Fleischerei Bachhuber (Wilmersdorf)

Wir sind unwürdig, wir sind unwürdig.

„Wie, se wollen für Weihnachten etwas vorbestellen? Da hättn se ma vor fünf Wochen kommen müssen. Wir schreiben nix mehr auf. Müssen se halt nächste Woche nochma vorbeischaunkommn, aber geben wirds da wohl ooch nüscht mehr.“

„Wie, Fleisch kleinschneiden? Hamwa keene Zeit füa.“
Wir können uns doch nich um allet kümmarn, wo kämwa denn dahin, wenn jeder Kunde, nee Störenfried, mit irgendsonem Kram kommt?

Einsichtig verlasse ich das Geschäft und hinterlasse drei bestürzte Fleischhandelfachkräfte, deren Fassungslosigkeit, ob meines Ansinnens, mir nahe geht.

Sind das nicht famose Nachrichten im gebeutelten Berlin? Es lebe der Einzelhandel. Solange er noch kann. Nicht allen Händlern geht es in diesen Zeiten schlecht. Manchen geht es noch gut. Manchen geht es zu gut.

Güntzelstraße 47, Berlin-Wilmersdorf

Rum Trader (Wilmersdorf)

Ich übertreibe maßlos, wenn ich diese Bar eine Legende nenne.

Ein seltsam Retro-60ies anmutendes Einkehrobjekt im Eckgebäude an der Fasanenstraße, an dem eine Rumrelevante Fahne weht, die signalisiert, dass geöffnet ist. Klein ist es hier. Platz für sieben Menschen am Tresen (plus erhöhte Bank für zwei Wichtige Personen, falls sie kommen). Ein Tisch in einer ghettoisierten niedrigen-erniedrigenden Nische mit Sitzgelegenheit für 4-7, Garderobe, diverse Quadratzentimeter weiterer Stehraum für Nachrücker.
rum trader
Wer wagt – klingelt.
„Ah, schön Sie zu sehen. Hatten Sie heute wieder im Kohlenkeller zu tun?“ So lautet eine freundliche Begrüßung eines willkommenen Gastes, der nur mittelmäßig gewandet zu erscheinen wagt. Darauf erstmal einen Drink. Ich empfehle: Rum Sour oder Mai Tai (Stufe zwei, danach drei – es gibt mehr) zur Orientierung, Akklimatisierung.
Auf unterhaltsame Weise liefert man sich hier dem Connaisseur am Shaker, Herrn Scholl, aus.
Der Mann lebt seine Bar, er ist diese Bar. Er ist kultiviert, irgendwie brillant; mixologisch einwandfrei sortiert; er verfügt über eine Barbibliothek welche jeden historischen Drink bestellbar macht, er gewinnt jeden dichterischen Rezitierwettbewerb. Er ist Twenties. Er ist ein Snob. Er ist ein ganz besonderer Gastgeber.

Er ist Zigarrenraucher. Herr Scholl hat in Karlsruhe geklagt und allen Berliner Tabakgenießern einen Gefallen getan.

Herr Scholl trat würdig die Nachfolge des legendären Herrn Schröder an. Hans Schröder hat noch im alten Adlon gelernt. Er war ein Lieblingsbarkeeper von Ian Fleming, den er in Berlin und auch in San Francisco bei dem legendären „Trader Vic“ Bergeron bemixt hat. Man sprach viel über Martini, Vesper Martini, geschüttelt, gerührt. Ian Fleming widmete Herrn Schröder im Angedenken an seine feinen Getränke eine Passage in dem Buch „Thrilling Cities“. Später wurde daraus „Octopussy“.
Irgend so eine Agentenserie, sagt man.

Ich nehme noch einen Sanctuary, oder einen Creole Swivvel. Herr Scholl erzählt mir die Geschichte dazu (wenn er nicht gerade etwas an meiner Garderobe zu bemängeln hat). Die letzte Bestellung macht er selbst: er bestellt ein Taxi für den Gast, der am nächsten Morgen die Frage stellt: ist mir das wirklich passiert? Es ist. Oder?

