Ein italienischer Klassiker: Don Camillo. Eine Groupon Gelegenheit.

Ist es zu glauben? Ganze 35 Jahre zaubert das Don Camillo bereits seinen Stammkunden ein seliges Lächeln auf die Lippen. Das Bemerkenswerte dabei: Die Gerichte sind seit 1979 weitestgehend die Selben geblieben. Eine Speiskarte gibt es nicht, alle Gerichte, Zutaten und Zubereitungsvariationen werden am Tisch vorgestellt. Für jeden Gang rollt der Service einen neuen Wagen an den Tisch, auf dem die Zutaten fein säuberlich aufgereiht sind.

Ich bin schon oft und gerne im Don Camillo eingekehrt. Besonders der herrliche Vorgarten im Schatten von Schloss Charlottenburg ist im Sommer ein wahres Idyll. Auch wenn die Gerichte die Gleichen bleiben, so sind einige darunter, auf die ich mich jedes Ma(h)l aufs neue freue. Beispielsweise das fein-pikante Kalbfleisch Pavarotti Art, die Shiitake-Pilze mit Algen, die gefüllte Kartoffelteig-Pasta mit Käse-Birnen-Füllung mit Butter und Salbei oder die frischen Erdbeeren mit Senf und Essig. Auch die Trüffel a la Friedrich sind großartig. Ein Dessert mit flambierten Kartoffelscheiben. Weiterlesen

Groupon Gelegenheit: Ristorante Peppone

Die Frank Rosin Restaurant Wochen schrien nach Wiederholung. Nach dem hocherfreulichen Abend im Parioli Restaurant vor wenigen Tagen (hier der Bericht), gab es eine weitere Gelegenheit, das besondere Angebot zu nutzen. Diesmal im Restaurant Peppone am Leipziger Platz.

Ich bin großer Fan des Restaurants Don Camillo in Charlottenburg, also warum nicht den Quasi-Partner austesten. Die Lage auf der Nordseite des Leipziger Platzes ist keine Laufgegend, zumal auf allen Seiten gebaut wird, insbesondere die gigantische Baustelle auf dem alten Wertheim-Grundstück stellt eine Beeinträchtigung der Lage dar. Aber der Weg ins Lokal lohnt sich, wie die Groupon-Aktion beweist.

Der Gutschein beinhaltet diesmal ein Menü mit vier Gängen und Wahlmöglichkeit bei der Vor- und Hauptspeise. Die Auswahl zwischen dem Carpaccio di sedano mit feinen Kräutern und köstlichen Pilzen einerseits und dem klassischen Büffelmozzarella mit Basilikum und Tomaten andererseits, ließ uns jeweils eines wählen. Alle beide waren zum Zungeschnalzen. Beste Zutaten und elegante Zubereitung. Das Carpaccio wurde gleich am Tisch angerichtet, der Dressing frisch dazu geschlagen. Eine besondere Spezialität stellen die hausgemachten Nudeln da, wovon der Zwischengang überzeugen wollte. Die grünen Spaghetti waren auf den Punkt al dente und mit Kräutern, Kapern und Peperoni angenehm pikant angemacht.

Die Karte im Peppone ist knapp und frisch gehalten mit italienischen Klassikern, gerne mit einem dezenten Twist zubereitet. So kommen beispielsweise Shiitake-Pilze ins Spiel oder Balsamico kommt ins Dessert. Die Einrichtung im Restaurant ist modern und sachlich, ohne ungemütlich zu wirken. Filmszenen aus Don Camillo und Peppone zieren die Wände und eine große Flaschenbatterie macht neugierig auf die weintechnische Kompetenz des Hauses. Der Service ist aufmerksam und sehr freundlich und beherrscht das Sortiment. Fragen zum Essen werden sorgfältig beantwortet und die Weinempfehlung ist souverän, ohne zu bevormunden. Der Terre Bianche von Torbato war ein universeller Begleiter, passend zum sommerlichen Wetter. Zudem mit 28 Euro sehr preiswert.

