Nat Sherman (New York)

Seit den 1930ern heißt es bei Nat Sherman: „Smoke get´s in your eyes…“ ein Phänomen, welches dem durchschnittlichen New Yorker heute eher selten begegnet.

Ganz Manhattan ist von Rauchverboten durchzogen, die seltsamsten Warnhinweise beschreiben, was passieren könnte, wenn 20.000 Meilen unter dem Meeresgrund ein Glimmstengel angezündet wird.
Ganz Manhattan? Mitnichten. Tabakgenuß hat doch noch ein Refugium im Big Apple: Nat Sherman – Tobacconist to the world since 1930. Zuflucht auch damals: Seinerzeit galt das Geschäft als neutrale Zone während der Gangsterkriege. Weiterlesen

Momofuku Ko (New York)

Reservieren für Fortgeschrittene. Einen von nur 12 Plätzen in diesem winzigen Lokal zu ergattern ist gar nicht so einfach. Würdig sind nur diejenigen, die sich auf der Homepage aufwändig registrieren und sich dann genau-exakt eine Woche vor dem Wunschtermin um genau-exakt 10.00 Uhr früh in das System einloggen. Um 10.01 Uhr sind alle Plätze weg.

Der Gast hat auch sonst nicht viel zu melden. Es gibt genau-exakt ein Menü zu $160. Das wird serviert, basta. Immerhin darf man sein Getränk auswählen. Die Weinbegleitung für $95 war sehr ideal abgestimmt auf die zahlreichen Gänge.

Ähnlich einer Sushi-Bar wird auf Hockern wird Platz genommen, um einen Tresen herum, hinter dem sehr kreativ zubereitet wird. Zwei Küchenmeister reichen das Essen den Gästen herüber und nennen die Bestandteile. Nachfragen wurde als lästig empfunden, daher kann ich nicht mehr jedes Weiterlesen

Wine Bar at the Walnut Room (Chicago)

Eine Ideale Möglichkeit für Weinfreunde, eine kurze shopping Pause einzulegen. Im gigantischen Kaufhaus „Macy´s“ kann sich leicht ein dürstendes Gefühl einstellen. Dem können die 100 Sorten abhelfen, die es an der Wine Bar im Ausschank gibt.pa130051

Bar ist ein etwas irreführender Ausdruck, denn die Weinfreunde platzieren sich auf Barhockern rings um einen einzigen, riesigen Tisch. Ich schätze die Länge so auf 15 Meter. Schnell entwickeln sich hier Gespräche mit weiteren Besuchern, die sich auf die Schemel hieven.
Hinter diesem Tisch befindet sich dann ein riesiger, dekorativer und gut einsehbarer Weinklimaschrank, in dem das Angebot lagert und appetitlich ausgestellt wird. Weiterlesen

The Violet Hour (Chicago)

Cocktails heute einmal nicht zur Blauen Stunde, nein, violett soll sie sein. Diese Bar ist eine der schönsten und stimmungsvollsten Orte für Mixkultur, die ich jemals besuchen durfte.

Die Bar zu finden ist gar nicht so einfach. Besser notiere man sich die Anschrift. Ganz versteckt und unkenntlich, ist sie nur durch eine unauffällige gelbe Glühbirne außen zu identifizieren. Zufällig ist sie nicht zu entdecken.

Was äußerlich wie eine fensterlose Lagerhalle wirkt, bezaubert sofort nach dem betreten. Mächtige Kristalleuchter hängen von der Decke, zwischen den Räumen sind schwere violette Vorhänge vor blauen Wänden. Die Sessel sind interessant: sie haben sehr hohe Rückenlehnen. Sitzt man um einen Tisch auf diesen Sesseln bilden die Lehnen einen abgetrennten, eigenen Raum im Raum, der sich dadurch Weiterlesen

Macy´s (Chicago)

Es lebe Chicago. Stadt des zweiten Platzes!
„The second city“ wird sie oft genannt, die Stadt die stets im Schatten von New York bleiben wird.
Dennoch kann die „zwei“ ganz schön beeindrucken. Es geht schon los, wenn der Flieger auf dem zweitgrößten Flughafen der Welt landet. Viele Tagungen und Kongresse finden im flächenmäßig zweitgrößten Gebäude der USA, dem Merchendise Mart, statt. (Die größte Kläranlage der Welt klammere ich an dieser Stelle als Nummer eins aus, bzw. ein.)

