Take Five – Musik für den Gaumen bei Paco Pérez

Eine Bereicherung für alle Sinne und für Berlin: Das 5- Cinco by Paco Pérez im Hotel Das Stue in Tiergarten bereichert die wachsende Berliner Gourmetkultur auf ungewöhnliche und erfreuliche Weise. Unter der Patenschaft des spanischen Meisterkochs kocht das Team im Designhotel „Das Stue“ mit zeitgemäßer Kreativität und akkurater wie origineller Präsentation.

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Die Zahl Fünf bringt die Idee zum Ausdruck, das alle fünf Sinne im Rahmen eines Menüs angesprochen, stimuliert werden sollen. Auch der Raum trägt dazu bei. Glücklicherweise sind die Zeiten allmählich vorbei, in denen barocke Wandgemälde, schwere Vorhänge, womöglich mit Lilienmuster, und altbackene pseudo-royale Bestuhlung die Besucher der gehobenen Gastronomie umgibt. Modernes Design in Raum und Geschirr und professioneller Service, der mit angemessener Lockerheit auch mal einen Scherz über die Lippen bringt, so sieht zeitgemäßer, urbaner Genuss aus. Reinstoff, Facil, Restaurant Tim Raue oder Rutz Weinbar machen es vor. Glücklicherweise macht das Cinco mit.

Der Raum ist schön. Großzügig angelegt und doch intim, deutliche Lichtakzente und doch atmosphärisch abgedunkelt. Als zentraler Hingucker wirkt die kupferne Topf-Decke über der zentralen Tafel. Rings herum Weiterlesen

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Berlin isst und trinkt ausgezeichnet!

Es ist wieder soweit. Die alljährlichen Veröffentlichungen der großen Restaurant-Führer begleiten das letzte Herbstlaub und so, wie es Blätter rieselt, rieselt es Sterne, Punkte und Hauben an die Herde der Küchenkünstler.

Heute war zunächst der bewährte Guide Michelin an der Reihe und sorgte dafür, dass Deutschland mit nunmehr 11 Drei-Sterne-Restaurants (das Restaurant „Überfahrt“ in Rottach-Egern mit Chefkoch Christian Jürgens stieß neu in die Riege der Drei-Sterner hinzu,) seinen kulinarischen Ruf eindringlich verbessert.

Insbesondere auf den Reisen in meine Lieblingsstädte New York und London, begleiten mich stets die City-Editionen des Guide Michelin. Sie sind hervorragend geschrieben, ausführlich bebildert und sogar als Stadtführer bestens geeignet. Für Berlin ist eine solche Ausgabe wohl noch Zukunftsmusik, dennoch kann sich die Hauptstadt an der Spree im Reigen der urbanen kulinarischen Hochburgen durchaus sehen lassen.

Zwei Champagner auf das Facil!

Zwei Champagner auf das Facil!

Besonders freut mich, dass Michael Kempf im Restaurant „Facil“ den zweiten Stern zugesprochen erhielt. Ich bin seit Jahren ein großer Fan seiner Kochkunst (was ja auch in diesem Blog das eine und andere Mal zum Ausdruck kam) und gratuliere daher von Herzen.

Pauly Saal

Pauly Saal

Drei neue Ein-Stern Adressen kommen neu hinzu. Das „Les Solistes“ im Waldorf Astoria Hotel, konzipiert von Pierre Gagnaire und kulinarisch geführt von Roel Lintermans, erhält ein funkelndes Element des Nachthimmels. Ebenso erhalten einen Stern das „5 – cinco by Paco Pérez“ im Stue Hotel, wo avantgardistische Küchenkunst alle fünf Sinne ansprechen soll und der „Pauly Saal“ in Mitte, wo erst im April Küchenchef Michael Höpfl die Nachfolge von Siegfried Danler antrat.

Neben den Sternen empfiehlt der Gourmet-Guide des bewährten Reifenherstellers regelmäßig mit dem „Bib Gourmand“ die entspannten Feinschmecker Adressen mit Weiterlesen

Möchtegern-Mythos-Macher? Waldorf Astoria in Berlin

Aura Berlin. Berühmte Berliner Luft. Großstadtlegenden und Goldene 20er. Damals der Slogan: „Du bist verrückt mein Kind, Du musst nach Berlin!“ Klang doch irgendwie netter, als „Be Berlin“, (was wohl sowieso von „Be Birmingham geklaut war“. Da ist sogar „I Amsterdam“ cooler).

Berlin ist arm dran. In mehrfacher Hinsicht. 80% der Stadt wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und der Wiederaufbau suchte Neues und nicht die Behutsamkeit des Bewahrens. Heute ist die Aura der Vergangenheit oft sehr willkommen, sie wird nur zuweilen eher mittelmäßig umgesetzt.