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Groupon Gelegenheit. Restaurant Parioli im Hotel de Rome

Eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Restaurantvielfalt der Hauptstadt auszuprobieren, bietet des öfteren die Rabatt-Plattform Groupon. Aktuell laufen die Restaurant-Wochen mit Frank Rosin, bei denen besonders attraktive Menüangebote auf die Gourmets (natürlich auch in anderen Städten) warten.

Besonders verlockend erschien das 3-Gang-Menü im Restaurant Parioli im Hotel de Rome am Forum Fridericianum Unter den Linden am Bebelplatz. Freundlich und unkompliziert verlief die telefonische Annahme der Reservierung und der Gutscheinnummer. Und so stand dem Gang in das ehemalige Bankgebäude nichts mehr im Wege. Gerne betrete ich das Haus der Rocco Forte Gruppe, insbesondere, um die herrliche Dachterrasse für einen Drink aufzusuchen. Beim betreten muss ich stets schmunzeln, da die Erinnerung an studentische Zeiten und Jobs mich einholt. Komparse war damals ein bewährter Zubrotverdienst und bei „Lola rennt“ konnte man das Gebäude noch im sozialistisch-sachlichen Bürostil kennenlernen. (Lolas Vater arbeitet hier im Film, wer die Szene vor Augen hat.) Was für ein Unterschied, heute die mondäne Halle mit dem glänzenden Marmor zu betreten.

Das Restaurant bietet ein großzügiges Raumgefühl mit gerundeten Sitzecken inmitten einer Säulenlandschaft mit Blick in einen hübschen Hof. Weiche Materialien, große Lampen und Bücherregale geben ein gewisses Wohnzimmerflair und zugleich einen repräsentativen Standard internationaler Hotelrestaurants. Mir gefiel der Raum und so bin ich gespannt, wie er sich verändern wird. Der angenehm beratende und sehr freundliche Sommelier verriet, das in Kürze ausgedehnte Umbaumaßnahmen bevorstehen, die das Restaurant verändern und auffrischen sollen. Man darf gespannt sein.

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Mani di Fata (Charlottenburg)

Nie wieder Dosenravioli! Nie wieder!

Albtraum aus Kindheit und Studententagen – verschwinde aus meinem Leben. Alleine der Geruch ist eine Beleidigung für jede pastaphile Nase. Obwohl, Ravioli kommt von einem Ausdruck für „Reste“ (rabioli) aus der Gegend um Genua.

Ravioli zum herzen

Ravioli zum herzen

Wie wohlschmeckend derlei „Reste“ sein können, erfährt man auf süditalienische Art unweit des Stuttgarter Platzes in Charlottenburg bei Mani di Fata. Feenhände kneten und falten eifrig nicht nur die gefüllten Teigtaschen. Tagsüber eine der nettesten Adressen für eine nudelige Mahlzeit nicht nur in Form von Ravioli, sondern natürlich auch allen möglichen weiteren Pastasorten. Besonders fein finde ich die Rote-Beete-Ravioli, die in Herzform serviert werden. (Wobei ein direkter Vergleich mit dem schönen Rezept von Richensa natürlich auch sehr spannend sein dürfte.)

Winzig wirkt der Laden mit seinen vier Tischen, die im Schatten der riesigen Kaffeemaschine zu verschwinden scheinen (prachtvoller Espresso zu 1,60). Freundlich-modern wurde der Raum gestaltet, in dem auf roten Stühlen vor einer kupferfarbenen Wand Platz genommen werden kann, so es welchen gibt.

Täglich steht eine neue, frische Auswahl an Gerichten für um die 7.- Euro

Eigentlich will ich alles...

