The Village Pet Store and Charcoal Grill (Grennwich Village)

Nichts ist so, wie es scheint. Hereinspaziert in das alte, ehemalige Haustiergeschäft für die Village People.

Käfige, Aquarien, Schaufenster voller Tiere sind noch immer da. Sie sind gut gefüllt.
pa160263 Süß, wie die chicken nuggets aus den Soßenschälchen picken, anmutig schwimmen die Fischstäbchen im Kugelglasaquarium. Der geschminkte Hase feilt sich gerade die Pfotennägel und elegant schlängeln sich die Hot-Dog-Würste zu ihren Brötchen. Eine Riesenspinne prüft den Kaugummiautomaten.

Wer mich nun für betrunken oder blöde hält, oder den Drogenkonsum in Greenwich Village verdammt, dem mag ich das nicht übel nehmen.
In der Tat ist der ausrangierte Zooladen zu einer begehbaren Kunstinstallation umgewandelt worden, die so manchen fragenden oder irritierten Blick provoziert.

pa160266Ein britischer Künstler ist verantwortlich, der eigentlich mit Street-Art und Graffiti Aktionen bekannt geworden ist: Banksy. Ich glaube, Bristol ist seine Heimat, zumindest gibt es dort zahlreiche spektakuläre Momente zu sehen von dem Mann, von dem keiner weiß, wie er aussieht.
Vielleicht habe ich ihn gesehen. Womöglich war er im Pet Store um zu schauen, wie die Leute reagieren.

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Kunst, Konsumkritik, ein Heidenspass? Jeder darf für sich entscheiden.

Ein paar Bilder habe ich heraufgeladen, bessere Bilder und mehr Information zu diesem faszinierenden Vogel gibt es unter:
http://www.banksy.co.uk
und
http://www.rebelart.net/diary/?p=721

Dabei lässt sich das „Manifesto“ des Banksy finden:
„When I was a kid I used to pray every night for a new bicycle.
Then I realised God doesn’t work that way, so I stole
one and prayed for forgiveness.“

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7th Avenue South 89, Greenwich Village, NY 10014 New York

http://thevillagepetstoreandcharcoalgrill.com/

Sushi Samba 7 (New York)

Ein Bekannter wollte mich warnen: „Hier gehen dünne Menschen nicht-essen. Solche, die dünn bleiben wollen. Vielleicht siehst Du ein paar staksige Models.“

pa160261Die Warnung half nix, das Design auf zwei Etagen sah irgendwie zu ulkig aus, außerdem hatte ich im benachbarten „Village Pet Store“ durch Fischstäbchen kulinarische Inspiration erhalten.

So galt es dann, ratlos über der Karte zu brüten, die Sushi genauso wie südamerikanische Kompositionen anbot. Kuriose Mischung. Am Wochenende werden auch südamerikanische Rhythmen geboten.  Unagi Rio? Komisch das.

Das Sashimi kam mit einer säuerlich-wässrigen Feuchtigkeit, die Maki-Rollen waren mit cremiger Soße erschlagen. Was auf der Karte kreativ klang, war mit Aromen zugekleistert, die die Frische des Fisches nicht mehr prüfbar machten. Immerhin schlägt eine solche Rolle mit um die $15 zu Buche.

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Die Peruanischen und Brasilianischen Spezialitäten habe ich nicht verkostet. Ich sah auch sonst niemanden selbiges tun. Eigentlich sah ich auch niemanden überhaupt essen.
Jedenfalls wurde mehr in das Design als in die Köche investiert. Man kann ja auch einfach auf einen Margarita vorbeischauen.

