Segen oder Fluch? Zwei Seiten der Biermedaille.

Es ist eine schöne, beinahe verblüffende Meldung, die verkündet: Die Brewers Association aus USA entsendet Brauspezialisten und Bierspezialitäten zur Berliner Biermeile.

biertekuDas Herz eines jeden wahren Bierfreundes möchte spontan in die Höhe hüpfen bei der Aussicht, die ungewöhnlichen und spannenden Biere aus Brauereien wie Sixpoint, Sierra Nevada, Epic oder Victory bald in der Hauptstadt verkosten zu dürfen.

Nach dem Erfolg einer Veranstaltung wie der Braukunst live in München und zunehmendem Interesse bei Medien und Publikum an aromatischem und besonderem Gebräu mag Deutschland nun allmählich bereit sein, das Phänomen zu wertschätzen, das dem bewährten Durstbier nun noch ein anspruchsvolleres Genussbier an die Seite stellt und dem hiesigen Gaumen neue Möglichkeiten und Herausforderungen beschert. Ich freue mich also.

Ich freue mich und bin zugleich sorgenvoll, beinahe entsetzt. Wer mag nur auf die wahnwitzige Idee gekommen sein, das ausgerechnet die Berliner Biermeile den Rahmen bietet, um den amerikanischen Brauern ihr mögliches künftiges mitteleuropäisches Publikum näher zu bringen.

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Jeder der das Internationale Berliner Bierfestival kennt weiß, dass man den Zusatz im Namen „Genießer Biermeile“ nicht allzu ernst nehmen darf. Auch wenn jedes Jahr einige wunderbare Biere und Brauereiperlen in dem Rummel verborgen schlummern, kommt die Veranstaltung in erster Linie einem alkoholgeschwängerten Volksfest nahe und weniger einem genussvollen Verkostungstermin. Horden von ach-so-lustig kostümierten Kampftrinker Clans wetttrinken sich entlang der Zapfhähne, um danach in einem Hauseingang der denkmalgeschützten Stalinallee zu stranden. Bierjahrmarkt, Saufkirmes oder Hardcore-Biergarten mag teilweise zutreffen.

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Der Weg durch die bierselig belagerten Pfade oder eine kultivierte Kommunikation an den Ständen erweist sich stets als mühsam. Das Bedienpersonal ist oft bar jeder Kenntnis über die Brauerei für die sie Zapfen und Braumeister verzichten zumeist auf das fragwürdige Vergnügen, sich an einem Stand dem Gegröle der dünstenden Mannen mit dem glasigen Blick auszuliefern.

Weiss die Brewer´s Association, was sie in Berlin erwartet? Warum kommen sie nicht eine Woche früher zu den Craft Beer Days oder erst im nächsten Jahr zur Braukunst live?

Eine engagierte Diskussion über zitrusfruchtige Noten im IPA, ein Austausch über die Vorzüge des Hopfenstopfens und Debatten über Nachreifung spezieller Biere in Bourbon- oder Sauternes Fässern liegen dort wohl eher im Bereich des Unwahrscheinlichen. Die Vorstellung darüber zaubert beinahe ein ironisches Lächeln auf die Lippen.

Die Biermeile hat ihre Berechtigung, das zeigen alleine die Besucherzahlen, die geleerten Fässer und die stolz zur Schau getragenen Gruppenshirts der Stammtrinker, die auf ihren Hemden mehr oder weniger originell darauf verweisen, wie oft sie sich bereits auf der Biermeile betranken. Volksfest ist absolut OK.

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Haben aber nicht viele ernsthafte Bierfreaks und Genießer diesen Gerstensaft-Termin längst aus den Kalendern ihrer Jahresplanung gestrichen? Viele freuen sich auf die nächste Braukunst live als Deutschlands wahres Craft Beer Festival oder sehen mit froher Erwartung und angemessener Skepsis der wachsenden Zahl von neuen Ankündigungen zu Premieren weitere Craft Beer Veranstaltungen entgegen, wie den Craft Beer Days Berlin-Tempelhof am 27. Und 28. Juli, also kurz vor der Biermeile, oder auch der für September avisierten Craft Beer Veranstaltung auf dem RAW Gelände in Friedrichshain.