Glauben Sie mir nichts, denn alles ist nur ein Gerücht. Dennoch: die Legende, sie lebt, mixt, genießt, erzählt.
Und eigentlich habe ich gar nicht so sehr übertrieben…

Fasanenstraße 40, 10719 Berlin-Wilmersdorf

Sweden Shoppa (Wilmersdorf)

Da bildet man sich ein, der Große Kurfürst hätte 1675 nach der Schlacht von Fehrbellin die Schweden aus der Umgebung verjagt, und darf heute feststellen: Irrtum!

Heimlich, still und leise haben sie ausgerechnet in Wilmersdorf, gar nicht so weit weg vom Fehrbelliner Platz, eine neue Bastion errichtet. Diesmal glücklicherweise in friedlicher Absicht.

Bewaffnet mit Topflappen, Schweden-Clogs, Rentierfleisch und sehr würzigem Käse verschanzen sich die Nordmänner in einem Mini-Supermarkt mit ihren diversen Produkten aus Wolle, Milch, Fisch und Rentier.
Alles ist ziemlich durcheinander Weiterlesen

Bellwinkel – Feine Kost und Zubehör (Wilmersdorf)

Die Dekoration sticht ins Auge. Sehr geschmackvoll und sehr abwechslungsreich. Zunächst sieht man ein Geschäft. Kulinarisches Zubehör wird gehandelt. Kochbücher, Salze, Öle, Chutneys und auch Geschirr. Alles handverlesen, sorgfältig ausgesucht.

Je nach Lust und Saison wird die Dekoration und das Sortiment einem Leitmotiv unterworfen und die Weiterlesen

Die Quadriga im Brandenburger Hof (Wilmersdorf)

Ein Viergespann auf jedem Teller! Aber keine Sorge: es ist nicht zwangsläufig vom Pferd. Vier kulinarische Sequenzen werden jeweils miteinander kombiniert. Es ist schon spannend, diese Geschmacksvariationen dann jeweils miteinander zu vermengen.
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6-Gang-Menü zu 122.- war toll. Zum Beispiel der Fischgang: Thunfisch, Sesam, Paprika-Chutney, bittere Salatmischung. Dann Angelkabeljau, Lauch, Tartar, Stracciatella Eis. Wow.
Oder vorher noch: Sauerampfer, Brühe, Fisch in Gelee, Gurke.

Bei den Amuse bouche wurde die magische „Vier“ vernachlässigt: So grüsste uns ein Vogelbeerorbet und später ein…..Achtung! Trommelwirbel!..Pfiff!…Mini- Weiterlesen

Namaskar

Update im Sommer 2015: Leider ist das Restaurant nun geschlossen.

Seit längerer Zeit beständig guter Inder. Leckere Vorspeisen und Suppen und eine fantastische Auswahl an frischen Hauptspeisen mit finessenreichen Soßen.
Alles zart, selbst den Lammgerichten kann man vertrauen. Netter Service, glücklicherweise ist das Interieur nur ganz leicht folkloristisch angehaucht.

Viele Stammgäste. Oft herrscht eine sehr vertraute Atmosphäre. Wein ist keine leichte Kombination zu den würzig-cremigen Sossen. Natürlich gibt es die üblichen Lassis.
Besser Bier trinken. Es gibt Berliner Kindl und indisches Jogi-Bier vom Faß (letzteres war allerdings eher etwas lauwarm) und Kingfisher Lager.
Die Portionen sind reichlich. Preislich sind wir natürlich über den vielen Imbiss-Indern, aber der qualitative Unterschied wird eben auch mehr als deutlich.

Pariser Straße 56, 10719 Berlin-Wilmersdorf

Tokyo Haus (Wilmersdorf)

Teppan Yaki Tische in allen Nischen. Abends elegante Zubereitung in stilechtem Interieur mit feinsten und frischen Zutaten. Am Tisch wird nach dem Geschmack des Gastes gebruzzelt und gesosst. Sehr fein und von Stammgästen goutiert. Der Mittagstisch lockt mit bunter Vielfalt. Sushi, stets frisch nachgelegt, Standardgerichte mit Reisnudelhuhn und…eben auch Teppan Yaki. Das Mittagsbuffet hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber die wahre Qualität dieses ansprechenden und anspruchsvollen Restaurants offenbart sich erst zum vollen Preis, am Abend. Der Service, übrigens, wird Sie bestens umsorgen!

Brandenburgische Straße 30, 10707 Berlin-Wilmersdorf
www.tokyohaus.de/