Tröstlicher Tropfen – Freedom Park

Geliebtes Berlin, du Dorf voller großstädtischer Peinlichkeit. Heute ist es wieder einmal die Zukunft, wo nicht nur Sand im Getriebe bremst, nein, das Getriebe des neuen Flughafens hat komplett „püff“ gemacht. „Be Berlin“ bedeutet „Schöner Scheitern“. Die Pausenglocke hat geläutet, der Flughafen öffnet nun erst nach den Sommerferien…

Sonst ist es oft der Umgang mit Erinnerung, mit Vergangenheit, bei der der sich die Stadt und/oder ihre Bezirke blamieren. Ausstellungskonzepte, Straßennamen, Fürsorge über historische Grabanlagen, Kurfürstendamm-Bühnen, Teufelsberg, Palast der Republik, Schlossplatz, Kaiserzeit, NS-Zeit, DDR-Zeit. Ich lehne mich sicher nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn ich im Oktober eine bemerkenswert lächerliche Jubiläumsveranstaltung erwarte, die das 775-jährige Stadtjubiläum begleitet. Immerhin die erste Feierlichkeit dieser Art in der wiedervereinten Hauptstadt.

Die Geschichte der geteilten Stadt im Kalten Krieg beschäftigt, interessiert und fasziniert nach wie vor zahllose Menschen. Selbst die Generation, die die Mauer nie im Alltag der Stadt erlebt hat ist wissbegierig, wenn es um das Leben in der geteilten Stadt geht. Auf meinen Stadtführungen gehen viele von Ihnen mit mir auf Spurensuche. Sei es an der Bernauer Straße, in der Luisenstadt, an der East Side Gallery oder in Stadtmitte zwischen Reichstag, Potsdamer Platz und Checkpoint Charlie.

An letzterem stößt man täglich auf hoffnungfrohe Ströme internationaler Stadterkundung. Die ganze Welt kennt diesen Grenzübergang, an dem so manche Mal der Kalte Krieg an der Schwelle zum Weiterlesen

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Es bleibt, wie es ist: Immer neu! Tim Raue Restaurant

Was hat sich rings um den Checkpoint Charlie nicht alles verändert, in den vergangenen Jahren. Schauspielschüler in alliierten Uniformen posieren für Touristen vor einem extrem verniedlichenden Grenzhäuschen-Nachbau,

Moderne Eleganz uns Leichtigkeit

Moderne Eleganz uns Leichtigkeit

das Deutsche Currywurstmuseum verwirrt seine Besucher mit kecken Eintrittspreisen. McDonalds lockt die Pubertierenden, die aus dem Mauermuseum gegenüber auf die Straße stürmen und das gute alte Café Adler wurde Opfer der Latte-Macchiatisierung der Hauptstadt.

Aus der Kochstraße wurde zuletzt die Rudi-Dutschke-Straße, was noch immer Scharen ergrauter 68er zum fröhlich-kicherigen Kopfwackeln verleitet. Mit dem Zuzug des Tim Raue Restaurant wird diese Straße nun auf subtile Weise doch wieder zur Kochstraße, auf äußerst schmackhafte Art.

Japanische Pizza

Japanische Pizza

Die unglaublich kreative und überraschende Küche, die Tim Raue aus dem Adlon heraus an den neuen Standort verlagert hat, ist aus dem Ma und dem Uma bekannt. Asiatisch inspiriert, Beilagenminimalismus, höchste Produktqualitäten.

Der Neubeginn in Kreuzberg ist nur Weiterlesen

Restaurant Entrecôte (Mitte)

Nach der garstigen Behandlung in der obdessen hassenswerten „Gendarmerie“ neulich, loderte der Zorn und brannte der Hunger. Was tun?

Die Wahl fiel auf Fred´s Restaurant „Entrecôte“. Ich weiß nicht, wer Fred ist, aber er schlägt sich wirklich wacker seit längerem in einer Gegend, in der DSC02611nach Büroschluss die Hose stirbt. Immer wieder vernachlässige ich dieses feine französische Fleischlokal und vergesse es für drei Monate. Warum nur? Wahrscheinlich, weil der Weg nie zufällig abends dort vorbei führt. Hier flaniert keiner entlang, so á la Savigny- oder Kollwitzplatz. Man muß es sich vornehmen.

Der schöne Raum ist groß und langgestreckt und birgt einige unterschiedliche Sitzoptionen, Nischen und Atmosphären. Auch für grössere Gruppen ist Platz, wobei diese denjenigen Gast selten stören, der eine intimere Stimmung schätzt. Groß genug ist es hier, alles verteilt sich angemessen.

Immer wieder der übliche Konflikt: Soll ich das bewährte bestellen, oder etwas neues probieren? Weiterlesen

Deutsches Currywurstmuseum (Mitte)

Wie oft wurde in den vergangenen Jahren bereits ein Currywurstmuseum angekündigt und nie ist etwas daraus geworden.dsc02017

Nun endlich, zum 60. Jubiläum der sensationellen Erfindung von Herta Heuwer, seinerzeit am Stuttgarter Platz in Charlottenburg, wird es so weit sein. Fünf Mio. Euro werden hineingesteckt in das Projekt gleich um die Ecke vom Checkpoint Charlie.
Bis zur Eröffnung am 16.08.2009 ist zwar noch ein wenig Zeit, von außen ist der Ort aber bereits dsc02016erkennbar. An der Fassadenfront erzählt eine Art Comicwand von typischen Szenen, Sprüchen und Begebenheiten, die sich typischerweise an einer Currybude zutragen.

Wenn die Türen auf gehen sieht man die Arbeiter geschäftig werkeln. Brutal und trostlos aber ist deren Mittagspause. Denn: Eine vernünftige Currywurst ist derzeit weit und breit nicht zu bekommen und so muss bis August mäßige China-Pfanne gemümmelt werden.

Schützenstraße 70, 10117 Berlin

www.currywurstmuseum.de/