Seventh Avenue South 87, 10014 New York

www.sushisamba.com

The Stanton Social (New York)

Ein Hurra auf die Häppchen. Im Stanton Social erwartet den Nachtschwärmer eine besondere Interpretation des Phänomen Tapas. Noch nachts um zwei kann hier von federleicht bis super-mächtig gespeist werden. Jeder wählt sich seine Dosis selbst.

pa190394Man betritt einen Raum, der zur Hälfte eine Hommage an die 1940er Jahre darstellt, mit schweren Ledersesseln, dunklem Holz und kräftigen Farben an den Wänden. Die andere, obere Hälfte, trägt modern designete Beleuchtungselemente, hell gestrichene nackte Backsteinwände und ein hinter die Treppe integriertes Weinregal. Viele Kerzen flackern stimmungsvoll.
Auf einer der beiden Etagen kann die geeignetste Atmosphäre gewählt werden.

Die Grundidee besteht daraus, dass sich der ganze Tisch alles teilt, was nach und nach auf den Tisch kommt. Die Karte bietet Weiterlesen

New Museum (New York)

Das einzige Museum in NYC, das sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst verschrieben hat.

Seinen Anfang nahm dieses Museum 1977 als eine art alternative Graswurzel Kunst-Plattform. Das neue Haus zeigt, wie weit man sich erfolgreich entwickelt hat.
Architektonisch recht aufregend ist der Bau von Sejima+Nishizawa/SANAA, der wie aufeinandergestapelte Kisten wirkt.
Erst im Dezember 2007 hat das neue Gebäude eröffnet und auf sieben Etagen werden unterschiedliche Aspekte künstlerischen Treibens ausgestellt, erklärt, durchgeführt.
pa180329Im Keller ein Theater, drei Galerieebenen mit Ausstellungen, ein Seminarcenter und eine famose Dachebene, der Sky Room, mit famosem Blick über SoHo. Obacht: der Sky Room ist nur am Wochenende geöffnet.

Die Galerien sind weiße Räume, hell beleuchtet, mit Bildern und Installationen. Jede Etage hat eine andere Deckenhöhe und somit ein anderes Raumgefühl. Viele Führungen und Diskussionen finden statt. Es hat eine sehr un-museale Atmosphäre und immer noch eine alternative Zielgruppe.
Sehr lebendig.

Bowery 235, 10002 New York

www.newmuseum.org

Gino´s East of Chicago (Chicago)

Jeder Reisende hat das Recht, mindest einmal auf der Reise saudumm in eine absolute Touristen-Falle zu geraten. pa140174

In Berlin ghettoisieren wir die Reisegruppen im Nikolaiviertel, damit sie uns nicht in unseren Stammlokalen behelligen.
In Chicago, der „Hauptstadt der Deep-Pan-Pizza“, redet man dem Besucher ein, unbedingt eine world famous unglaublich familienfreundlich dick belegt und sooooo was von original ortstypische Pizza über sich ergehen zu lassen. Weiterlesen

Le Lion (Hamburg)

Glückliches Hamburg!
Eine solche Bar ist in der Hansestadt nicht ohne weiteres zu finden.
Eleganz und Stil strahlt das Interieur und das Lichtdesign aus, und – eine entsprechende Bepreisung der Getränke ist dabei unvermeidlich.
Schon beim betreten wird deutlich: wer billiges Trinkvergnügen aus bunten Eimern mit Schirmchen darauf sucht, sucht hier vergebens. Man stelle sich Herrn Meyer vor, wie er eine Polonaise durch diese Räumlichkeiten anführt.
Nein, nein, gedämpfte Stimmen, dezente Beschallung, aufrechter Gang, ohne dass die Nase ganz weit oben ist.

Die Karte ist klein gehalten, soll aber eben zur Beratung animieren. Die Beratung ist hervorragend. Einige Stichworte zum aktuellen Geschmacksbedürfnis genügen, schon wird aus einer Idee der Tresenhüter ein stimmiges Ergebnis im Glas. Dazu wird selbstverständlich Wasser gereicht und, bei Bedarf und Interesse, reichhaltiges Wissen aus Cocktailkultur und Bargeschichte.

Das Ambiente ist sicherlich Geschmackssache. Dunkle, schwere Farben und Materialien. Das kann schon erdrückend wirken, vor allem, wenn erst wenige Gäste zugegen sind. Besser gute Gesellschaft mitbringen.

