Baustelle Bar im Michelberger Hotel

So kann man sich irren!

Ein Anruf ereilte mich mit einer Einladung zu einer Baustellenparty. Ein spannendes neues Hotelprojekt in einem schönen Jugendstilhof wird im September zwischen Warschauer- und Oberbaumbrücke an den Start gehen und die Baustellenphase wird mit feiern munter überbrückt. Auch Grillgut würde bereitet, versicherte Tom Michelberger. Das sollte, wollte ich mir anschauen. Hotel gehört zu meinem Job, Party ebenfalls.

Nun hat „Jugendstil“ im angesagten Friedrichshain heute womöglich eine andere Bedeutung, als vor 100 Jahren. Baustellenparty auch. Meine Erwartung, einige bemörtelte Gestalten im Blaumann hauen verschwitzt  Bierflaschen am Kasten auf und rufen laut nach Kotlett und Bratwurst vom Grill, erfüllte sich nicht.

Stattdessen gab es elektrische Klänge, lässige Friedrichshainis, Bread&Butter fashion people, zickige Türsteherein (ähnlich „Bar 25“, „Bar 1000“. Hmmm, je Zahl desto Selektion?) und seltsame Getränke. Allen voran ein Bierähnliches DSC02843Erfrischungsgetränk Weiterlesen

Carlton Arms Hotel (New York)

Ich liebe diese Bruchbude mit Betten und Kunst.
„Hierhin kommen Möbel, um zu sterben“ (Where furniture goes to die) steht auf der Visitenkarte und tatsächlich hat Gerümpel hier eine Transformation erlebt.

Jedes Zimmer wurde von unterschiedlichen Künstlern gestaltet. Meist hat es ein besonderes Motto, ein Leitmotiv. In den Fluren und im Treppenhaus setzt sich das Bemalungskonzept fort. Ich hauste bereits im Glücksspieler Zimmer, im Britischen Murder Mystery Raum und im Sahara Salon.

Die Betten quietschen, die Klimaanlage im Fenster fungiert mehr als Verschattungselement.
Alles ist cool. Das Personal ist oft zu cool zum aufstehen. Echte New Yorker halt.
Neulich war mal jemand freundlich, aber das war eine australische Aushilfe.
Room Service ist uncool (in der Tat grundsätzlich überbewertet) und findet nicht statt.

Absolutes Respektslebewesen ist alleine die Katze.
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Art-Hotel Charlottenburger Hof

Wer in Berlin lebt, steigt naturgemäß eher selten in den örtlichen Hotels ab. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage: Wohin mit dem lieben Besuch, den fragwürdigen Bekannten und der buckeligen Verwandschaft?

Zwei Möglichkeiten gibt es. Die Nervensägenkategorie (z.B. „Wo wir essen, ist mir egal…“; „Acht Euro für einen Cocktail ist aber teuer….“; „Dies ist mein neuer Freund, er ist Finanzbeamter, und nun machen wir eine Woche auf Pärchenterror…“) schicke ich in die zahlreichen Unterkünfte, die irgendwas mit „Mitte“ im Namen haben, sich aber in der finstersten Ecke vom Bezirk Wedding befinden.

Den lieben Besuch, der gerne und oft wiederkommen soll, platziere ich zuweilen im Charlottenburger Hof. Weiterlesen

Die Quadriga im Brandenburger Hof (Wilmersdorf)

Ein Viergespann auf jedem Teller! Aber keine Sorge: es ist nicht zwangsläufig vom Pferd. Vier kulinarische Sequenzen werden jeweils miteinander kombiniert. Es ist schon spannend, diese Geschmacksvariationen dann jeweils miteinander zu vermengen.
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6-Gang-Menü zu 122.- war toll. Zum Beispiel der Fischgang: Thunfisch, Sesam, Paprika-Chutney, bittere Salatmischung. Dann Angelkabeljau, Lauch, Tartar, Stracciatella Eis. Wow.
Oder vorher noch: Sauerampfer, Brühe, Fisch in Gelee, Gurke.

Bei den Amuse bouche wurde die magische „Vier“ vernachlässigt: So grüsste uns ein Vogelbeerorbet und später ein…..Achtung! Trommelwirbel!..Pfiff!…Mini- Weiterlesen