So strömen Besucher in den Friedrichstadtpalast, mit seiner eleganten Plattenbauweise à la aserbaidschanischer Rokoko. Das Adlon durfte vor geraumer Zeit gleichzeitig 10- und 100-jähriges feiern (erinnert sich noch jemand an den unterhaltsamen Prozess, als ein Kneipenwirt am Adenauerplatz, die Gerichtsverfahren um die Namensrechte gegen die mächtige Hotelkette gewann?). Das Kempinski am Kurfürstendamm hat lange gebraucht, eine Gedenktafel für die enteigneten jüdischen Gründer anzubringen. Das Lutter & Wegener am Gendarmenmarkt macht es noch recht schlau, die Aura von E.T.A. Hoffmann und Ludwig Devrient zu kultivieren, obwohl der Ort nicht der originale ist. Ein Aschinger ist wieder aufgetaucht. Gleich am S-Bahnhof Tiergarten hat sich derjenige, der sich die Namensrechte angeeignet hat, niedergelassen, um bemitleidenswerte Spaziergänger leidlich abzuspeisen und mit grellem blauen Licht zu terrorisieren.Immerhin bleibt uns somit das erbärmliche Hooters-Konzept erspart. (Heinz Horrmanns wundervolle Berichterstattung verführt mich jedoch heute noch zu lautem Gelächter!)

Wo sind originale Orte? Für den Admirals-Palast hätte die Stadt seinerzeit beinahe Abrissgenehmigung erteilt, nachdem Rene Kollo mit seinem Operettenkonzept versagte. Der Denkmalschutz kämpft stets gegen Windmühlen und leere Kassen. Am Kurfürstendamm hat 2011 Mövenpick seinen Standort aufgegeben (man möchte sich auf Raststättengastronomie konzentrieren) und übergab die wundervollen, historisch original erhaltenen Räume von „Mampes gute Stube des Westens“ an McDonalds. Immerhin haben die Fleischklops-Brater völlig unverhofft den alten Charme der Räume rudimentär beibehalten. (Ich berichtete damals auf der Explorise-Plattform unter dem Titel: McDenkmalschutz oder McAbrissbirne) , auch wenn nun verwirrte Teenager, vor Cheeseburger-Einwickelpapier, auf kaiserzeitliche Stukkaturen starren.

In diesem Umfeld geht nun 2012 also ein Waldorf Astoria an den Start. Zwischen Gedächtniskirche und Beate Uhse, bei Burger King und A&O Hostel. (In diesem Zusammenhang sei noch der benachbarte Dunkin´ Donuts boykottiert, der die legendäre Fussballkneipe „Hanne am Zoo“ verdrängt hat). Nun werden also Paris und Nicky Hilton die neuen Kinder vom Bahnhof Zoo. Die Exklusiv-Marke von Hilton errichtet das neue, höchste Gebäude in der City-West. Ein wenig Aufmerksamkeit wird der Gegend um den Bahnhof Zoo gut tun, gilt doch die Aufmerksamkeit derzeit, eher dem früheren Ostteil der Stadt.

Bei einer Baustellenbegehung für Journalisten gab es Ernüchterndes zu hören. So werden die obersten Etagen den teuersten VIP-Gästen vorbehalten sein. Die Hoffnung auf eine Sky-Bar löst sich in Wohlgefallen auf. Kulinarische Gäste bleiben im unteren Bereich. Schade. Wobei natürlich der bewährte Satz „Wir wollen auch Weiterlesen

Tim Raue – Fernsehstar!?

Genau jetzt, Anfang September eröffnet Tim Raue sein neues Restaurant mit dem originellen Namen „Restaurant Tim Raue“. Der Name macht Sinn, denn bislang unterhielt man sich eher mit den Worten: „Wir gehen zu Tim Raue“, als dass man verkündete: „Wir gehen ins Ma“.

Interessante Lage, die er sich ausgesucht hat, die Rudi-Dutschke-Straße (ehemals Koch(!)-Straße). Zurück zu den Wurzeln, nach Kreuzberg und zugleich gefühlte Mitte. Ich selbst scharre bereits neugierig und ungeduldig mit den Füßen, gespannt, wie es wird. Vieles wird vertraut bleiben: Die großartige asiatisch inspirierte Küche natürlich, und das Küchen- und Serviceteam, das mit Raue und seiner Frau mit zieht und ihm ins neue Haus folgte.

