Der Morgen nach der Nacht zuvor…schreit nach Bloody Mary!

Tomatensaft schmeckt nicht nur im Flugzeug gut. Auf dem Boden sollte man allerdings etwas Alkohol beimengen.

Der so gefüllte Kelch geht dann zum Brunnen, bis er bricht? Nun gut, jedenfalls geht es auf in die Brunnenstraße in Berlin Mitte.

I go back to red

Zumindest immer dann, wenn zwei positiv verrückte Bartender ihre abgefahren schmackhafte Pop-Up-Bar dort installieren und sich als Meister der Improvisation der Köstlichkeit betätigen.

Zwei Mal bereits galt das Motto dem zweitwichtigsten aller Hangover Drinks, der Bloody Mary. (Eine Prairie-Oyster-Party würde vermutlich nicht so ideal funktionieren.) Tomatensaft, Gewürze (Worcester, Tabasco, Salz, Pfeffer, u.ä.), ach ja: und Vodka. Im Ausschank: Diverse Variationen der Blutigen Marie (beispielsweise mit Mezcal), ansonsten Champagner. Das essenstechnsiche Begleitprogramm wechselte und enthielt beispielsweise Austern, Hummer und bei der Premiere einen wirklich hervorragenden Braten. Der Künstler am Hummer-Topf im Februar verdient allerhöchste Anerkennung. Perfekt gegart, butterzart und von höchster Qualität. So bekommen wir Hummer in der Hauptstadt ganz selten auf die Teller.

Ladies in red

Und wie passend doch eine Bloody Mary dazu funktioniert. Gerne auch in der Gin Variante mit Tanqueray, dem Red Snapper.

Die Erfindung des Drinks ist nicht ganz geklärt, wobei die meisten Quellen ihn auf Weiterlesen

Connaught Bar, Mayfair

Für Martini-Liebhaber bleibt London die Metropole Number One. Ein weiterer Ort großartiger Trinkkultur versteckt sich im eleganten Connaught Hotel in Mayfair.

Bei Hotelbars in Deutschland bin ich extrem skeptisch und kann zuweilen von unsäglichen Drinks, mittelmäßig geschultem Personal und ratlosem gepansche berichten. London will mich eines Besseren belehren? Pah! Was gebe ich auf Titel und Auszeichnungen wie beispielsweise: Diageo Reserve World Class Bartender of the Year 2010; World’s Best Hotel Bar 2010; International Bartender of the Year 2010? Ich weiß nicht recht….

mondäne Klassik trifft nacktes Eisen

mondäne Klassik trifft nacktes Eisen

Barchef (bzw. Bar Head Mixologist) Agostino Perrone kümmere sich um unser Wohl an jenem Abend. Und er tat dies großartig. Es gibt zwei Bars in diesem Hotel. Eine sehr klassisch-konservative und diese hier, die ein faszinierendes Design aufweist, in einer Kombination aus British Club und Industrial, klassische Ledersessel und kunstvolle Stahlrohre.

Als erstes erhält jeder Gast einen „Gruß von der Bar“. Amüsante Grüße aus Küchen sind bekannt, der Gruß der Bar, hier in Form eines Mini-Cocktails in einen sehr schlanken hohen Gläschen,  war mir neu. Weiterlesen

Born to drink European

Sonnenuntergang über Berlin. Welchen wundervollen Ort wollen wir heute aufsuchen, um dem Szenario beizuwohnen? Lietzenseepark? Hoppetosse? Warschauer Brücke? Nein, heute soll es der Kreuzberg sein. Rasch noch eine Flasche Rotwein eingesteckt, damit es ein doppelter Genuss wird.

Belle Alliance - Mein Wein und ich

Belle Alliance - Mein Wein und ich

Oben angekommen zeigt sich schnell, diese Idee hatten außer uns nur ungefähr acht Dutzend andere Leute. Sie alle blicken romantisch seufzend gen Westen, allerdings nicht ohne vorher eine Flasche Wein, Bier, Limonade oder ein TetraPak mit gruseligem Inhalt – „Wein aus verschiedenen Europäischen Anbaugebieten“ – geöffnet zu haben.

