Zweiter Blick im Tabakladen – Whisky in Kreuzberg

Auf den ersten Blick ein kieziger, kauziger Tabakladen. Mit den Gauloises gibt es einen nachbarschaftlichen Kreuzberg-Plausch (Wetter, Krankheiten, 1. Mai, Döner, Currywurst, Schönefeld). So vollzieht sich der bewährte Kreuzberg-Kiez-Rythmus in einer der Seitenstraßen der belebten Wiener Straße.
Bis, ja bis der erste seriöse Whiskyinteressent des Weges kommt. Der Chef wird alert und kümmert sich begeistert um die -am liebsten schottischen- Belange. Der Azubi verrichtet derweil die Tabakdienste.
Ein wandelndes Whiskylexikon im Heavy-Metal-Look wird Sie hier beraten und es ist nicht unwahrscheinlich, dass Sie mit mindestens einer Flasche mehr den Laden verlassen, als Sie eigentlich beabsichtigt hatten.

Kreuz Berg WhiskyDie Auswahl ist riesig, weitaus mehr als das, was man auf den ersten Blick im Ladenlokal wahr nimmt. Zahlreiche Raritäten sind verfügbar und stets blüht eine freudige Überraschung, wenn der Meister eine Idee hat, in den hinteren Katakomben verschwindet, um mit einer ganz besonderen Flasche zurückzukehren. Weniger Rares ist in der Regel sehr fair bepreist. Das Sortiment Weiterlesen

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Weisse Hunde soll man nicht…trinken!?

Marlene Dietrich bezeichnete einmal ihre Schauspielerkollegin Tallulah Bankhead als „die unmoralischste Frau, die jemals gelebt hat“. Die letzten Worte der exzentrischen Dame lauteten: „Cordeine….Bourbon“.

Ich selbst hatte vor wenigen Tagen das außerordentliche Vergnügen, nicht einen letzten, sondern einen ersten Bourbon Whiskey zu probieren.

Der Wunsch nach Cocktails trieb mich wieder einmal in die Triobar, in der ich die illustre Schar der üblichen Verdächtigen wähnte, was sich als Irrtum herausstellte. So genoss ich das Privileg, mit Mr. Triobar plaudern, fachsimpeln und probieren zu dürfen. Einige interessante Neuheiten sowie köstliche Raritäten kamen dabei ins Glas.

Besonders spannend für mich war, erstmalig einen ungelagerten,jungen

Flüssiger Weisser Hund

Flüssiger Weisser Hund

Bourbon verkosten zu können, der niemals ein Holzfass von innen sah. „Less than one day old“ vermerkt ein Schriftzug.

White Dog nennt sich das junge Destillat, bevor es in die Eichenfässer wandert. In USA gelten Weiterlesen

Drei Antworten auf einen missratenen Tag

Jeder der dienstleistet oder freiberufelt kennt womöglich das Phänomen eines Auftraggebers, dessen Manieren, Intellekt und Körpergeruch versagen, um den Tag und die Laune zu verderben.

Unwillig, mit meiner miesen Laune die Welt und die Gaststätten Berlins zu belästigen, suche ich Ablenkung in den eigenen vier Wänden mit Wein, Weib und Gesang, a.k.a. Fussball-WM mit Bier, Katrin Müller-Hohenstein und

Grün ist die Farbe der Hoffnung

Grün ist die Farbe der Hoffnung

Getröte. Eine selten dämliche Idee, gerade heute. Da sitze ich also mit einem schalen Bier und muss diese Frau ertragen („…das wollte ich auch gerade fragen, Olli…“), deren obere und untere Zahnleisten anscheinend zusammengeklebt sind. Sie spricht und unterbricht mit geschlossenem Kiefer. Ein sonderbares Phänomen, was heute leider auch den durchaus begabten Fan-Reporter traf/unterbrach: „Nein, ihr redet jetzt nicht weiter…jetzt kommt der Beitrag, denn XY hat sich damit so eine Mühe gegeben!“

Die Veranstaltung unter dem Motto: „Die Welt zu Gast bei Tröten“ verleidet die große Ball-Gala auf das unermessliche, auch wenn heute ein spanischer Schiedsrichter angemessen bemüht war, fröhliche Farbe ins Spiel Sauerkraut-Bohnensuppe zu bringen. Die Gurkensandwich-Truppe aus England gab mir danach den Rest.

Was also hilft gegen einen erbärmlichen, einen gebrauchten Tag?

95 proof

95 proof

So hat es funktioniert: 1. Ein Glas von meinem aktuellen Lieblings-Bourbon, dem Black Maple Hill, 95 Proof.

2. Eine der schönsten Zeilen des unvergleichlichen Heinrich Heine: „Wenn Du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen“ aus dem Gedicht „Leise zieht durch mein Gemüt“.

3. Fußball-Gesänge einmal anders zu Gehör gebracht. Good old Johnny Cash.

And a good night to all of you.

Finest Whisky (Schöneberg)

Der Eingangsbereich ist ganz schmal, so dass man leicht daran vorbei laufen kann. (Vor allem, wenn man zügig auf dem Weg in die benachbarte Green Door Bar ist.) Der Eintritt lohnt sehr, vor allem für Whisky-Freunde.

Obwohl es diesen Spirituosenladen erst seit Herbst 2008 gibt, findet sich im DSC02500Inneren eine fantastische Auswahl an erlesensten Tropfen. Auch spannende Raritäten, die andernorts bereits ausverkauft sind, füllen die Regale. Ich meine, locker 30 verschiedene Abfüllungen von Port Ellen gezählt zu haben und selbst die alten Abfüllungen von Macallan sind reichlich vertreten.
Die Präsentation der Flaschen auf sehnswerten dicken Holzbalken erstreckt sich durch drei(!) Räume.

Etliche der besten unabhängigen Abfüller und Serien ergänzen die Standard-Abfüllungen. So viele Flaschen von „Duncan Taylor“ habe ich selten auf einmal zu sehen bekommen. Von Jack Wiebers sind mehrere Serien vorhanden (Scottish Castles, Cross Hill, Old Train Line, etc.) usw. Umfangreich Weiterlesen

Big Market Spirituosen (Neukölln)

Das „big“ ist hier nicht übertrieben. Dies ist kein Laden, es ist eine Halle. (Und einige verzückte Fans würden es womöglich als Tempel bezeichnen.)

Über 8.000 verschiedene Spezialitäten werden hier Angeboten. (Ich habe sie nicht gezählt, aber ich vertraue der mündlichen Überlieferung des Personals.)
Ein Blick durch die Champagner-Regale lässt mich nach dem prickelnden Vergnügen lechzen. (Frei nach W.Busch: „ach wie lieblich perlt die Blase, der Witwe Klicko in dem Glase“)

Aber: das schottische Wasser des Lebens regiert. Jeden Monat gibt es attraktive Sonderangebote, auch darf verkostet werden.
Aus den zahlreich vorhandenen Raritäten hat man kurzerhand ein Whisky-Museum gestaltet. Und tatsächlich: so einiges, was hier ausgestellt wird, ist sonst nicht ohne weiteres zu finden.
Besonders stolz ist man hier auf die Tatsache, auch schon das englische Königshaus beliefert zu haben.

Buckower Damm 86, 12349 Berlin
www.big-market.de