Tim Raue ist noch jung und für eine Restaurant Neueröffnung braucht man das Geld. Das wird der Hauptgrund sein, warum er sich für das wenig originelle Sat 1 Format hergegeben hat, in dem Menschen nicht vor einer Jury singen, sondern kochen.

Mit militärischer Strenge und angemessener Skepsis urteilt die Jury

Mit militärischer Strenge und angemessener Skepsis urteilt die Jury

Man nehme das erfolgreiche Konzept einer Casting-Show, mische es mit dem gleichfalls beliebten Phänomen der Kochsendung, würze es mit dramaturgisch abgestimmter Musik und klopfe vorher einige Menschen weich. Menschen wie Du und ich? Nee, ein bisserl bunter, schriller, dramatischer darf es schon sein. Der sympathische schwule Pleitegeier, der harte Tätowierte, die Alleinerziehende, die Mutter der Magersüchtigen, die rheinische Frohnatur und ein paar Alibi-Graue-Mäuse.

Dann kommt das Highlight der freitäglichen 20.15 Uhr Unterhaltung: Trommelwirbel, Spannung, mit-fiebern beim….na?….was wohl?…..Klar: Zwiebeln schälen.

Tim Raue muss den Bohlen mimen und mit diabolischer Strenge und eleganter Autorität verkünden: „Das Messer kann euer größter Feind sein. Oder die Verlängerung eures Armes!“ Ui! Ich werde schmerzvoll erinnert an meine Zeit bei der Bundeswehr in Schongau, als der Hauptfeldwebel verkündete: „Männer, morgen geht es in den Sauwald. Da scheint niemals die Sonne. Besonders nicht für Sie!“

Möge im neuen Restaurant Tim Raue ganz viel Sonne scheinen! Alles Gute zum Auftakt.

Tim Raue Restaurant, Rudi-Dutschke-Straße26, 10969 Berlin-Kreuzberg

Dienstag bis Samstag
12.00 – 14.00 Uhr und  19.00 – 22.00 Uhr

Telefon: 030 – 2 59 3 79 30

www.tim-raue.com

www.sat1.de/deutschlands-meisterkoch/video/

Küchenparty im Fischers Fritz

Es gibt eigentlich immer einen Grund für eine Party. Beispielsweise Tradition. Traditionell feiert das Team vom Fischers Fritz mit seinem Chefkoch Christian Lohse Anfang November eine Küchenparty, bei der es ein klein wenig unkonventioneller zugehen darf, als sonst im alltäglichen Geschehen eines Zwei-Sterne-Restaurants.

Alljährlich werden Küchenmeister ins Hotel Regent gebeten, die ein Gericht zur Feier beitragen, dazu kommen Winzer, die einen ihrer Weine passend zum jeweiligen Gericht abstimmen. Die Gäste der Veranstaltung bekommen eine Schürze ausgehändigt, dürfen dann die Küche stürmen und sich an den

Die eigentlich heiligen Hallen

Die eigentlich heiligen Hallen

verschiedenen Stationen Teller mit Köstlichkeiten erobern, um sie dann genussvoll zu verzehren, nicht ohne vorher festzustellen, dass eine dritte Hand für das Weinglas sehr sinnvoll wäre. So wird balanciert, durchgeschlängelt, probiert, geneckt und genossen. Zuweilen erweist sich im Gewimmel die Schürze als durchaus sinnvolle Maßnahme.

Grund für eine Party kann ein Preis sein. Beispielsweise die Verleihung des Titels „Berliner Meisterkoch 2009“ an Christian Lohse. Sicher haben es sich die anwesenden Kochkollegen nicht nehmen lassen, zu einer weiteren Auszeichnung zu gratulieren. Aus Berlin haben Marco Müller von der Weinbar Rutz und Weiterlesen

Die Quadriga im Brandenburger Hof (Wilmersdorf)

Ein Viergespann auf jedem Teller! Aber keine Sorge: es ist nicht zwangsläufig vom Pferd. Vier kulinarische Sequenzen werden jeweils miteinander kombiniert. Es ist schon spannend, diese Geschmacksvariationen dann jeweils miteinander zu vermengen.
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6-Gang-Menü zu 122.- war toll. Zum Beispiel der Fischgang: Thunfisch, Sesam, Paprika-Chutney, bittere Salatmischung. Dann Angelkabeljau, Lauch, Tartar, Stracciatella Eis. Wow.
Oder vorher noch: Sauerampfer, Brühe, Fisch in Gelee, Gurke.

Bei den Amuse bouche wurde die magische „Vier“ vernachlässigt: So grüsste uns ein Vogelbeerorbet und später ein…..Achtung! Trommelwirbel!..Pfiff!…Mini- Weiterlesen