Armes Hamburg!
Sehr bedauerlich, dass das Angebot an High-End Cocktail Bars doch recht überschaubar ist. Wer will schon lauwarm angerührte Plörre auf klebrigen Böden zu sich nehmen.
So ist es unvermeidlich, dass wichtige europäische Barveranstaltungen eben nicht hier, sondern in London, Berlin und Bratislava statt finden. Vielleicht ändert sich das ja bald. Das Le Lion ist ein großer Schritt dahin.

Rathausstraße 3, 20095 Hamburg

http://www.lelion.net/

Pegu Club (New York)

Eine Treppe geht es hinauf und man befindet sich in einer anderen Zeit. Im Kolonialstil ist die Bar eingerichtet, in mehrere Räume unterteilt.

Der Bartresen ist von beachtlicher Größe und die Spirituosen dahinter sagen dem Barfly: „Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt!“

Selbstverständlich bestellt man als ersten Drink einen Pegu Club, nach dem sich der Ort nennt. Ein alter Klassiker (mit Gin, Cointreau, Limettensaft und Angostura Bitters), der endlich auch in Deutschland wiederentdeckt wird.

Sehr aufmerksame und freundliche Barkeeper, die absolut sorgfältig mixen. Auch kann man sich hier gute Tipps für weitere vielversprechende Cocktailexpeditionen in NYC holen.

Eigenkreationen, Fachwissen, sorgfältigst sortierte Spirituosen. Hier verbringe ich meine Happy Hours and hours and hours….

West Houston Street 77, 10012 New York

www.peguclub.com

Kilchoman Distillery (Islay)

Mühsam quält sich das Fahrzeug über eine staubige Geröllpiste zur westlichsten Destillerie Schottlands.

07-05-handy0612b-058Die durstige Kehle, die sich nun nach einem Schluck Whisky sehnt, wird leider enttäuscht, denn die westlichste ist gleichzeitig auch die jüngste Destillerie.
Erst 2005 wurden die Gebäude fertig gestellt und der Prozess der Whisky-Bereitung begonnen.

Kenner wissen: das dauert nun noch ein paar Jahre, bis der erste Whisky der Marke Kilchoman (gesprochen: „kilhoman“) auf die Flasche gezogen wird.
Lediglich einen „New Spirit“ kann man probieren und in Miniaturflaschen auch erwerben. Es handelt sich dabei um das Rohdestillat, welches mit einem Alkoholgehalt von 63,5% ins Faß zur Reifung kommt.
07-05-handy0612b-057Erst 2011 werden erste Flaschen mit einem jungen Whisky auf den Markt kommen. Eine Vorbestellung ist bereits heute möglich, wie man sie von Bordeaux Weinen kennt. Ist aber teuer und niemand kann wissen, wie das Ergebnis denn sein wird.

Ein Besuch der Destillerie ist dennoch lohnend, wenngleich sehr seltsam. Mitten im Niemandsland befindet sich eine funkelnagelneue Produktionsstätte. Alles soll möglichst biologisch sein und man mälzt auch selbst, das ist heute selten.

Dazu gehört noch ein riesiger disneyesker Verkaufsladen einer Whiskymarke, die es eigentlich noch gar nicht gibt. Man kann aber schon Gläser mit Logo, T-Shirts, Seife, Käse usw. erwerben und sehr leckeren Kaffee in der zugehörigen Gaststätte konsumieren. (Natürlich gibt´s auch Tee…!)