Bierfachleute sind aufgefordert, einen kritischen Blick zu schulen, um Qualitäten von Bierprotagonisten zu hinterfragen und nicht jedes neue IPA oder jeden der mit Bierbildungsmaßnahmen sommeliert blind zu bejubeln.

Natürlich freue ich selbst mich auf die Verfügbarkeit von Produkten aus famosen Brauereien wie Dogfish Head, Stone Brewing, Firestone Walker oder Oskar Blues. Ich frage mich nur, welche Erwartungen der amerikanischen Brewer bitterlich enttäuscht werden könnten. In Gesprächen stelle ich immer wieder fest, welch hohes Ansehen Bier aus Deutschland nach wie vor in USA genießt, obwohl das Land des Reinheitsgebots einige Schritte der internationalen Bierentwicklung verpasste und deutlichen Nachholbedarf aufweist. Auch die Gaumen müssen sich erst an die neue Wahrnehmung gewöhnen.

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Ob der Durchschnittsgaumen auf der Biermeile wirklich derjenige ist, der die Amerikaner ermutigt, hierzulande stärker aktiv zu werden, oder nehmen sie entsetzt Reißaus, wenn sie bemerken, welches Publikum und welcher Bieranspruch sie hier erwarten. Werden sie sich sagen: „Die Deutschen brauchen noch ein paar Jährchen, um den neuen Biergeschmack schätzen zu lernen. Wir brauchen uns ein paar Jahre erst mal auf keinem Deutschen Bierfestival mehr blicken zu lassen.“ Das wäre schon ein bedauernswerter Schaden, der da angerichtet würde.

Irre ich mich? Ich hoffe!

P1010147www.brewersassociation.org

www.bierfestival-berlin.de

berliner-biermeile-ev.de

www.berlinbeeracademy.de

craftbeerday auf facebook

www.braukunst-live.com

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15 Kommentare zu “Segen oder Fluch? Zwei Seiten der Biermedaille.

  1. Thomas sagt:

    Auf der Copenhagen Beer Celebration sind am Ende der Session auch alle voll, sehe da keinen Unterschied.

  2. kormoranflug sagt:

    Na ja, ich bin ja kein Bierfan. Aber bei dem heissem Wetter, könnte ich in die Versuchung kommen.

  3. Lieber Eichi,
    wer jemals auf dem Great American Beer Festival (GABF) war, der weiß, dass nicht nur Snobs mit abgespreiztem kleinen Finger Craft Beer trinken.
    Brauer, Craft oder Klassik, haben nun mal keine Berührungsängste mit fröhlichen Biertrinkern.
    Die Biermeile gibt es seit 16 Jahren, sie zieht jährlich 80.000 Besucher aus aller Welt an, Organisation und Sicherheit sind beachtlich: jedes Bier ist nur einmal vertreten, es gibt weder Exzesse noch Handgreiflichkeiten.
    Als Institution ist die Biermeile ein Spiegel für die Bierkultur und zeigt deutlich ihren Wandel.
    Es ist doch toll, dass hier wie dort Craft Beer geboten wird. Ich freue mich jedenfalls auf alle Veranstaltungen in diesem Bereich und bin dankbar, den Wandel mit zu gestalten.
    Und ich hoffe, wir sehen uns – hier oder dort.
    Herzlichst
    Sylvia Kopp
    Berlin Beer Academy

    • eichiberlin sagt:

      Hoppla, alkoholimmanente Veranstaltungen sollen gegebenenfalls Trunkenheit zur Folge haben? Schockschwerenot. Da fällt mir, dem ollen Snob, ja gleich der abgespreizte Kleine Finger in den Champagnerkrug.

