Das hätte Grace Kelly nicht verdient – Die Grace Bar im Hotel Zoo

Anmut, Grazie, Liebreiz. „Grace“ hat so viele schöne Übersetzungsmöglichkeiten. Sie alle flüstern dem Barfly ins Ohr: „Hier bist du genau richtig!“ Großes Brimborium bei der Eröffnung. Hübsche Hostessen, strahlende Starlets, wundersame Wichtigtuer in rauen Mengen. Die gewaltige Veranstaltung mit 1000 Gästen setzte einen lauten Paukenschlag für die City-West. Sehr schön. Glanz, Glamour, und was man so dafür halten mag funkelte um die Wette und schlürfte Schampus. Ein Becker-Sohn, eine Westernhagen-Tochter und ein fantastischer Vier waren ebenfalls zugegen. Getrommel, Schlagzeilen, Karacho. Grace Bar Im Hause finden sich ebenfalls Restaurant und Bar mit ebenjenem Namen „Grace“, womöglich in Erinnerung an prominente Gästemomente zu besten Zeiten des alten „Hotel am Zoo“, als Grace Kelly und Sophia Loren hier verkehrten. Wie bewährt sich die Bar im Alltagsbetrieb? Kann es ein getränketechnischer Hotelbar-Hot-Spot auch für Berliner sein, wie es der Curtain-Club, die Monkey Bar oder die Bar am Steinplatz schafften?

Das Design ist schon einmal bemerkenswert. Geschickt werden die gewaltigen Raumhöhen inszeniert. Fensteroptik, nackter Backstein, Weiterlesen

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Möchtegern-Mythos-Macher? Waldorf Astoria in Berlin

Aura Berlin. Berühmte Berliner Luft. Großstadtlegenden und Goldene 20er. Damals der Slogan: „Du bist verrückt mein Kind, Du musst nach Berlin!“ Klang doch irgendwie netter, als „Be Berlin“, (was wohl sowieso von „Be Birmingham geklaut war“. Da ist sogar „I Amsterdam“ cooler).

Berlin ist arm dran. In mehrfacher Hinsicht. 80% der Stadt wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und der Wiederaufbau suchte Neues und nicht die Behutsamkeit des Bewahrens. Heute ist die Aura der Vergangenheit oft sehr willkommen, sie wird nur zuweilen eher mittelmäßig umgesetzt.

So strömen Besucher in den Friedrichstadtpalast, mit seiner eleganten Plattenbauweise à la aserbaidschanischer Rokoko. Das Adlon durfte vor geraumer Zeit gleichzeitig 10- und 100-jähriges feiern (erinnert sich noch jemand an den unterhaltsamen Prozess, als ein Kneipenwirt am Adenauerplatz, die Gerichtsverfahren um die Namensrechte gegen die mächtige Hotelkette gewann?). Das Kempinski am Kurfürstendamm hat lange gebraucht, eine Gedenktafel für die enteigneten jüdischen Gründer anzubringen. Das Lutter & Wegener am Gendarmenmarkt macht es noch recht schlau, die Aura von E.T.A. Hoffmann und Ludwig Devrient zu kultivieren, obwohl der Ort nicht der originale ist. Ein Aschinger ist wieder aufgetaucht. Gleich am S-Bahnhof Tiergarten hat sich derjenige, der sich die Namensrechte angeeignet hat, niedergelassen, um bemitleidenswerte Spaziergänger leidlich abzuspeisen und mit grellem blauen Licht zu terrorisieren.Immerhin bleibt uns somit das erbärmliche Hooters-Konzept erspart. (Heinz Horrmanns wundervolle Berichterstattung verführt mich jedoch heute noch zu lautem Gelächter!)

Wo sind originale Orte? Für den Admirals-Palast hätte die Stadt seinerzeit beinahe Abrissgenehmigung erteilt, nachdem Rene Kollo mit seinem Operettenkonzept versagte. Der Denkmalschutz kämpft stets gegen Windmühlen und leere Kassen. Am Kurfürstendamm hat 2011 Mövenpick seinen Standort aufgegeben (man möchte sich auf Raststättengastronomie konzentrieren) und übergab die wundervollen, historisch original erhaltenen Räume von „Mampes gute Stube des Westens“ an McDonalds. Immerhin haben die Fleischklops-Brater völlig unverhofft den alten Charme der Räume rudimentär beibehalten. (Ich berichtete damals auf der Explorise-Plattform unter dem Titel: McDenkmalschutz oder McAbrissbirne) , auch wenn nun verwirrte Teenager, vor Cheeseburger-Einwickelpapier, auf kaiserzeitliche Stukkaturen starren.