Wir aber wollen in das zweitgrößte Kaufhaus der Welt!
Als ich shoppingvergnügt hineinspazierte, wusste ich noch nichts von der Dimension dieses Hauses. Hatte gedacht: Kennt man ein Macy´s, kennt man alle. Falsch, Irrtum, setzen – sechs.

Am besten besorgt man sich gleich beim Eintritt in das wunderschöne historische Gebäude Weiterlesen

Bronx Zoo (New York)

Mein Verhältnis zu Tieren ist widersprüchlich, schließlich bin ich kein Vegetarier. Ich gehe aber gerne in den Zoo, da ich neben Eichhörnchen eine Schwäche für Pinguine habe.
Mit den Pinguinen war in der Bronx nix los, ansonsten war es lustig.
Wenn da nicht die Schulkinder gewesen wären, von denen ich mir einige auf die andere Seite des Alligatorsichtfensters gewünscht hätte. Schwamm drüber – ein ruhiger Tag in der Bronx (wieder ein Widerspruch?).

Eich im Bronx Zoo

Der Zoo ist der größte Tiergarten der Welt mit über 100 Hektar und um die 4.300 Tierarten. Weiteres wäre in jedem beliebigen Reiseführer nachzulesen, daher hier nur meine zweieinhalb Highlights:

Besonders sollte eine Fahrt mit dem Monorail unternommen werden. Eine schöne und abwechslungsreiche Fahrt mit fröhlicher Kommentierung. Ich hätte auf noch drei Runden sitzen bleiben können.

Besonders stolz ist der Zoo auf seine Tiger, entsprechend inszeniert sind sie und auch sehenswert in ihrem großzügigen Auslaufbereich.

Besonders ironisch ist die kleine Raucherzone, die sich selbstverständlich und sinnigerweise am Camel-Gehege befindet.

Have a Camel

Zoo was…

Isle Of Arran Distillery (Arran)

Zwei Steinadler bilden das Wappen dieser jungen Destillerie auf der Insel Arran, nahe der Ortschaft Lochranza. 1995 erst ging diese Whisky Manufaktur in Betrieb. Die zwei Adler wurden von ihrem Quartier an einem nahen Hügel aufgeschreckt und kreisten darauf über dem neuen Areal.

Dies wurde als gutes Omen gewertet, woraufhin die beiden Fluggefährten zum Wappentier ernannt wurden.p4020082

Diese Destillerie ist schon etwas besonderes. Von der Atmosphäre her sehr neu. Es fehlt die Patina, die viele der historischen Fabrikationsstätten ausmacht. Dafür spürt man die Energie und den Schwung, welchen die Mitarbeiter an den Tag legen, vor allem jetzt, wo 2008 die ersten 12-jährigen Single Malts in den Handel kommen.

Bislang hat man den jungen Whisky mit diversen „finishes“ angeboten, also aromatisierenden Lagerungen in Wein-, Sherry-, Port- und anderen Fässern.
Manche Traditionalisten mögen schockiert sein, wie hier mit dem Whisky umgesprungen wird, aber auf diese Weise haben die Hersteller halt in der Überbrückungszeit für die ersten Abfüllungen für Einnahmen gesorgt.
Uninteressant ist das nicht, wenn aromatische Ergänzungen durch Amarone, Sauternes, Portwein oder ungarischen Tokajier dem Brand durch Fass-End-Lagerung hinzu gefügt werden. Als die Dame, die die Führung sehr engagiert leitete, begeistert auf das „Champagner finish“ verwies, war es sicher gemein, die Frage zu stellen, wie denn Champagner-Fässer ausschauen. p4020076

Die Führungen durch die nagelneuen Gebäude sind schon spannend, gerade wenn man zuvor schon alteingesessene schottische Häuser besucht hat. Haben die Besucher den kitschig-idyllischen Werbefilm zum Inselparadies Arran über sich ergehen lassen, ist der Rundgang sehr informativ, sinnlich und unmittelbar.
p4020077Im Anschluss landet man, adlersgleich, im „Eagle Nest Restaurant“ und lässt sich mit weiteren Inselspezialitäten verwöhnen, wie Fisch, Käse und Eiscreme.

The Distillery Lochranza, Brodick, KA27 8HJ

www.arranwhisky.com

Lagavulin Distillery (Islay)

Eigentlich will diese Destillerie gar keine Besucher. Die Öffnungszeiten machen das recht deutlich: Am Wochenende geschlossen, na großartig.