      Nein, im Ernst, liebe Sylvia, natürlich hast du Recht: Es gilt, der Entwicklung, dem Wandel und der Vielfalt eine Chance zu geben. In USA sind die Craft Brewer und ihre Produkte bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Brauereien stoßen beträchtliche Mengen aus und Sierra Nevada oder Samuel Adams müssen sich bereits als Craft-würdig hinterfragen lassen. Die Biervielfalt ist dort bereits selbstverständlich und präsent. Die New York Craft Week ist eine Veranstaltung, bei der ich als deutscher Gast immer wieder beeindruckt staune. In London, San Francisco oder New York erlebe ich Bier-Menüs in Restaurants, die selbst in winzigen Gasträumen 15 Positionen Bier listen.
      Vielleicht hat Craft Beer genau in dem Moment seinen Durchbruch erzielt, wenn es auf einem Bierfest als selbstverständliches Rauschmittel dient. Oans, zwoa, IPA gsuffa. In USA womöglich bereits Alltag, in Belgien, Dänemark, Schweden, Italien? Auf dem Weg. Vielleicht.
      Sind wir in Deutschland bereits so weit? Nein.
      Hier wünsche ich mir erst einmal mehr Restaurantbetreiber, die ihre Bierauswahl aufstocken. Wo das Personal ein passendes Bier zum Speisengang ausspricht, wo die Durstigen gelernt haben, eine präzise Bierbestellung aufzugeben. Der Weg ist noch lang.

      Deutschland ging biertechnisch einen Weg des Preisverfalls, des Massenprodukts. Das Verständnis einer Wertigkeit als Genussmittel muss mühsam erneuert und wiederbelebt werden. Ein Status von Bier als Premium Produkt muss hart erkämpft werden. Die Bereitschaft von Konsumenten, endlich einen angemessenen Preis für den Rohstoff, das Handwerk und den Genuss zu entrichten, muss geweckt werden. Eine neue Zielgruppe ist möglich, vielleicht nötig. Traditionelle Durstbier Trinker für die Genussbiere zu begeistern, ist arg mühsam. Ich erlebe das auf zahlreichen Bierverkostungen und Promotion Aktivitäten der Hersteller. Aber immer mehr Weintrinker und anspruchsvolle Genießer erfreuen und interessieren sich an und für die Craft Biere, die Spezialitäten oder wiederentdeckte Traditionsbiere.

      So ganz fern scheint dir diese Einschätzung nicht zu sein. Ich zitiere aus deinem aktuellen Artikel in einer bekannten Genuss Zeitschrift: „So gehören Gourmetbiere denn auch nicht aufs Volksfest, sondern in eine gepflegte Bar. Man trinkt sie zu zweit zum gemütlichen Ausklang des Tages oder im Restaurant, wo sie als Begleiter feiner Speisen eingesetzt werden können wie Wein. Am besten zur Geltung kommt ihre komplexe Aromatik in einem dünnwandigen, sich nach oben verjüngenden Kelch, ähnlich dem Bordeauxglas.“ (Feinschmecker, August 2013. S. 89)
      Klingt beinahe ein wenig snobby. Gefällt mir.

      Nun ist also die Biermeile „ein Spiegel für die Bierkultur“, wie du schreibst. Bierkultur. Ein kühner Begriff im Sinne der Biermeile. Der Begriff „Kultur“ ist sehr komplex. Ich nehme mal den bewährten Brockhaus zur Hand und finde die Definition, welche erklärt: Kultur kommt vom lateinischen „Pflegen“ und beschreibt heute das, was der Mensch geschaffen hat, was also nicht naturgegeben ist. Im engeren Sinne geht es nicht nur um ein Produkt, etwas Hergestelltes, sondern auch um Handlungsweisen, Lebensstile und auf Dauer angelegte Sinnzusammenhänge.
      In Kombination mit einem weiteren Begriff (z. B. Gesprächskultur) als Idealvorstellung von einem Thema und seiner Handhabung und Erlebbarkeit auf höchstem und bestem Niveau.

