Soso, Weltmeister also

Fein, prima, geschafft, daisses, hurra, schwarz-rot-gold und dann auch noch Helene Fischer. Eine tolle WM, guter Fussball. Aber bleibt mir vom Leib mit gedrängten Massenveranstaltungen. Zufällig geriet ich in das Großaufgebot der Gratulanten und seltsam gewandeten Jubelgestalten.

 

Drei Antworten auf einen missratenen Tag

Jeder der dienstleistet oder freiberufelt kennt womöglich das Phänomen eines Auftraggebers, dessen Manieren, Intellekt und Körpergeruch versagen, um den Tag und die Laune zu verderben.

Unwillig, mit meiner miesen Laune die Welt und die Gaststätten Berlins zu belästigen, suche ich Ablenkung in den eigenen vier Wänden mit Wein, Weib und Gesang, a.k.a. Fussball-WM mit Bier, Katrin Müller-Hohenstein und

Grün ist die Farbe der Hoffnung

Grün ist die Farbe der Hoffnung

Getröte. Eine selten dämliche Idee, gerade heute. Da sitze ich also mit einem schalen Bier und muss diese Frau ertragen („…das wollte ich auch gerade fragen, Olli…“), deren obere und untere Zahnleisten anscheinend zusammengeklebt sind. Sie spricht und unterbricht mit geschlossenem Kiefer. Ein sonderbares Phänomen, was heute leider auch den durchaus begabten Fan-Reporter traf/unterbrach: „Nein, ihr redet jetzt nicht weiter…jetzt kommt der Beitrag, denn XY hat sich damit so eine Mühe gegeben!“

Die Veranstaltung unter dem Motto: „Die Welt zu Gast bei Tröten“ verleidet die große Ball-Gala auf das unermessliche, auch wenn heute ein spanischer Schiedsrichter angemessen bemüht war, fröhliche Farbe ins Spiel Sauerkraut-Bohnensuppe zu bringen. Die Gurkensandwich-Truppe aus England gab mir danach den Rest.

Was also hilft gegen einen erbärmlichen, einen gebrauchten Tag?

95 proof

95 proof

So hat es funktioniert: 1. Ein Glas von meinem aktuellen Lieblings-Bourbon, dem Black Maple Hill, 95 Proof.

2. Eine der schönsten Zeilen des unvergleichlichen Heinrich Heine: „Wenn Du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen“ aus dem Gedicht „Leise zieht durch mein Gemüt“.

3. Fußball-Gesänge einmal anders zu Gehör gebracht. Good old Johnny Cash.

And a good night to all of you.

Letztmalig: Schale und Becher in Berlin

Teller und Pokal in der Hauptstadt. Diese Meldung wird es lange Zeit nicht mehr geben: „Meisterschale und DFB-Pokal in Berlin!“

Mit der tattrigen Greisin „Hertha“ hat das fürwahr nix zu tun. Alleine der letzte Spieltag mit Meister Bayern und der Austragungsort für das DFB Pokalendspiel ermöglichen dieses gleichzeitige „Double“ in einer nationalen Metropole mit ausschließlich zweitklassigem Fußball.

Empfohlen sei daher ein Gang ins rote Rathaus, wo bis zum Pokalendspiel am nächsten Samstag, der DFB Pokal für jedermann zu besichtigen steht (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Himmelfahrt von 10 bis 17 Uhr).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ansonsten sind die höheren Weihen von König Fußball für die plebejische Hertha in weite Ferne gerückt. Holzklasse statt Königsklasse, Bollerwagen nach Bielefeld statt Lufthansa nach Liverpool.

Einige sagen, das kann nur an dem dämlichsten Fan-Lied Weiterlesen