour, eine Weinprobe der etwas anderen Art. Gemeinsam mit  Set und Gig gab es Schluck und Gluck. (Anmerkung eines Musikers: Neu daran ist die Qualität des Weines…) Eine Tour durch diverse Städte mit Rock und Riesling, Bouquet und Bass, Verstärker und Vinifikation.

Gimme, gimme, gimme...

Auf dieser ungewöhnlichen Tour ist ein wunderschöner Bildband entstanden, der am 13.4. in den heiligen Hallen von Gibson Guitars am Spittelmarkt präsentiert wurde. Ein Backstage Pass Weiterlesen

Weinproben bei Vinum (Charlottenburg)

Winterzeit ist Weinzeit. Und wir reden hier nicht von Glühwein auf fragwürdigen Weihnachtsmärkten oder Beaujolais Primeur zu 1,99 im Discounter. Ein klein wenig komplexer, anspruchsvoller, feiner darf unser Tropfen schon sein, gell?

Um neue Weinexperimente zu verkosten oder klassische Anbaugebiete neu zu entdecken, empfiehlt sich die Teilnahme an einer der stil- und

Unterichtsmaterial unterschiedlichster Art

Unterichtsmaterial unterschiedlichster Art

genussvollen Weinproben, die im Vinum Spezialitätenkontor im Charlottenburger Danckelmannkiez zwischen Oktober und März veranstaltet werden. (Über das Weingeschäft selber habe ich bereits hier ein wenig berichtet.)

In der Regel beinhalten die Weinabende so um die zehn Weine im Rahmen eines Dreigang-Menüs. Dazu trägt Andreas Schiechel Wissenswertes und Aktuelles zum jeweiligen Thema vor und regt zur geschmacklichen Diskussion bei der Weinerkundung an. Die Proben bei Herrn Schiechel sind etwas Besonderes. Behaupte ich, der ich eifrig, oft und völlig selbstlos Weinproben in Berlin besuche.

Der Mann ist ein Experte, sein Wissen ist phänomenal und stets auf dem neuesten Stand. Vor kurzem besuchte ich eine Weinprobe in Kreuzberg und stellte fest, dass die Referentin bestimmt seit zehn Jahren ihre Unterlagen nicht mehr aktualisiert hatte. Ähnliches wäre Weiterlesen

Coledampf´s CulturCentrum (Wilmersdorf)

Die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ behandelt in seiner Oktober-Ausgabe als Top-Geschichte das Thema Steak. Und das sehr eindringlich und überzeugend.

Neidvoll blickt man über den Atlantik, um festzustellen: Die Amis haben es besser. Dort gibt es a) besseres Fleisch, b) besser abgehangeneres und gereiftes Fleisch, c) mehr cuts (Schnitte, also Steakvarianten), d) bessere Steakrestaurants. Wehmütig denke auch ich an das riesige und perfekt gebratene Porterhouse Steak für drei Personen bei Peter Luger in Brooklyn; hmmm!

Ausgerechnet ein solches Porterhouse wird im Feinschmecker üppig bebildert erklärt und zubereitet, so dass das Wasser im Munde zusammen läuft. Ich möchte sofort ein Steak. Daneben ein weiterer Text, der subtil suggeriert, wie sich bessere Qualitäten auch in Deutschland durchsetzen, wenn nur genügend Leute mitmachen: Quälen Sie Ihren Metzger mit einigen Fragen und machen ihm klar, dass es in Deutschland durchaus anspruchsvolle Fleischesser gibt: Welche Rinderrasse? Ist es ein Weidetier? Wie wurde es gefüttert? Wie lange wurde das Fleisch gereift? Nasse oder trockene Reifung?

Eins ist klar: Ich möchte sofort mitmachen, Metzger quälen, bessere Steaks bekommen. Eine neue Pfanne muss her, wie mir der Artikel weiter verdeutlicht.

coledampf´s Uhlandstraße

coledampf´s Uhlandstraße

Zügig eile ich in das Geschäft, welches mir in allen Fragen rings um die Küchen- und Kochausstattung bislang jedes mal eine kompetente und sympathische Beratung und ein geniales Preis-Leistungs-Verhältnis bot. So auch dieses mal. Die Unterschiede zwischen Eisen- und Gußeisenpfannen werde mir erläutert, zu Pflege und dem ersten Einbraten bekomme ich eine Anleitung mit auf den Weg.