      Ja dann lasse ich mich doch gerne mal überraschen von der neuen Bierkultur auf dem Berliner Bierfestival. Cheers!

  4. bierguerilla sagt:

    Amen, Sylvia! Gutes Bier für alle! ich freue mich auf die Biermeile! Esther Isaak

    • eichiberlin sagt:

      Tatsächlich denke auch ich, dass gerade Sylvia Kopp Einiges bewirkt und weiter bewirken kann, was die Freude und Innovation in Sachen Bier anbelangt.
      Aber, Esther – dein Optimismus in allen Ehren – waren es nicht gerade bestimmte einseitige Facetten und Mechanismen des Bieralltags, die dich dazu brachten, die Idee der Barley´s Angels als Frauenbiergemeinschaft zu etablieren? Geht es dabei nicht auch darum, einen eigenen Platz zu schaffen, Biergenuss zu leben, da es andernorts erschwert und limitiert wird?

      Ich bin ganz egoistisch. Ich freue mich auf diese großartigen Biere, hätte mir dafür nur definitiv einen anderen Rahmen, einen genussvolleren Ort als die Biermeile gewünscht.

      • Thea sagt:

        Ganz genau. Ein einziges Mal war ich auf dieser Biermeile und war entsetzt, genervt, zum Teil sogar angewidert. Obwohl überwiegend Weintrinkerin, finde ich es immer wieder interessant, Biere zu probieren, die mir von entsprechenden Experten und Aficionados empfohlen werden. Und nach einer Weinprobe gibt es nichts Schöneres, als ein gutes Bier…

      • bierguerilla sagt:

        Ich denke, daß wir uns alle etwas entspannen sollten. Sylvia Kopp sagt: Bier ist demkratisch und nichts Elitäres. Das gefällt mir.

        Ob Bioszene, Ökoszene oder Foodieszene; Immer neigen wir dazu, zu meinen wir wären die Aufgeklärten, die Reinen, die ohne Kopftuch. Das ist schade. Bier ist so vielseitig, daß es jeden ansprechen könnte, so wir sie und ihn gut beraten und ihnen zuhören würden.

        Ich freue mich, daß Sylvia Kopp ihre Akademie gerade in Berlin macht und ich freue mich, daß sie auf der Biermeile präsent sein wird. Natürlich freut es uns außerodentlich, daß wir für Barley´s Angels Werbung machen können. Gutes Bier muß überall präsent sein, auch wenn das manchmal für mich als Spezialitätenhändlerin schwer zu verkraften ist. Ich will, daß man wie jetzt 8 mal Becks im 50m Umkreis von meinem Laden, 8 mal aromagehopftes Bier kaufen kann. Das ist meine Vision..
        Jede darf ein Engel werden und wir freuen uns immer über Nichtmitglieder, denn wer bei uns war, geht anders weg, als sie kam.

  5. schmitti sagt:

    Die Braukunst Live als Deutschlands wahres Bierfestival? Es mögen viele Sommeliers und sogenannte Experten viel Geld mit ihr verdienen und entsprechend mit lautem Getöse Werbung dafür machen, aber da gibt es noch andere Festivals in Deutschland mit mind. gleichwertiger Qualität.
    Und man muß auch nicht aus jedem Bier eine Wissenschaft machen. Es ist in erster Linie ein Getränk und sollte daher schmecken und spaß machen. Und Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden. Daher freue ich mich stets auf die Biermeile und auch auf diverse Bierbörsen, weil ich neben vielem bekannten immer noch genug unbekannte Biere finde.
    Und wer mit Kostümen und Mottoshirts auffallen will soll das tun, ich muß ja nicht drauf eingehen. Hauptsache das Bier schmeckt! Prost!