Ab und an gesellen sich US-amerikanische Berlinbesucher dazu und erfahren so die getränketechnische Überlegenheit der alten Welt. Weil: Das ginge in USA so überhaupt gar nicht. Alkoholische Getränke in der Open-Air-Öffentlichkeit zu konsumieren ist dort ein Fall für den Staatsanwalt.

Beispiel New York. Neulich auf der Uferpromenade von Roosevelt Island. Ein cop  hat sich  bedrohlich vor einem älteren Mann aufgebaut, Hand an seinem Pistolenholster, breitbeinig. Wer ist der Mann? Mafia? Ein obszöner Entblößer? Ein Verwandter von Bin Laden? Nein, der eingeschüchterte Mitt-Sechziger entpuppt sich als niederländischer Tourist, der sich auf eine der Bänke am Ufer gesetzt hat – mit einer Dose BIER!

Wer nun meint, im Inneren von Lokalen wäre man sicher vor durstspezifischen Regularien, irrt. Vor allem am Sonntag Vormittag. Ganz New York geht heute zum traditionellen Brunch. Anders als bei uns hat Brunch dort nichts mit Buffet und all-you-can-eat zu tun, sondern ist im Wesentlichen ein ganz normales Frühstück, bei dem man lediglich länger in der Warteschlange vor dem Lokal verweilt, als zum essen darin. Nun haben die Amerikaner eine beneidenswert üppige Frühstückskultur (Eier auf 1001ne Art, Pancakes, Refill Coffee, Würstchen und Bacon, etc.) zu der sich originelle Variationen von Bloody Mary gesellen. Nur: Der Konsum derselben ist Sonntags vor 12 Uhr nicht gestattet. Es muß mein europäisches ich sein, welches ausgerechnet in New York, unbedingt jetzt, vor 12 Uhr,  eine Bloody Mary oder ein Glas Prosecco konsumieren möchte. Nix da!

Unglaublich unlustig rühre ich kurze Zeit später mit einer Selleriestange in einem Glas Tomatensaft herum. „Selbstverständlich können Sie gerne die alkoholfreie Version unseres Bloody Mary bestellen….“ verkündet der Kellner amerikanisch-heiter. Im Nachhinein kommt mir sein Lächeln ziemlich zynisch vor.

Beim Bummel durch einen Park in Brooklyn stoße ich auf weitere trinkrelevante Ermahnungen:

Kannte ich diesen Slogan nicht irgendwie anders?

Kannte ich diesen Slogan nicht irgendwie anders?

Und dann kam der Moment, an dem ich selbst so gerne zum Outlaw geworden wäre. Weiterlesen

Blind Tiger (New York)

28 Biere vom Fass. Ist das nix? Kleinlaut muss ich gestehen, nicht alle probiert zu haben. Dazu kommen immerhin noch über 50 Flaschenbiere und Spezialitäten/Raritäten, wie blutiges Bier – eine Bloody Mary Variante mit….Bier, eben. Starkes Ale in einem Pint-Glas!

pa160253Es gab eine Zeit in den Staaten, in der der Alkoholkonsum erschwert wurde, noch vor der Prohibition. Sonntags durfte kein Alkohol ausgeschenkt werden, denn die Menschen sollten in die Kirche. Ausnahmen wurden nur für kulturelle und Bildungsveranstaltungen genehmigt.
Schlaue Wirte kulturveranstalteten daraufhin die Ausstellung vom „Blinden Tiger“, der für den Konsum von drei Drinks zu besichtigen sei. Diesen Code nutzt das Bierlokal als Namen.

Gemütlich hockt man auf Schemeln am Tresen oder am Fenster und ist pa160258beeindruckt von der Batterie von Zapfhebeln, die den langen Tresen entlanglaufen. Ein Anblick, der durstig macht.

Für die hungrigen gibt es Käseplatten von Murray´s, der ein paar Schritte die Bleecker Street hinunter seinen legendären Käseladen betreibt.

Einmal in der Woche gibt es, auch heute noch, kulturelle Veranstaltungen rund um´s Bier. Auch Sonntags, Amen!

Bleecker Street 281, 10014 New York

blindtigeralehouse.com/