Katerstimmung an der Spree

Diese Jahresmitte vermag in Berlin bislang nicht wirklich als Sommer zu gelten und die Betreiber der Strandbars und Ufer-Clubs möchte man gerade wenig beneiden. Eine Bar wurde nach ihrer endgültigen Schliessung jedoch stark vermisst, der Verlust innig bejammert und die Neugründung erfleht. Die Bar 25.

Als Mythos der Club-Szene oft in einem Atemzug mit dem Berghain genannt, innbegriff des hippen und trashigen Impro im Dicken B. tatsächlich an der Spree. Ängstlich erkundet aufgrund der strengen Türsteherinnen; respektvoll begutachtet von Baumarkt- und Trödel-Freaks, ob der bemerkenswerten Sammler- und Heimwerker-Ausgestaltung. Und: es gab eigentlich immer sehr vernünftiges Essen!

So, nun ist sie also wieder da. „Kater Holzig“ nennt sich das neue Projekt, diesmal auf dem anderen Spreeufer, nahe der Michaelkirche anb der Grenze von Mitte zu Kreuzberg. Die Michaelkirche ist ein sehr bemerkenswerter Bau. Man hat in eine Ruine einen spannenden Ort der Versammlung hineinimprovisiert. Dass gleiche ist dem Team aus der Bar 25 mit der alten Industrieruine einen Katzensprung weiter gelungen. Weiterlesen

Herzog am Hafen (Friedrichshain)

Mark Twain bemerkte bei seinem Aufenthalt in Berlin zutreffend: „Die Hausnummerierung in dieser Stadt muss von einem Wahnsinnigen stammen.“

Noch heute ist die Orientierung innerhalb der hiesigen Nummerierungen gerne eine Herausforderung. Das gilt ebenfalls für die immer zahlreicher werdenden Orte im Bereich des ehemaligen Osthafens. Seit Mitte 2008 hat Dr. Maximilian Herzog, dessen Verkaufsräume am Ludwigkirchplatz schon seit 1996 Zigarrenfreunde begeistern, eine interessante Filiale in der ehemaligen Hafenkantine eröffnet.

Mark Twain erklärte: „Ich verzichte auf den Himmel, wenn ich dort keine Zigarren rauchen darf.“

Liebhaber kubanischer Rauchwaren sind dem Himmel recht nah, wenn Sie den gigantischen, 60qm großen Humidor betreten und sich dort der Qual der Wahl ausliefern. Eine Kiste für daheim oder eine einzelne Zigarre, um sie

Cuba Libre?

Cuba Libre?

gleich vor Ort zu geniessen, jeder wird engagiert beraten und versorgt. Dann: Heraus aus dem Humidor und hinein in die Sessel im Saal, der wie ein überseeisches Koloniallager ausgestattet ist. Transporttuch aus Jute, Transportkisten, Che-Gemälde, kubanische Winkelemente (Fähnchen) und ein kleiner Bartresen, der hochwertige Spirituosen zur Zigarrenbegleitung anbietet. Vor dem alten Hafenverwaltungsgebäude wurde eine schöne Terasse angelegt, die zusätzlich den stimmungsvollen Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende Seite, mit Badeschiff, Hoppetosse und Arena, freigibt. Weiterlesen

Baustelle Bar im Michelberger Hotel

So kann man sich irren!

Ein Anruf ereilte mich mit einer Einladung zu einer Baustellenparty. Ein spannendes neues Hotelprojekt in einem schönen Jugendstilhof wird im September zwischen Warschauer- und Oberbaumbrücke an den Start gehen und die Baustellenphase wird mit feiern munter überbrückt. Auch Grillgut würde bereitet, versicherte Tom Michelberger. Das sollte, wollte ich mir anschauen. Hotel gehört zu meinem Job, Party ebenfalls.

Nun hat „Jugendstil“ im angesagten Friedrichshain heute womöglich eine andere Bedeutung, als vor 100 Jahren. Baustellenparty auch. Meine Erwartung, einige bemörtelte Gestalten im Blaumann hauen verschwitzt  Bierflaschen am Kasten auf und rufen laut nach Kotlett und Bratwurst vom Grill, erfüllte sich nicht.

Stattdessen gab es elektrische Klänge, lässige Friedrichshainis, Bread&Butter fashion people, zickige Türsteherein (ähnlich „Bar 25“, „Bar 1000“. Hmmm, je Zahl desto Selektion?) und seltsame Getränke. Allen voran ein Bierähnliches DSC02843Erfrischungsgetränk Weiterlesen