Sommerfest mit Glasharfe

Sommerfest mit Glasharfe

Das Ladenlokal in der Uhlandstraße (es gibt eine weitere schöne Filiale am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg) quillt über vor Utensilien. Mühlen, Messer, Gläser, Geschirr, Töpfe und Geräte; aber auch Öle, Salz, kulinarische Bücher, einen ordentlichen Hauswein oder Tischwäsche. Kenntnis und Engagement des coledampf-Teams haben viele Gastronomie-Profis von Kunden zu Freunden werden lassen, was man auch in diesem Jahr wieder an der illustren Runde zum Sommerfest hat sehen können. Die Philosophie der Betreiber Josephin Erig und Andreas Langholz lautet: Das beste Produkt zum besten Preis. Meine schwere Eisenpfanne der sauerländischen Firma Turk, mit einem Durchmesser von 26 cm habe ich für 26 Euro bekommen (28 cm hätten 28.- gekostet).

Genialer Laden. Mehr kochtechnische Beratung und Ausstattung kann ich mir gar nicht vorstellen. Gibt´s wahrschienlich auch gar nicht.

Uhlandstraße 54-55, 10719 Berlin (Wilmersdorf)

www.coledampfs.de

Zigarre, Schaumwein und Säbel

Zigarre und Schaumwein – passt das zusammen? Mal ausprobieren! Eine schmackhafte Veranstaltung gab es am 9. Juni im Cigarrenmagazin in den Kaiserhöfen Unter den Linden, welche diese Kombination ergründen sollte.

Der Abend sollte so einige Überraschungen der lehrreichen Art DSC02619hervorbringen.

Zunächst reichte der Gastgeber, Herr Martens, eine Auswahl an sehr unterschiedlichen moussierenden Getränken zum probieren: Italienischer Perlwein aus der Prosecco Traube, Spanischer Cava, Deutscher Winzersekt und Champagner aus….na, Sie wissen schon.

Im ersten Durchgang wurde pur verkostet, danach wurde dem Dutzend der Gäste eine Havanna-Zigarre der Marke Diplomaticos gereicht, um die Verkostung ein zweites, nun rauchgeschwängertes Mal, durchzuführen.

Die geschmacklichen Veränderungen waren immens. Manches gewinnt in der Aromatik, Anderes verliert. Bei jeder und jedem anders. Das Trinken auf hohem Niveau wurde auf freundliche Weise ermöglicht durch die Unterstützung des Luis Vuitton Moet Hennessy Konzerns, der einen freundlichen Abgesandten mit Flaschen Unter die Linden schickte, um die Anwesenden zu verwöhnen und zu informieren.

Es gab erstaunliches zu erfahren! Wussten Sie beispielsweise, dass ein Champagner-Rüttler vier Jahre lernt und 50.000(!) Flaschen am Tag rüttelt?

Undankbar ärgerten die meisten der Anwesenden den armen Menschen, indem sie das Moet in Moet-Chandon beharrlich ohne „T“ aussprachen, was dieser verzweifelt zu beheben versuchte. Tja, wer gedacht hatte, dass das korrekte prononcieren von „Taittinger“ und „Bollinger“ die Krönung des Champagner-Vokabulars darstellen, hatte sich geirrt!

Das der gute Mann dann kurz hinfort eilte, um mit einem Säbel in der Hand wiederzukehren, hatte nichts mit Verärgerung oder Sanktionierungsgedanken seinerseits zu tun. Eher albern-unbefangen hatte ich die Frage gestellt, ob es zu seinem Tätigkeitsbereich/Ausbildungsgang gehört, das Öffnen von Champagnerflaschen mit dem Säbel zu beherrschen. Ich hatte nicht damit gerechnet, daraufhin sofortestens einen Beweis geboten zu bekommen. Die Runde begab sich in den Hof, die Flasche wurde DSC02624vorbereitet, ein sauberer Hieb, und….voilá – Sabrieren nennt sich der feierliche Akt.

Beeindruckt und aufgerüttelt brauchten wir daraufhin alle einen neuen Schluck Champagner. So schön kann Fortbildung sein!

Unter den Linden 28a, Kaiserhöfe, 10117 Berlin-Mitte

http://www.cigarrenmagazin.eu