Subkultur in der U-Bahnstation?

Die U-Bahnhstation Sophie-Charlotte-Platz bietet einige verläßliche Beständigkeiten. 1. Der Backshop hat einigermaßen vernünftige Waren im Angebot. 2. Die weisse Kachelung lockt die erbärmlichsten Tagging-Dilettanten in die stinkende Unterführung zwischen den Gleisen. 3. Man sammelt Karma-Punkte durch das Schleppen von Kinderwagen in der fahrstuhllosen Station. 4. Mein Freund der Geldautomat gibt mir meist ein wenig Bares für ein, zwei Cocktails. Eigentlich eine prima Idee mit den Geldautomaten in U-Bahnstationen.

Ab und an ist dieser hier mal wegen einer Störung ausser Betrieb, ziemlich langsam war er immer schon. Aber der aktuelle Anblick macht nachdenklich. Eine Lücke klafft in seiner Nische mit der rotleuchtenden Illumination. Ist es Sparkassen-Subkultar-Streetart und weist auf das Loch im Geldbeutel hin? Ist er auf Reisen, wie Hitchbot, der trampende Roboter?

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Wie auch immer, er hinterläßt eine Lücke in meinem Alltag. Come back, Cashbot.

Schöne U-Bahnhof Werbung

Wenn Werbung wirbt.

Schnieke!

Schnieke!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Knorke finde ich prima, beinahe dufte. Ein Wort wie Berlin, ruppig und herzlich zugleich. Knorke war auch der Name eines populären Gorillas im Berliner Zoo, der 1963 erstarb und eine beinahe knutige Anteilnahme unter den Berlinern hervorrief.

Lustig liest sich der Duden, bei dem Versuch, Knorke zu deklinieren. Duden mutmasst die Urheberschaft des Begriffes bei Claire Waldoff.

Einleuchtender kommt da die Erklärung Peter Panters (aka Kurt Tucholsky) daher, der uns erklärt: “

Eines Tages beschloß der Berliner, etwas Schönes, Angenehmes, Liebliches, etwas, das das Herz erfreut, mit  Knorke zu bezeichnen….Eines Tages war das Wort da.“ Um kurz darauf zu ergänzen: „Unmöglich, etwa ein ganz kleines Kind knorke zu nennen – etwas widerstrebt da dem feinen Sprachempfinden. Knorke ist nichts Winziges – ein Marienkäfer ist nicht knorke. Knorke ist: bunt, laut, glänzend, ersten Ranges, über das Maß zufriedenstellend, imponierend, die Erwartungen eines guten Hausvaters voll erfüllend. Klara ist knorke.“

Sagt man heute noch Knorke?