Rockside Farm Bruichladdich

www.kilchomandistillery.com

Blue Ribbon Sushi (New York)

Asia und Fusion Küche ist in N.Y.C. gerade sehr angesagt. Oft in großraum-Hotspots mit Reservierungs-Folter-Methoden und Klimaanlagen, die einem die Stäbchen nach oben ziehen.

p9150188Erfrischend anders, weil traditionell und entspannt, war das Blue Ribbon.
Wie gut, dass ich mir den „Rough Guide Directions“ gekauft hatte. Hier gab es durchweg klasse Gastro-Empfehlungen. So gerieten wir nach SoHo.
Das Buch hatte vor langen Schlangen gewarnt (also Menschen- Einlass begehrend), aber ich hatte wohl einen ruhigen Tag erwischt, so dass wir auch gleich die Premium-Plätze am Tresen erhielten, mit bestem Blick auf das Tun und Treiben der Sushi-Meister. Das wirkte Vertrauen erweckend. Wir wurden mutig und orderten „Omakase“ – wir begeben uns in die Hände des Meisters.

Ergebnis war eine kunstvolle Platte (siehe Foto) und ein purer Genuss. Natürlich war vieles neu, da dort auch andere Fischarten Verwendung finden, aber eines hatte ich noch nie: das Skelett eines Fisches war kunstvolle Deko auf dem Teller. Wurde uns aber in „Stufe zwei“ weggenommen und frittiert. Dann kam es zurück und wir sollten es knabbern. Ungläubig zunächst, dann mit neugierigem Erstaunen – wie Kartoffelchips. Lustig.

Eine weitere Spezialität ist die riesige Auswahl von Sake. Hier wird der p9150186Reiswein stets kalt getrunken. Wir wurden liebevoll beraten und anscheinend fand man unsere Gefräßigkeit lustig und so erhielten wir diverse Fisch- und Reisweinproben zusätzlich.

Es war toll.
Und: die Küche serviert auch bis spät in die Nacht (so ca. zwei Uhr).

119 Sullivan St, 10012 New York

www.blueribbonrestaurants.com

Barcade (New York)

Erst kürzlich hatte der „New Yorker“ eine Karikatur in der sich Menschen auf der Upper East Side fragen: „und…wann ziehen Sie nach Brooklyn?“

Brooklyn wird cool. Gut, die Brooklyn Heights haben schon länger so Leute wie Woody Allen, Spike Lee und Barbara Streisand auf der Promi-Liste. Aber Williamsburg?
Ein Berlin-Vergleich: Williamsburg zu Brooklyn Heights verhält sich ungefähr so wie Berlin-Friedrichshain zu Berlin-Friedrichstraße.
Studis, Künstler, ein bisschen ranzig (selbst geraucht wird in W.B.).
Immer mehr Geschäfte, Lokale und Belebung.
Leider immer noch Taxifahrer, die sich weigern hierher zu fahren. Was allerdings eher mit mangelnder Orientierung zu tun zu haben scheint, als mit Sicherheitsbedenken.

Wir betreten eine ehemalige Autoreparaturwerkstatt und….hurra: ich werde nach meinem Ausweis gefragt. Das ist mir seit 15 Jahren nicht mehr passiert!

Ich darf rein!

Am Tresen fordert das Studium der Bierauswahl heraus. Das Besondere hier: man widmet sich den Kleinstbrauereien in riesiger Auswahl. Ca. 20-25 gibt es vom Faß.
Leider ist es nur schwer möglich, sie alle zu probieren. Aber fast alle machen neugierig, alleine schon durch Namen wie Harpoon U.F.O. Hefeweizen; Magic Hat No.9; Southampton Espresso Stout etc.

Das war der Bar Teil. Jetzt zu Arcade! Der Tresen ist in der Mitte. Aussen an den Wänden stehen ungefähr 40 Spielautomaten der 1980er Jahre. Alle funktionieren. Für 25 ct. pro Spiel kann man Klassiker wie Pac Man, Frogger, Zaxxon und mehr spielen. Eine Zeitreise.
Aber auch die versammelten skurrilen Gestalten zu betrachten ist ein Abenteuer.

Hin und wieder (allerdings eher selten) finden Themenabende mit Bierverkostungen statt. Z.B. „He Brew Night“ mit koscheren Bieren.

Sensationell schräg! Wenn in Brooklyn: unbedingt hin.

388 Union Avenue, Brooklyn, Williamsburg, New York NY 11211 New York

www.barcadebrooklyn.com/