Riva Bar (Mitte)

Eigentlich ein Traum für Barflies. Grosser ovaler Bartresen im halbdunkel im Bahnbogen unter der Stadtbahn. Solide Barkultur mit hervorragenden Zutaten. Man pflegt die Klassiker und bereitet nicht nur bunte, tropische Blumentöpfe. Etwas Abseits der touristischen Trampelpfade am Hackeschen Markt, daher wenig Zufallskundschaft. Auch interessante Sounds bekommen ihren Raum, ohne zu belästigen. Extrem nervig: beinahe täglich andere Öffnungszeiten zwischen 19 und 21 Uhr. Welcher Gast mag sich das schon merken. Aperitif vor dem Essen gehen daher oft Fehlanzeige – rütteln an verschlossenen Türen bringt wenig Spaß.

Dircksenstraße Bogen 142, 10178 Berlin-Mitte

http://www.riva-berlin.de/

Kunstobjekt „Container“

Endlich hat Konsumkritik wieder einen Platz in der Kunst-Raum Wahrnehmung Berlins gefunden.dsc01070

Der Name des Künstlerduos „Becker + Armbrust“ ist unausweichlich verbunden mit genau diesem Stil, als mobile, temporäre Installation.
Orange, goldfarben ist der Hinweis auf Sonne, Wohlstand, Prosperität. Subtil durchzogen von rostigen Linien, die uns die Vergänglichkeit deutlich vor Augen führen.
Vergänglich der Wohlstand, vergänglich das Utensil, welches uns heute noch Freude bereitet….morgen schon langweilig, der Vernichtung anheim gestellt wird.
Fort damit!? Nein, halt, verschlossen ist das goldene Behältnis. Mag es voll sein? Hütet es einen Schatz?
Subtil platziert sind die Kübelobjekte, die sich um den goldenen Gral scharen und uns fragen: wohin?
Der Betrachter mag sich sogar aufgefordert fühlen: ja, auch Du! Eingreifen, Einwerfen, Entsorgen.

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Corroboree Australian Bar & Restaurant (Mitte)

Die Möglichkeit, das Treiben im belebten Sony-Center bei einem Newcastle Ale zu beobachten ist wohl der überzeugendste Grund, diese Einrichtung aufzusuchen. Uninspiriertes Personal schleppt Essen über weite Strecken zu Gästen, die oft vergeblich auf Blickkontakt oder freundliches Lächeln hoffen. Nun gut, es ist ein Ort der flüchtigen touristischen Einkehr. Intensiv aromatisierte Soßen überdecken den Rest des Gerichtes, so dass eine Kontrolle der Frische schwer möglich ist. Wer interessante australische Küche in Berlin erleben möchte, hat glücklicherweise andere Alternativen. Für Schulklassen oder andere grössere Gruppen sicherlich ganz gut geeignet.

Bellevuestraße 5 (im Sony Center), 10785 Berlin-Tiergarten
www.corroboree.info

Restaurant Alte Pumpe (Tiergarten)

Im ehemaligen Pumpwerk sitzt man sehr ungewöhnlich zwischen den alten Maschinen. Primär für Gruppen ist diese Einrichtung gedacht und dann auch ein guter Tipp, da der Raum genügend Platz bietet und Tagungsmöglichkeiten angeschlossen sind. Für den Einzelbesucher gibt es den Sonntagsbrunch und diverse Jazzevents.
Der Service ist sehr freundlich und engagiert, das Essen ist ordentlich, sei es Büffet oder Tellergericht. Keine Gruppenabspeisung, wie so oft bei ähnlichen Konzepten.

Lützowstraße 42, 10785 Berlin-Tiergarten
www.altepumpe.de/

Felsenkeller (Schöneberg)

Es geht um Bier, hier. Die deftige Notküche ist zu vernachlässigen. Besser nur zum trinken (Bier) kommen und vorher speisen. Das Stammpublikum ist mit literarisch-akademischen Debatten beschäftigt und gönnt den anderen Besuchern meist nur den uninteressanten Zweitraum. Musik wurde hier noch nie gespielt. Ein angenehm-anregender Murmelpegel bestimmt die Atmosphäre. Früher kam noch der Hauch von Rauch hinzu. Gerade diesem Lokal bekommt das Nichtraucherschutzgesetz gar gar nicht. Mal sehen wie es weitergeht. In der Zwischenzeit: bitte noch ein famos-frisch gezapftes Fürstenberg, Köpi, Budweiser, Rothaus, usw., usw.

