Peruanische Gaumenfreuden – Mehr als nur Pisco

Die Bar- und Spirituosenwelt fiebert dem Bar Convent Berlin am 8. und 9. Oktober entgegen. Das diesjährige Gastland der Getränkemesse ist Peru und wer sich mit Pisco bereits näher beschäftigt hat weiss, wie vielseitig und köstlich jenes Traubendestillat sein kann. Da geht durchaus noch mehr, als nur der bewährte Klassiker: Pisco Sour!

Das Peru kulinarisch durchaus noch etwas mehr zu bieten hat, durfte ich jüngst im Restaurant Serrano in Wilmersdorf erfahren. Ich war ein früher Gast an einem Dienstag und betrachtete anfangs die zwei leeren Gasträume etwas sorgenvoll, aber rasch füllte sich das Restaurant und die Atmosphäre belebte sich angenehm.

Feine Vorspeisenauswahl

Feine Vorspeisenauswahl

Sehr freundlich und engagiert, lässt das Personal den Besucher unmittelbar spüren, dass man hundertprozentig hinter den Produkten und der Küchenphilosophie steht. Die Auswahl ist überschaubar, aber dennoch abwechslungsreich, wobei neben der gemischten Vorspeisenplatte der frische Fisch und die Meeresfrüchte besonders empfehlenswert sind. Das Nationalgericht Cevice, mariniertes Kabeljaufilet mit Zwieblen, Limettensaft und Süßkartoffeln, darf nicht fehlen. Um die 15 Euro kosten die Gerichte. Fleischgerichte mit Rumpsteak oder Maishähnchen mit Kräutern, Gewürzen und raffinierten Marinaden stehen ebenfalls zur Auswahl. Chili und Koriander kommen dabei häufig zum Einsatz, wobei die Karte vermerkt, wenn ein Gericht auch ohne Koriander, oder in einer vegetarischen Variante bestellt werden kann. Eine gute Idee. Ich selbst liebe Koriander, weiss aber, dass so mancher sich damit eher schwertut. Ein wechselndes Mehrgängemenü ermöglicht ebenfalls, einen guten Querschnitt durch die peruanische Küche zu erleben, zuweilen mit dezentem iberischem Touch versehen.

Blick vom vorderen in den hinteren Gastraum mit der Showtheke hinten links

Blick vom vorderen in den hinteren Gastraum mit der Showtheke hinten links

Von den zehn Häppchen der Vorspeisenauswahl, hätte ich neun sofort als Hauptgericht nachbestellen wollen. Insbesondere die kartoffeligen Kreationen. Peru ist ein Kartoffelland und so zaubert Küchenmeister Enrique Serván allerlei Abwechslung aus dem Erdapfel. Kartoffelstäbchen, unterschiedliche Sorten zu den jeweiligen Gängen oder das Dreierlei der Kartoffel. Im hinteren Zimmer befand sich ein Korb, wo die Gäste ca. Zehn verschiedene Kartoffelsorten im Rohzustand unter die Lupe nehmen konnten.

Dass man die Botschaft der peruanischen Kochkunst ernsthaft vermitteln möchte, beweisen nicht nur die Info-Heftchen auf den Tischen, sondern insbesondere der Blick in die offenen Küche und der Tresen davon. Ähnlich einer Kühltheke sind dort viele der Zutaten präsentiert, welche die Köche bereitwillig erläutern und die zuweilen auch erschnuppert oder probiert werden dürfen.

Bestimmt ein Klischee, aber die südamerikanische Küche hatte ich bisher immer rustikal-deftig kennengelernt. Sei es mit Maniok-Bohnen-Bananen-Kreationen, oder opulenten Rodizio Fleischgelagen. Umso größer die Überraschung, hier den Gaumen filigran-komplex stimuliert zu bekommen. Ich bin bislang kein Fachmann der Kochkunst Südamerikas, werde mich von Herrn Serván aber gerne demnächst wieder ein Stück weiterbilden lassen.

Und die Getränke? Ein peruanisches Bier mit sehr kompliziertem Namen ist am Start, dazu eine schöne Weinkarte, bei der südamerikanische Tropfen enthalten sind, ohne zu dominieren. Es wird auch mal ein Riesling oder ein Bordeaux empfohlen. Selbstverständlich wird im Serrano auch ein ordentlicher Pisco Sour zubereitet, aber da sind dann doch die vortrefflichen Cocktailbars der Hauptstadt vorzuziehen.

Restaurant Serrano, Pfalzburgerstraße 83, 10719 Belin-Wilmersdorf

restaurante-serrano.de

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Ein Kommentar zu “Peruanische Gaumenfreuden – Mehr als nur Pisco

  1. kormoranflug sagt:

    Sehe ich genauso wie Du. Meinen Bericht findest Du mit dem Stichwort ,Serrano, auf meinem Blog.

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