Eigentlich will ich alles...

bereit und die Geräusche aus dem Raum hinter dem Tresen verraten, dass die Hände der Fee gerade weiteren Teig bezaubern. In der Vitrine werden Käse, Salsiccia und Pasta auch zum nachhausetragen angeboten. Darüber hinaus sind süsses Gebäck, Öle, Marmeladen und Gewürze im Angebot. Auch Catering wird angeboten.

Bei schönem Wetter kann auch draußen, an der schönen Leonhardtstraße, gespeist werden. So schmecken „Reste“ am besten.

An der schönen Leonhardtstraße

An der schönen Leonhardtstraße

Mani di Fata

Leonhardtstraße 4, 14057 Berlin-Charlottenburg. Mo-Fr 9-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr

The Shy Chef (Berlin)

Gourmetgenuß im Geheimen – Schlemmen mit dem scheuen Chef.

Ein kleines Abenteuer erwartet verwegene Gerneesser, denen es gelingt, ein Abendessen bei „The Shy Chef“ zu ergattern. Gar keine einfache Aufgabe, aber Mühe, kulinarischer Kampfgeist und Durchhaltevermögen werden erwartet, um sich einen Platz an der Tafel zu sichern, werden aber auch shychef menureichlich belohnt. Erst wenige Stunden vor dem eigentlichen Termin werden die Anschrift und weitere notwendige Geheiminformationen per Mail mitgeteilt.

Nicht weitersagen! „Speak easy, my friend, speak easy“ – sprich leise, hieß es in einer der finstersten Epochen US-Amerikanischer Geschichte, der Prohibitionszeit zwischen 1919 und 1933. Hinter vorgehaltener Hand wurden die geheimen, hochprozentigen Flüsterkneipen verraten, das Speakeasy. Gerade in New York City gibt es auch heute noch eine spannende Vielfalt von Orten mit geheimer Untergrundverköstigung. Mittlerweile ist dieses Phänomen auch in Berlin erlebbar, als Untergrundrestaurant, Geheimbar oder Eingeweihtensalon.

Recht mühsam gestaltete sich die Kommunikation mit den Berliner Küchenkünstlern. Der E-Briefkasten schien agentengerecht tot zu sein, am Ende sicherlich auch wegen eines Wasserschadens in der Küchendecke, der die Kochaktivität  zuletzt vereitelt hatte.

Nun stehen wir hier, irgendwo südlich des Landwehrkanals und sind gespannt, was uns erwartet. Die Klingel ist gefunden, die Türe wird sogar geöffnet, knarzige Altbautreppen führen hoch hinaus und in eine hübsche Wohnung, reichlich mit Kunst ausgestattet an einen Tisch, der für acht gedeckt ist.

Die Gäste sind rasch beschrieben: Alle sind wir absolute Foodies – begeisterte Genießer, neugierige Esser, weitgereiste Besteckwirbler. Alle sind ein wenig stolz, hierher gefunden zu haben – ein Koch aus Turin, eine Österreicherin aus Rom, zwei Berliner, weitere zwei Gäste aus dem Norden des Stiefels und unsere Ehrengäste: Ein Ehepaar aus Connecticut, die hier ihren 51sten Hochzeitstag feiern.

Eine gelungene Feier, denn das Essen ist tatsächlich großartig. Noch besser, als ich erwartet hatte. Orginelle Kreationen, hervorragende Zutaten, fein DSC03221abgestimmte Weine und sehr angenehme und unaufdringliche Gastgeber in einem unbeschwert-privaten Ambiente – ein perfekter Abend. Die zu entrichtende Spende (von 50 Währungseinheiten) am Ende des Abends ist sehr angemessen.

Die Konversation findet selbstverständlich auf Englisch statt. Dennoch hat der Herr aus Connecticut etwas missverstanden. Glücklich strahlt er von Gang zu Gang, froh nippt er am Weinglas und freut sich immer wieder darüber, Gast zu sein bei dem -wie er sagt- „Sly Chef“ (sly = verschlagen, hinterhältig). Wir können es ihm nicht abgewöhnen und auch das „Shy Chef“-Team lächelt nachsichtig.