In diesem Umfeld geht nun 2012 also ein Waldorf Astoria an den Start. Zwischen Gedächtniskirche und Beate Uhse, bei Burger King und A&O Hostel. (In diesem Zusammenhang sei noch der benachbarte Dunkin´ Donuts boykottiert, der die legendäre Fussballkneipe „Hanne am Zoo“ verdrängt hat). Nun werden also Paris und Nicky Hilton die neuen Kinder vom Bahnhof Zoo. Die Exklusiv-Marke von Hilton errichtet das neue, höchste Gebäude in der City-West. Ein wenig Aufmerksamkeit wird der Gegend um den Bahnhof Zoo gut tun, gilt doch die Aufmerksamkeit derzeit, eher dem früheren Ostteil der Stadt.

Bei einer Baustellenbegehung für Journalisten gab es Ernüchterndes zu hören. So werden die obersten Etagen den teuersten VIP-Gästen vorbehalten sein. Die Hoffnung auf eine Sky-Bar löst sich in Wohlgefallen auf. Kulinarische Gäste bleiben im unteren Bereich. Schade. Wobei natürlich der bewährte Satz „Wir wollen auch Weiterlesen

The Piano has been drinking – Envy Bar

Wer möchte nicht ein wenig Musik in sein Leben lassen? Die Hope-Universität in Liverpool bietet immerhin einen Studiengang „Beatles“ an. Berlin verfügt hingegen seit kurzem über ein musikalisches Hotel, klangvoll gelegen zwischen mtv und Universal Music. Zwischen viva und der o2 Konzertarena.

Das stylische Hotel an der Spree mit seinem komplizierten Design, trendigen Gästen und bandrelevanten Besonderheiten verfügt zudem über eine bemerkenswerte Getränkeversorgung in der Envy Bar. Ob der Name von dem Song „Envy“ von Ash kommt? Immerhin gibt es dort Textzeilen wie: „Here´s a taste of the seven sins….you leave my mouth dry….I couldn´t get much higher….envy, envy, envy….“ Neid, Neid, Neid…

Die Envy-Bar platziert ihre beneidenswerten Gäste um einen runden Tresenbereich mit Sichtachsen, quer durch die Räumlichkeiten zwischen Rezeption und Restaurant. Diverse unterschiedliche Sitzgruppen bieten Plätze als diskrete Rückzugsräume oder öffentlichwirksame Bühne. Das Design von Karim Rashid ist Geschmackssache. Plastik-bunt erinnert so einiges an Weiterlesen

Connaught Bar, Mayfair

Für Martini-Liebhaber bleibt London die Metropole Number One. Ein weiterer Ort großartiger Trinkkultur versteckt sich im eleganten Connaught Hotel in Mayfair.

Bei Hotelbars in Deutschland bin ich extrem skeptisch und kann zuweilen von unsäglichen Drinks, mittelmäßig geschultem Personal und ratlosem gepansche berichten. London will mich eines Besseren belehren? Pah! Was gebe ich auf Titel und Auszeichnungen wie beispielsweise: Diageo Reserve World Class Bartender of the Year 2010; World’s Best Hotel Bar 2010; International Bartender of the Year 2010? Ich weiß nicht recht….

mondäne Klassik trifft nacktes Eisen

mondäne Klassik trifft nacktes Eisen

Barchef (bzw. Bar Head Mixologist) Agostino Perrone kümmere sich um unser Wohl an jenem Abend. Und er tat dies großartig. Es gibt zwei Bars in diesem Hotel. Eine sehr klassisch-konservative und diese hier, die ein faszinierendes Design aufweist, in einer Kombination aus British Club und Industrial, klassische Ledersessel und kunstvolle Stahlrohre.

Als erstes erhält jeder Gast einen „Gruß von der Bar“. Amüsante Grüße aus Küchen sind bekannt, der Gruß der Bar, hier in Form eines Mini-Cocktails in einen sehr schlanken hohen Gläschen,  war mir neu. Weiterlesen

Bloggin´ on the Ritz

Umberto Eco beschreibt in seiner wunderbaren Geschichte: „Wie man mit einem Lachs verreist“, seine Schwierigkeiten in einem Londoner Luxushotel, in dem das Computersystem ständig zusammenbricht und zudem sprachliche Schwierigkeiten die Klärung seines Problems verhindern. („Ich verlangte einen Advokaten und man brachte mir eine Avocado.“)

Er war aus Stockholm angereist, wo er einen Räucherlachs erworben hatte, den er zum Zwecke der Kühlung in dem Minibar-Kühlschrank in seinem Hotelzimmer aufbewahren wollte. Den Getränke-Inhalt der Minibar hatte er zuvor in einen der Schränke geräumt. Täglich aufs Neue liegt, wenn er sein Zimmer wieder betritt, der Lachs oben auf dem Kühlschrank und die Minibar ist wieder üppig neu befüllt. Am Ende hat er laut Computer acht Liter Gin und mehrere Hektoliter Veuve Cliquot  vertilgt.

