Der Morgen nach der Nacht zuvor…schreit nach Bloody Mary!

Tomatensaft schmeckt nicht nur im Flugzeug gut. Auf dem Boden sollte man allerdings etwas Alkohol beimengen.

Der so gefüllte Kelch geht dann zum Brunnen, bis er bricht? Nun gut, jedenfalls geht es auf in die Brunnenstraße in Berlin Mitte.

I go back to red

Zumindest immer dann, wenn zwei positiv verrückte Bartender ihre abgefahren schmackhafte Pop-Up-Bar dort installieren und sich als Meister der Improvisation der Köstlichkeit betätigen.

Zwei Mal bereits galt das Motto dem zweitwichtigsten aller Hangover Drinks, der Bloody Mary. (Eine Prairie-Oyster-Party würde vermutlich nicht so ideal funktionieren.) Tomatensaft, Gewürze (Worcester, Tabasco, Salz, Pfeffer, u.ä.), ach ja: und Vodka. Im Ausschank: Diverse Variationen der Blutigen Marie (beispielsweise mit Mezcal), ansonsten Champagner. Das essenstechnsiche Begleitprogramm wechselte und enthielt beispielsweise Austern, Hummer und bei der Premiere einen wirklich hervorragenden Braten. Der Künstler am Hummer-Topf im Februar verdient allerhöchste Anerkennung. Perfekt gegart, butterzart und von höchster Qualität. So bekommen wir Hummer in der Hauptstadt ganz selten auf die Teller.

Ladies in red

Und wie passend doch eine Bloody Mary dazu funktioniert. Gerne auch in der Gin Variante mit Tanqueray, dem Red Snapper.

Die Erfindung des Drinks ist nicht ganz geklärt, wobei die meisten Quellen ihn auf Fernand „Pete“ Petoit zurückführen, der 1921 als Bartender in Harry´s New York Bar in Paris das Elixir kreierte, bei dem er Vodka und Tomatensaft zu gleichen Teilen vermengte. Von da an nahm die Geschichte ihren Lauf, in der unzählige Zutaten den Cocktail irgendwo zwischen Hangover Drink und Gazpacho definierten.

Die Namensgeberin scheint auf den ersten Blick eindeutig oder auch nicht. Da hätten wir Mary I. von England und Irland. Tochter (und dann Thronerbin) aus der ersten Ehe des lustigen Heinrich VIII., der dazu neigte, seine ehetechnischen Fehlentscheidungen, mitunter durch Hinrichtung zu bereinigen. Die väterlichen Gene übertrugen sich wohl auf die Tochter, die – als brave Katholikin – Protestanten hinrichten ließ, was zu dem Beinamen der blutigen Maria führte.

Ein andere These führt den Namen zurück auf eine Kellnerin mit Namen Maria in einer Bar in Chicago namens „Bucket of Blood“. Und wenn es jetzt noch stimmt, dass diese Maria später die vierte Ehefrau von Ernest Hemingway wurde, dann ist die Legende doch angemessen verworren.

So verworren, dass wir bald wieder einen frischen Drink benötigen. Am besten wieder in der Brunnenstraße. Der geheimnisvolle Ort ist übrigens gänzlich zivil. Sogar Civilist! Uniformierte gibt´s gegenüber in der Polizeistation. Und mit etwas Glück, gibt es schon bald die nächsten gefüllten Gläser, die nächsten schmackhaften Leckereien und die nächte merkwürdige Meute, die sich darauf einlässt. Wieder Bloody Mary? Wir werden sehen. Vielleicht überrascht uns ja ein gänzlich anderer Saft.

Red, red wine?
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2 Kommentare zu “Der Morgen nach der Nacht zuvor…schreit nach Bloody Mary!

  1. richensa sagt:

    Wohl bekomm’s! Diese Variation hört sich auf alle Fälle besser an, als diejenige, die ich einmal probiert habe und mir so gaar nicht mundete…

  2. karu02 sagt:

    Ich wusste gar nicht, dass so viel Geschichte mit einem Drink verbunden sein kann. Danke für die Aufklärung.

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