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Listig kamen wir am Dienstag daher um eine übellaunige Lady aus ihrem Büroschlaf zu wecken. Im Gegensatz zu den anderen Whisky Marken auf Islay gibt es hier keine ausgefeilten Besuchsprogramme, keinen Fanshop und kein herzliches Willkommen.
Missmutig brachte man uns in eine Art Wohnzimmer, drückte uns einen Prospekt in die Hand und bot uns einen Whisky an. Die Auswahl war überschaubar, es stand halt der übliche 16-jährige bereit, den wir aber verschmähten.

Glücklicherweise war mir ein hervorragendes aktuelles Whisky Buch in die Finger gefallen: „The Malt Whisky Guide“ von David Stirk. Darin empfiehlt er eine neue Abfüllung von Lagavulin aus der Distillers Edition, double matured mit Pedro Ximenez finish. Nach diesem fragten wir und tatsächlich öffnete die uninspirierte Dame eine Schranktüre und zauberte das Elixier hervor, um uns davon kosten zu lassen.
p3310032 Danach machte sie einen entscheidenden Fehler. Sie verließ den Raum und ließ uns mit der Flasche allein zurück.
Es ist doch gar nicht so dumm, bei den Lagavulins zu schellen…

Isle of Islay, Port Ellen, Highlands and Islands PA42 7DZ

www.classic-malts.de/

De Cero – a modern day taqueria (Chicago)

Speedy Gonzales hat seinen Sombrero einmal zu Hause gelassen und sich etwas schicker gemacht. In Deutschland gänzlich unbekannt: Mexikanische Küche auf hohem Niveau und in schickem, modernen Design, ganz ohne folkloristisches Gerassel.

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Wer bisher dachte, Tacos müssen hart sein, wird mit den frisch bereiteten und eben weichen Teighüllen überrascht. Knapp 20 verschiedene Taco-Varianten bietet die Karte an, zu jeweils ca. $4. Zu zweit teilt man sich am sinnvollsten eine gemischte Taco Platte zu $29, bei der acht ausgewählt werden können.

Die Annahme, Bohnen auf Mexikanische Art kommen ausschließlich in Dosen daher, erweist sich als Irrtum. Frische Weiterlesen

Bowmore Distillery (Islay)

Bowmore ist die Hauptstadt der Whisky-Region Islay. Glücklich grinsen die Schafe der Insel. Den Grund erfährt der Besucher bei einer Destillerie-Führung: Die Überreste von Malz, Gerste usw. werden an die Inseltiere verfüttert.p3310045

Glücklich grinsen auch die Freunde des güldenen Getränks, die hier voll auf ihre Kosten kommen. Inhaltlich auch.
Der Service für Besucher bei Bowmore ist vorbildlich. Verschiedene Arten der Besichtigung werden angeboten und das Besucherzentrum hat einen schicken Verkostungsbereich, wo die vielfältige Whiskypalette mit herrlichem Blick auf das Wasser des Loch Indaal genossen werden kann.

p3310042Wir hatten uns für die VIP-Variante der Führung entschieden, die Craftman´s Tour. Im Gegensatz zur regulären Tour gibt es einige Besonderheiten. Zu viert ging es durch die einzelnen Abschnitte des Brauen, Destillierens und Abfüllens. Unterwegs wird geschnuppert, gefühlt, probiert und gefachsimpelt. Die lange Geschichte und Tradition seit 1779 wird berichtet und der Einfluss der japanischen Besitzer von Suntory diskutiert.
Bemerkenswert ist der Gang durch die Lagerhallen, die warehouses, in denen die Fässer warten und das edle Getränk reift. In einer Ecke lagern die Fässern, die der königlichen Familie gehören und speziell für den Hof verarbeitet werden.

Der Höhepunkt, den ich so noch in keiner anderen Destillerie erlebt habe, ist der, dass man selber „blenden“ darf, also einen Whisky mischen und abschmecken. Direkt aus jeweils einem Bourbon-Fass und einem Sherry-Fass mischt sich jeder seinen eigenen Bowmore zusammen unter Anleitung des Fachmanns.

Den Abschluss bildet die moderne und helle Verkostungsstube, in der es Gelegenheit gibt, den eigenen Bowmore-Favoriten herauszuschmecken. Ganz typisch sind die Meere- und Salzaromen und der Anflug von Torf. Mit dem Blick auf die Wiesen, die weißen Lagerhallen und die See wird deutlich, woher sie kommen.
Mein Favorit wurde der neue 18jährige. Nun grinse auch ich, schafgleich glücklich.p3310043

School Street, Isle of Islay, Argyll, Bowmore, Highlands and Islands PA43 7JS

www.bowmore.co.uk