Folgerichtig bemühen sich Hotels, gegenüber Menschen die gerne schreiben, klar zustellen, dass ihnen vergleichbares Unbill nicht droht und sie getrost anreisen können. Ob mit Lachs oder ohne.

Am vergangenen Dienstag lud das Ritz-Carlton Berlin am Potsdamer Platz eine muntere Schar illustrer Berlin-Blogger ein, um entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten. Eine feine Idee. Drei Wochen zuvor war eine mysteriöse Einladung ergangen, in der verraten wurde, der geheimnisvolle Mister RC würde den Blog begeistert verfolgen und gerne die Verfasser zu einer exklusiven Hausführung laden.

Mister RC habe ich nicht kennen gelernt, dafür gaben andere charmante Damen und Herren den anwesenden Bloggern einige faszinierende und genussvolle Einblicke in das Tun und Treiben und die Philosophie des Hauses und suchten den Austausch mit den verschiedenen Berichterstattern der 2.0 Lektüren.

Ich halte es für einen klugen Gedanken, wenn Hotels oder auch andere Unternehmen den Kontakt mit Weiterlesen

Pure Gold Bar (Bonn)

Da dachte ich doch: Es ist wahrlich nicht alles Gold, was glänzt! Schon gar nicht in Bonn!!

Und plötzlich entsteht dort aus dem Nichts heraus (so wie in Bonn wohl alles entsteht) ein Ultra-Luxus-Hotel mit fernöstlichem Anstrich samt Cocktail Bar. Auf der anderen, der falschen Rheinseite, in Oberkassel-Ramersdorf. Das Kameha Grand. Wow, wow, wowstens.

Das Kameha Grand verhält sich zu seinem Bonn ungefähr so, wie das Ritz-Carlton zu seinem Wolfsburg (nur ohne drei-Sterne-Restaurant). Dazu muss man Volkswagen durch Telekom ersetzen. Eine gewaltige gläserne

Kamehalle

Kamehalle

Halle, gen Fluss gerichtet, umbaubar für Feiern, Kongresse, Vorträge, hat am hintersten Eck eine stylische Bar geschickt eingefügt.

Und hier sitzt man nun, an einem langen schwarzen Tresen, umgeben von sehr schönem durchdachtem Design, mit unglaublicher Raumhöhe und blickt in eine dicke, weichbespannte goldene Karte, die auch als Kissen dienen könnte.

Die Karte führt einige sehr schöne Posten. So entdecke ich Fentiman´s Tonic und Ginger Beer. Wow. Sofort möchte ich erfahren, welche Drinks Weiterlesen

Küchenparty im Fischers Fritz

Es gibt eigentlich immer einen Grund für eine Party. Beispielsweise Tradition. Traditionell feiert das Team vom Fischers Fritz mit seinem Chefkoch Christian Lohse Anfang November eine Küchenparty, bei der es ein klein wenig unkonventioneller zugehen darf, als sonst im alltäglichen Geschehen eines Zwei-Sterne-Restaurants.

Alljährlich werden Küchenmeister ins Hotel Regent gebeten, die ein Gericht zur Feier beitragen, dazu kommen Winzer, die einen ihrer Weine passend zum jeweiligen Gericht abstimmen. Die Gäste der Veranstaltung bekommen eine Schürze ausgehändigt, dürfen dann die Küche stürmen und sich an den

Die eigentlich heiligen Hallen

Die eigentlich heiligen Hallen

verschiedenen Stationen Teller mit Köstlichkeiten erobern, um sie dann genussvoll zu verzehren, nicht ohne vorher festzustellen, dass eine dritte Hand für das Weinglas sehr sinnvoll wäre. So wird balanciert, durchgeschlängelt, probiert, geneckt und genossen. Zuweilen erweist sich im Gewimmel die Schürze als durchaus sinnvolle Maßnahme.

Grund für eine Party kann ein Preis sein. Beispielsweise die Verleihung des Titels „Berliner Meisterkoch 2009“ an Christian Lohse. Sicher haben es sich die anwesenden Kochkollegen nicht nehmen lassen, zu einer weiteren Auszeichnung zu gratulieren. Aus Berlin haben Marco Müller von der Weinbar Rutz und Weiterlesen