Akazienstraße 2, 10823 Berlin-Schöneberg

Tel: 030-7813447

Montevideo (Schöneberg)

Toller Blick auf einen der schönsten Plätze Berlins, daher stets proppenvolle Terrasse. Innen unspektakulär und geräumig mit Kinder-Ghetto-Ecke. Schöne offene Weine, die der entspannte Service auch bringt, wenn man Geduld hat. Küche unspektakulär und wenig kreativ inspiriert, auch wenn die Speisekarte als Weltreise daherkommen möchte. Nein, nennen wir die Küche ruhig langweilig und dabei recht happig bepreist. Jedes noch so popelige Langweilergericht ist ca. 3.- Euro zu teuer.

Lage bezahlt man halt nicht nur am Brandenburger Tor.

Viktoria-Luise-Platz 6,10777 BerlinSchöneberg

Tel: 213 10 20

Samadhi (Mitte)

Ausschließlich vegetarische Asia Kost wird hier geboten. Frisches Gemüse und originelle Tofu-Gerichte lassen Fleisch auch gar nicht vermissen. Die grüne Curry-Sauce könnte schärfer sein. Sehr freundliches Personal sorgt dafür, dass man sich familiär-herzlich willkommen fühlt. Gerade zur Mittagszeit sieht man an den Gästen, dass wir uns im Regierungsviertel befinden. Genau gegenüber ist ja immerhin das Verbraucherschutzministerium und sorgt für ministeriale Überprüfung.

Wenn man Pech hat, platzt das Lokal aufgrund einer anwesenden Reisebusladung aus allen Nähten.
Abends ist es hier atmosphärisch dann ruhiger und intimer, wenngleich das Interieur eher belanglos daher kommt. Nicht wirklich preiswert, 200 Meter vom Brandenburger Tor zahlt man die Lage halt mit.

Wilhelmstraße 77, 10117 Berlin-Mitte
samadhi-vegetarian.de/

Wirtshaus Halali (Wannsee)

Familiäre österreichische Gaststätte. Mehrere Räume stehen in dem kuscheligen Wirtshaus zur Wahl und erzeugen Landbeis´l feeling. Wie gut, das Wannsee ausflugstechnisch immer mal wieder auf dem Weg liegt, denn: das Wirtshaus Halali ist nicht nur gemütlich, sondern auch sehr lecker.

Ich liebe die Sonntage dort, denn dann (und nur dann) gibt es den Schweinsbraten im Kümmelsaft’l mit lauwarmen Speckkrautsalat und hausgemachten Serviettenknödel zu knapp 14 Euro.
Freitag ist dann Brathendltag, auch nicht schlecht.

Es gibt eine sehr sympathische Weinberatung, die es geschickt verteht, auch auf ungewöhnliche Tropfen neugierig zu machen. Stammgäste und Familienfeiern sind hier nichts ungewöhnliches.

Obacht: Montag und Dienstag ist zu.

Königstraße 24, 14109 Berlin-Zehlendorf
www.halali.de

Maredo im Zollernhof

Zu dem klassischen Konzept von Maredo muss ich sicher nicht umfangreich palavern. Unter den Linden allerdings lohnt ein Halbsatz zur besonderen Verortung. Man teilt sich einen Innenhof mit dem ZDF Hauptstadtstudio und so hat der geneigte Steak-Konsument hier die Gelegenheit, quasi in der Hauptstadtstudiokulisse von Morgenmagazin oder Berlin-Mitte zu speisen.

Mein Lob gilt hier dem Restaurantleiter, der sein Team auch bei grösseren Gruppen und vollem Haus freundlich und souverän dirigiert.

Unter den Linden 36, 10117 Berlin-Mitte
030 20647871

China Restaurant Good Friends

Hektische Betriebsamkeit in schnörkellosem Ambiente, wenn das nicht typisch ist für internationale China Restaurants. Zahlreiche chinesische Kundschaft gibt sich hier die Klinke in die Hand und viele Gerichte werden nur in entsprechenden Schriftzeichen auf der Karte geführt. Neben einer guten Auswahl an Dim-Sum Happen wird auch bei den Hauptgerichten frisch, ungewöhnlich und glutamatfrei aufgetischt. Ich gesteh: ich bin süchtig nach der Wan Tan Suppe. Aber auch die Reisteig Gerichte sind vorzüglich und ansonsten doch sehr selten zu bekommen. Meine Empfehlung: Rindfleisch mit Salz und Pfeffer. Klingt einfach, schmeckt gewaltig. Testen Sie die Weinberatung, Sie werden positiv überrascht sein. Ansonsten gibt es diverse leckere Teesorten und Fürstenberg vom Fass.

Mein Megaplus: auch spät in der Nacht wird noch Essen bereitet.

Kantstr. 30, 10623 Berlin-Charlottenburg
www.restaurant-goodfriends.de/