Neue kulinarische Projekte stehen wohl demnächst an. Ich freue mich schon darauf.

Bis dahin aber: Pssst, hush, speak easy….

Vapiano (Mitte)

Vapiano muss ganz doll toll sein. Schließlich wären die Filialen in Berlin sonst nicht immer so proppenvoll. Warum verstehe ich das nicht? Warum finde ich die Sache gar nicht so dolle? Wer sind diese Menschen? Bin ich ein Aussenseiter?

Ich glaube, diese Menschen sind kulinarisch fragwürdig sozialisiert und systematisch abhängig gemacht worden. Aufgewachsen mit Ronald DSC03209McDonald oder im Home of the Whopper mit goldenen Pappkrönchen zum Kindergeburtstag und nach einer Handvoll Plastik-Giveaways sind sie nun im Erwachsenenalter angelangt und möchten ihre Kindheitserfahrungen neu beleben. Also: Nach geraumer Wartezeit an einem Tresen, Verzeihung: counter, mit einem Plastiktablett voll bunter Pappkulinarik davonwatscheln; nur, dass die Sättigungsgegenstände nunmehr keine schottischen, sondern italienische Namen haben.

Interaktiv darf mitgewirkt werden. Also beim bruzzeln zugucken und eine Plastikkarte umhertragen, auf der die Zeche, hyperstmodern, gescannt wird. Schickes Porzellan, frisches Basilikum auf den Tischen, Kombucha und Bionade – alles für die Zielgruppe. (0,2 Cola kosten 2,25 Euro).

Der Name „vapiano“ verspricht Langsamkeit. Slow food? Geh weiter, aber langsam, bitte. Wer das Vapiano-Konzept für Slow Food hält, hat es nicht besser verdient, was die Verbraucherzentrale Hamburg kürzlich nach einer Untersucheng diverser Vollmundiger Supermarktprodukte zurecht bemängelte: Vanilleeis ohne Vanille; gepresstes Surimi-Fischeiweiss in Garnelenform wird als echte Garnele verkauft, Schoko Keks Bolde von Delacre ohne Schokolade, Lorenz-Bahlsen Wasabi Erdnüsse ohne Wasabi; Du darfst Putensalat ohne Pute und so einiges mehr.

Zurück zu Vapiano: Was ich diesem Lokal am meisten übel nehme? Diese Pasta hat mir einfach nicht geschmeckt!

Ich für meinen Teil habe jedenfalls wieder Lust bekommen a) auf den kleinen Italiener an der Ecke und b) auf frische Produkte vom Wochenmarkt.

Potsdamer Platz 5, 10117 Berlin (Potsdamer Platz)

http://www.vapiano.de

Trattoria Cucina Comoda (Charlottenburg)

Wenn nur dieser eine Kellner nicht gewesen wäre….

Traditionelle italienische Küche trifft auf ein modernes, bemerkenswertes Design. Originell und fantasiereich kommt das Interieur daher. Moderne weiße Leuchten hängen von der weißen Decke, umgeben von roten Wänden.
Nanu, auf den roten Wänden sind ja weiße Flecken?! Diese Flecken entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als auf die Wand gemalte Umrisse von allen möglich Gegenständen, die man in einer Trattoria erwarten würde: Töpfe, Pfannen, Pfeffermühlen, Wasserkessel, Messer, Katze, Knoblauch…
Mit einer aufwändigen Folientechnik angebracht und inszeniert. Der Blick wird durch Sitznischen gelenkt, die dann wie Bilderrahmen funktionieren.

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Hat man sich erstmal ausreichend umgeschaut, fällt der Grund des Hierseins spontan ein: Speisenverzehr! Nun würde gerne der Blick auf eine Speisekarte gelenkt werden, diese allerdings wird zunächst nicht gereicht. Der Kellner ist ja beschäftigt (der Koch hat uns daher zu unserem Tisch geführt) mit allerlei Weiterlesen