    • eichiberlin sagt:

      Ich bin Bierfan, kein Missionar. Auch wenn ich das Oktoberfest in München persönlich nicht anziehend finde, so erkenne und wertschätze ich seine gesellige, gesellschaftliche und traditionelle Bedeutung und Qualität für diejenigen, die sich alljährlich darauf freuen.
      Alle von dir genannten Veranstaltungen haben ihre Berechtigung. Sie bringen Menschen zusammen und machen ihnen Freude. Das ist hervorragend. Dazu ein erfrischendes Bier, bestens.
      Ich habe in den vergangenen Jahren eben keine so prächtigen Erfahrungen mit der Biermeile gemacht und beschloss daher, sie weitgehend zu meiden und ihre Entwicklung erst mal aus der Entfernung zu beobachten.

      Die Braukunst Live habe ich als „Deutschlands wahres Craft Beer Festival“ bezeichnet, nicht als „Deutschlands wahres Bierfestival“. Ein wichtiger Unterschied, auf den ich in diesem Zusammenhang großen Wert lege. Es geht mir ja gerade um den Unterschied zwischen den bewährten Alltagsbieren und der aktuellen Entwicklung mit Craft Bieren, die gerade erst dabei sind, ihren Platz und ihre Akzeptanz am hiesigen Biergaumen zu finden.

      Die Andeutungen zur Geldmacherei der Braukunst live sind absurd. Wer ein wenig vom Veranstaltungs- und Messewesen versteht, oder vor allem den Veranstalter, Frank Böer, kennelernt, merkt rasch, dass da immens viel aufopferungsvolles Engagement und Risikobereitschaft dahintersteckt. Es ist arg schwer, gerade in der Anfangsphase einer solchen Veranstaltung überhaupt auf eine schwarze Null zu kommen. Dass sich eine solche Veranstaltung irgendwann dann auch rechnen soll und darf, ist sicher kein Vergehen.
      Auf Empfehlungen bezüglich gleichwertiger Veranstaltungen in Deutschland freue ich mich. Her damit, ich bin gespannt.

      • schmitti sagt:

        Ok, es hieß Deutschlands wahres Craft Beer Festival, dabei fand es gerade erst zum zweiten mal statt, steckt quasi noch in den Kinderschuhen. Und hört sich so an als gäbe es hier sonst nichts. Egal. Das man mit einer Veranstaltung jeglicher Art Geld verdienen will und auch muß steht außer Frage, habe ich hier auch nicht kritisiert. Ist vielleicht falsch rübergekommen.
        Was mich an der BKL nervt ist das Geschwätz das von diversen sogenannten Bierexperten und Sommeliers losgetreten wird. Und die verdienen da sehr wohl ganz gut an dem Hype den sie selber lostreten. Aber warum? Ein Braumeister kann Bier brauen, ein Sommelier kann nur darüber reden. Er meint mir ein Bier erklären zu müssen. Und dafür soll ich auf der BKL noch extra bezahlen? Wofür? Er will doch verkaufen, für ihn ist das eine Werbeveranstaltung!
        In Köln auf dem Festival der Bierkulturen muß ich das nicht, da sprechen Braumeister und Veranstalter auch so mit mir. Ist übrigens schon doppelt so alt wie die BKL und wird von einem Dipl. Braumeister veranstaltet.
        In Bodegraven bei De Molen muß ich das auch nicht, ok, ist nicht in Deutschland, sondern gleich nebenan in NL. Sogar noch ein Jahr älter wie das Festival der Bierkulturen.
        Beides sehr familiäre Veranstaltungen, was ich von der BKL leider nicht sagen kann. Daher werde ich diese vorerst aus der Entfernung beobachten.
        Da sind mir Mottoshirts und Kostüme auf der Biermeile oder diversen Bierbörsen lieber wie das herablassende Geschwätz eines Sommeliers. Tut mir leid, ist aber so.

        Prost!

