Für mich könnt´s heute Whisky regnen

Der Sturm fegte über den Alexanderplatz und sorgte für windige Gestalten, tosendes Gelächter, feuchtes Amüsement und angemessen durchnässte Kleidung. Tröstliche Tropfen reichte man den wackeren und sturmerprobten Probanten an der kleinen Bar, an der jener neue Talisker Storm, der im Rahmen der beinahe Sintflut beworben wurde.

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Die zauberhafte und charmante Wetterfee bediente jenen fatalen Hebel, mit dem sie die Stärke der Bestürmung regulierte und Wetter ausnahmsweise einmal nicht vorhersagte, sondern Weiterlesen

Der Wetterbericht lautet: Sturm im Whiskyglas

Wer hat in diesem opulenten Frühjahr nicht die Nase voll von der ewigen Sonnenscheinbelästigung, der Freibadüberdosis und der Biergartenlangeweile?

Am Freitag dem 24. Mai soll das Wetter ja schon wieder grauenvoll schön werden. Glücklicherweise eilen schottische Verbündete an den Alexanderplatz, um Berlin wenigstens örtlich vor dem Anblick sonnenbebrillter Hipster und sonnengebräunten Beinen auf dämlichen Flip Flops zu bewahren. Dann doch lieber einen Whisky im Sturm, einen Talisker im Orkan genießen.

Ab 15 Uhr wird am Berliner Congrass Center (bcc, Alexanderstr. 11, 1078 Berlin) der Sturm losbrechen. Auf der schottischen Insel Skye gibt es nicht nur feinen Whisky zu trinken, es herrschen dort auch gerne stürmische Witterungsbedingungen. Mit Hilfe eines eindrucksvollen Wettersimulators lässt das Team von Talisker  ein freudvolles Unwetter über den Alex ziehen und sucht dabei wackere Unerschrockene, die sich den Taifunbedingungen stellen.

Skye - Die Ruhe nach dem Storm

Skye – Die Ruhe nach dem Storm

Mit sonnig strahlendem Lächeln wird die sympathische RTL-Wetterfee, Maxi Biewer, die Tapferen begrüßen, die sich mit Schottennerz und diversem Regenschutz ausstaffieren lassen und ins Auge des Orkans blicken, sprich: Die Wettermaschine betreten, um stürmischen Winden und peitschendem Regen zu trotzen. Maxi Biewer bedient dabei Weiterlesen

Jut jejodelt? Hauptstadt Hofbräu

Derzeit scheint Berlin ein einziger chaotischer Kleiderschrank zu sein. Vermutlich völlig unpassend zur aktuellen Bekleidungsumtriebigkeit mit der Modemessenmischpoke mittagass ich im Hofbräu inmitten der lederbehosten und bedirndlten Service-Brigade.

Der Bau am Alexanderplatz war zu DDR-Zeiten ein riesige Zentralkantine für die umliegenden Büros, genannt „Fresswürfel“. Heute bietet der Bau noch immer reichlich Raum und somit Platz für ca. 1.600 Gäste auf zwei Etagen. Auffangpotenzial für etliche Busladungen von Touristen, denen es womöglich egal ist, in welchem Teil Deutschlands sie mit Gamsbart und Blasmusik in Berührung kommen.

Es kann nur einen geben. Daher darf das Hofbräu Berlin nicht als Hofbräuhaus in Erscheinung treten. Da zeigt sich das bajuwarische Stammhaus unnachgiebig. Am Ende mag man sich wohl doch abgrenzen von dem Gebaren nördlich des Weißwurstäquators, wo nun mal „Watt willste?“ statt „Wos wuist?“ gesprochen wird.

Gleich gibts was auf den Deckel

Mit großen Vorurteilen behaftet wagte ich mich in die Höhle des Aloisius, jenes Dienstmanns auf der Wolke, der tatsächlich das Geschehen im Inneren überblickt. Die Furcht basierte auf diversen ungnädigen Berichten, aber auch auf Ankündigungen, die die Anwesenheit von Antonia aus Tirol, Weiterlesen

Bierbrunnen (Mitte)

Hot town, summer in the city. Zwei Stunden geredet, Vortrag zum Alexanderplatz. Durst, Hitze. Man möchte sich förmlich in einen Brunnen stürzen. Anita Ekberg hat hier deutliche optische Vorzüge, mit denen ich DSC02864nicht konkurrieren mag, daher wähle ich den „Bierbrunnen“, im Berlin Carré.

Dieses Berlin Carré fasziniert mich. Ein Biotop mit Menschen, die tatsächlich am Alexanderplatz wohnen. Wer nicht glauben kann, dass der Alexanderplatz eine Wohngegend ist, der gehe hierher und spüre einen Hauch von Hauptstadt der DDR. Zeitzeugen mit spannenden Geschichten. Oftmals sind das für meine Recherchen zu Stadtrundgängen die interessantesten Gesprächspartner, die vor kuriosen Erzählungen nur so sprudeln. Aber zurück zum Bierbrunnen.

Ostberliner Befindlichkeiten begegnen sich am Tresen. Ein solider Kümmerling-Trinker beschimpft den unauffälligen Zeitgenossen am Daddelautomaten und gegen 16 Uhr kommt Uwe, der jeden Anwesenden persönlich begrüsst, auch den unbekanntesten. Täglich ist ab zehne jeöffnet, Sonntags ab 16 Uhr.

manne und kalle„Na, Kalle, nochn Bierschönn?“ kommt die Frage der liebenswerten Tagsüber-Bediendame vom Tresen. „Ach, mach noch zweeje!“ gibt Kalle zurück. Das zweite wird für Manne sein, der mit am Tresen hockt und den Kopf noch immer schüttelt.

Nicht über die juhu-juxigen Sprüche, die allerorten verzeichnet sind, wie „Nüchtern siehst Du furchtbar aus,“ oder „Homedrinking kills Gastwirt“. Nein, ich bin es, dessen Habitus die beiden nicht goutieren können. Weiterlesen

Shiro I Shiro (Mitte)

Die längste Tafel Berlins. Bis zu 56 Gäste können an der langen Tafel im „Weißen Schloß“ Platz nehmen und ungewöhnliche Kreationen mit asiatischem Einfluss probieren.

Leider nicht mehr lange. Wer den aufregenden Raum in klarem Weiß, mit Preußisch Blau gemischt, noch erleben möchte, hat nur noch bis Ende Mai 2009 dazu Gelegenheit.
Dann schließt das Schloss seine Pforten.

Schade. Doofe Wirtschaftskrise. Wieder ein optisch-kulinarisches Highlight weniger in Berlin.

Rosa-Luxemburg-Straße 11, 10178 Berlin-Mitte
http://www.shiroishiro.com

Spirituosen Wolfgang Koch (Mitte)

Der Alexanderplatz und ein kleines Geschäft mit 50-jähriger Familiengeschichte – geht das zusammen?
Es geht tatsächlich und zwar im Berlin Carré.
Berlin Carré? Das ist eine Art Markthalle an der Karl-Liebknecht-Straße. Auch das Kabarett Syndikat befindet sich hier im Hause.

Von außen ist das Carré am besten durch den bekannten Burger-Brater mit dem goldenen M wahrzunehmen (hat da gerade jemand „ach sooo…“ gesagt?)
Im Inneren wehrt man sich aber auf sozialistische Art und Weise gegen die kapitalistische Übernahme. Im Obergeschoss findet sich tatsächlich noch ein Supermarkt mit DDR Produkten. Wer braucht noch Tempo-Linsen oder Weiterlesen