Berlin ist Weltklasse. Und manchmal sogar World Class

„World Class changed my life!“ Mit diesen Worten fasst Erik Lorincz seinen Erfolg bei dem Wettbewerb im Jahre 2010 zusammen, der als inoffizielle internationale Weltmeisterschaft der Bartender gilt, die Diageo World Class. 2012 betreute der Barchef der American Bar des Savoy Hotels in London viele der Vorausscheidungen als Vortragender und Juror und beriet und bewertete die teilnehmenden Bartender rings um deren Rezepturen und Präsentationen. Ich hatte damals das Privileg, als Jurymitglied, gemeinsam mit Erik und Christina Schneider, eine Berlin-Qualifikation zu bewerten. Ein feiner Moment zwischen Herausforderung, Konzentration und Vergnügen!

Nun erfolgte der Startschuss für die Neuauflage der Diageo World Class in der neuen Saison und auch in Berlin gingen einige hochqualifizierte und talentierte Bartender an den Start, um die Herausforderung anzunehmen, sich durch die anspruchsvollen Aufgaben und Runden zu kämpfen, schütteln und rühren.

Die erste Herausforderung bestand zunächst darin, die Regeln halbwegs zu begreifen. Mir persönlich gelang dies nur mittelmäßig und auch die befragten Fachleute berichteten zaghaft von „Es geht um Retro Chic“ und „Irgendwas mit Vintage und Essen“. Stichworte wie ´Hollywood´ und ´König Whisky´ fielen ebenfalls.

World Class in der Schwarzen Traube

World Class in der Schwarzen Traube

International sind die Bartender aufgerufen, sich der Qualifikation zu stellen, die in ´Burst 1´ und ´Burst 2´ aufgeteilt ist. Eine Übersetzung mit Explosion, Durchbruch oder Salve liegt mir gerade nicht sehr Nahe, daher nenne ich es einfach ´Staffel´. Die zweite Staffel steht just bevor (wer noch teilnehmen mag, sollte sich sputen!), Staffel 1 wurde zum Jahresende 2012 ausgefochten und zu diesem Anlass wurde eine muntere Runde kulinarischer Berichterstatter eingeladen, um einige der Bewerber in Berlin zu testen.

Die Bewerber hatten sich zuvor für eine Basis Spirituose aus dem Diageo Sortiment entschieden und die Wahl wirkte sich auf die Herausforderung aus. Mit Tanqueray Ten war eine andere Herausforderung verbunden, als mit Ron Zacapa oder Johnnie Walker. Danach galt es, den Drink zu bewerben, sei es in der Bar selbst, in sozialen Netzwerken oder den Medien, und einen strengen Diageo Repräsentanten mit Drink und Präsentation zu überzeugen.

Die fünf Drinks, die uns vorgesetzt wurden waren allemal ungewöhnlich und bemerkenswert und auch wir sollten Bewertungsbögen ausfüllen. Einige Tage später wurden die offiziellen Ergebnisse verkündet und zwei unserer Kandidaten schafften den Einzug in die nächste Runde. Ein Ergebnis, was ich tatsächlich aus vollem Herzen und Gaumen unterschreiben möchte.

Atalay Aktas servierte uns in der Bar „Schwarze Traube“ einen köstlichen Drink namens „Dark Whisperings“, den er aus Zacapa XO, Dattelsirup, Walnussgeist, Chocolate Bitters und Whisky Barrel Aged Bitters komponierte. Dazu wurde eine Dattel serviert, mit Walnuss gefüllt und mit Grand Marnier karamellisiert. Anschließend serviert in einem Pastrami Mantel. Köstlich und viel zu rasch vergriffen.

King Walker´s Highland Punch

King Walker´s Highland Punch von Cordula Langer

Die letzte Station auf der Tour hielt ein weiteres Highlight parat, als in der Bar Lebensstern Cordula Langer ihren köstlichen King Walker´s Highland Punch kredenzte. Eine gehaltvolle Komposition aus 7 cl Johnnie Walker Platinum Label, Grapefruitsaft und Honigsirup. On top kommt Himbeerespuma und ein Hauch Muskat.

Dazu servierte Cordula ein Dessert-Glas mit dem Espuma oben, mit Himbeere unten und in der Mitte ersetzte, bzw. ergänzte eine Art Müsli-Crumble die Gerste des Whiskys.

Diese beiden Kandidaten schafften verdient die Qualifikation für die nächste Runde. Ich bin mir dennoch sicher, dass es sehr knapp war und dass wir in Staffel/Burst 2 womöglich auch von den unterlegenen Teilnehmern noch hören könnten, wenn sie die nächste Chance wahrnehmen.

Weitere Qualifikanten der ersten Staffel sind in der facebook Präsenz des Wettbewerbs zu finden: World Class GSA auf facebook.

Einen Einblick in das Regelwerk des „Irgendwie Retro“ Wettbewerbs mit fand ich in deutscher Sprache nicht auf Anhieb, daher hier der Link zu den Anforderungen für UK.

Nun bin ich gespannt auf die nächste Staffel mit Ketel One, Don Julio und Single Malt. Wenn es Kreativitätsweise so weitergeht, wie gerade erlebt, steht den Berliner Bargängern ein vergnügliches Frühjahr bevor.

Ich bekomme jetzt schon Durst auf Burst 2.

(Aus diesem Grunde erfolgte das Verfassen dieses Berichts unter dem Einfluss eines ´Norman Conquest´, dem Drink, den Erik Lorincz zu seinen World Class Präsentationen 2012 präsentierte.)

Norman Conquest

1 oz. Talisker 10 yo

1 oz. Calvados

1 oz. Antica Formula

3 Dashes Angostura Bitters

1 Teelöffel Zuckersirup

Im Rührglas auf Eis rühren und in einen Tumbler mit Eis geben. Garnitur: Orangenzeste.

(Anmerkung: Der Verfasser dieser Zeileln hält die Unze für das idealste aller Barmaße, daher das Rezept in oz.)

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