  6. Ich denke auch, dass die Biermeile in Berlin sehr gut etliche Bierfestials in den USA wiederspiegelt. Man muss sich nur Bilder vom „Great American Beer Festival“ ansehen…Dort gibt es mehr Verkleidungen und Partygegrölle als man es sich vorstellen kann. Ich persönliche habe in einem Jahr in Nordamerika eine Menge Bierfestivals besucht und es war immer gute Stimmung. Diskussionen um Hopfensorten, Fasslagerungen, Hefestämme, etc. werden da kaum geführt – da geht es einfach um den Genuss, gute Laune, Party und Spaß! Ich denke die Jungs und Mädels aus Übersee wissen wie man das nimmt und die freuen sich doch zu sehen, das die Deutschen nicht so verklemmt sind und auch mal Party machen könnten… Keine Frage, die Braukunst Live ist fantastisch und wunderbar was die Auswahl angeht – Greg Koch hat dies ja bereits schon erlebt und kann vergleichen.. Ebenso ist es natürlich ein Experiment und ich gebe der Biermeile eine neue Chance… Leider verpasse ich die Craft Beer Days, dafür dann im Herbst beim „Berlin Braufest“…

    Wir sollten nicht immer diskutieren und reden, sondern auch einfach mal feiern und es uns gut gehen lassen.

    Ich finde das der Rahmen sehr gut passt und ich freue mich sehr auf das Wochenende!! Wenn schon, dann auch richtig 🙂

    Prost

    • eichiberlin sagt:

      Hallo Felix,
      deine Worte hier und auch im stets lesenswerten Lieblingsbier Blog zeigen, wie der Blick über den einheimischen Tellerrand regelmäßig lohnt. Ich glaube auch, je mehr man Nordamerika kennenlernt, desto eher weiss man, wie selbstverständlich das Craft-Phänomen in Erscheinung treten kann.
      Fröhlichkeit, nette Leute und Spaß. Dazu eine gewaltige Bandbreite an abwechslungsreichen Bieren. Klingt toll und dabei will ich mitnichten über Hefestämme, Bio-Gerste und Farbskalierungen schwadronieren.

      Aber die Diskussion wird uns nicht erspart bleiben. Frühe Grassroots-Craftprotagonisten begehren auf gegen die Brauer mit PR Geschick, wie Ratsherrn oder Crew Ale Werkstatt. Die Inquisition der Micro-Puristen verteufelte bei der Braukunst live die Anwesenheit von Pilsner Urquell. Völlig zu Unrecht, wie ich fand. Das unfiltrierte Urquell war eine spannende Bereicherung.
      Einige kritisieren den offensichtlichen Reiz des Geldes, wenn Brauereien entdecken, dass Kunden sonderbare Sude in hübschen Flaschen zu 20 Euro tatsächlich erwerben. Andere blicken skeptisch auf Biervorträge und Diplome von selbst ernannten Lehranstalten zu horrenden Preisen. Und die Tatsache, dass die Großen, die Industrie, sich nun auch bewegt und nach Radeberger nun bereits Duckstein, Bitburger, Paulaner, Holsten oder Warsteiner die Möglichkeiten des erweiterten Biergaumens und Biergeldbeutels erkunden, wird ebenfalls die Diskutanten locken.

      Eigentlich ganz spannend, das mitzuverfolgen und als Autor und Kommentator zu begleiten. Natürlich nur, solange in leckeres Bier zur Hand ist.
      Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, bei der Biermeile ein Gemeinsames Corona zu zischen. Besser noch ein Arrogant Bastard gemeinsam mit Greg Koch, um seine Einschätzung zu erfragen. Würde mich jedenfalls freuen, dich dort persönlich kennenzulernen. Cheers.

  7. eichiberlin sagt:

    Aus aktuellem Anlass wiederentdeckt: kritisch-differenzierter Artikel von Dirk, einer der Verantwortlichen von http://www.Bier-Index.de zur Biermeile 2012. Dazu aufschlussreiche Kommentare:
    http://www.lieblingsbier.de/2012/08/22/bierfestival-berlin-leider-kein-biermeilenstein/

  8. […] Craft Beer erreicht die Massenveranstaltung. Mein dezentes Misstrauen brachte ich bereits in einem Artikel zum Ausdruck, lasse mich diesbezüglich aber gerne eines Besseren […]

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