DeutschlandRadio

Abgesehen vom Radioprogramm, kann sich der Freund der Rundfunkhistorie, genau wie der medien-technisch interessierte Kabelaufroller, aber auch eine Hörspielfreundin, die jeden Fehlton akustisch ausmachen kann, sich hier für eine Führung anmelden. dsc01118

Die Führungen im Haus werden engagiert und nett begleitet. Je nach Laune der Redakteure kann man ganz unmittelbar der Produktion beiwohnen.
Ursprünglich wurde medizinisches Gerät hier verarbeitet, bis die US-Militäradministration vom östlichen Rotfunk (der ja eine Zeit lang vom Reichskanzlerplatz/Theodor-Heuss-Platz im Herzen des britischen Sektors sendete) die Nase voll hatte und einen Rundfunk im amerikanischen Sektor entgegen setzte. Den RIAS.

In den ewiglangen Gängen Weiterlesen

New Museum (New York)

Das einzige Museum in NYC, das sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst verschrieben hat.

Seinen Anfang nahm dieses Museum 1977 als eine art alternative Graswurzel Kunst-Plattform. Das neue Haus zeigt, wie weit man sich erfolgreich entwickelt hat.
Architektonisch recht aufregend ist der Bau von Sejima+Nishizawa/SANAA, der wie aufeinandergestapelte Kisten wirkt.
Erst im Dezember 2007 hat das neue Gebäude eröffnet und auf sieben Etagen werden unterschiedliche Aspekte künstlerischen Treibens ausgestellt, erklärt, durchgeführt.
pa180329Im Keller ein Theater, drei Galerieebenen mit Ausstellungen, ein Seminarcenter und eine famose Dachebene, der Sky Room, mit famosem Blick über SoHo. Obacht: der Sky Room ist nur am Wochenende geöffnet.

Die Galerien sind weiße Räume, hell beleuchtet, mit Bildern und Installationen. Jede Etage hat eine andere Deckenhöhe und somit ein anderes Raumgefühl. Viele Führungen und Diskussionen finden statt. Es hat eine sehr un-museale Atmosphäre und immer noch eine alternative Zielgruppe.
Sehr lebendig.

Bowery 235, 10002 New York

www.newmuseum.org

Schweighofer’s Weinstube Heuriger (Charlottenburg)

Was bin ich froh. Endlich gibt es hier ein österreichisches Bier zur Brettljause am schönen Kachelofen im Bauernstuben Ambiente. Gösser Bier hat das unpassende Veltins ersetzt. Das fehlte noch zur alpenländischen Glückseligkeit, da nicht immer ein Veltliner oder Blaufränkischer erwünscht ist.

Wobei: die Auswahl der offenen Weine ist ordentlich und die Preise fair.

Allein: die Küche macht´s. Nicht nur Dienstags, wenn all-you-can-eat-Backhendl auf dem Programm steht.
Die Küche hat mich hier noch nie enttäuscht. Die Frittatensuppe ist fein (3,50). Ich liebe das Ottakringer Bratl-Carpaccio, welches ein dünn aufgeschnittener Weiterlesen

Vinum Spezialitätenkontor (Charlottenburg)

Hereinspaziert in die ehemalige Metzgerei. Alte Kacheln und Fleischerhaken sind der Rahmen für eine schöne Auswahl europäischer Weine.

Herr Schiechel ist Frankreich-Experte und Liebhaber. Das merkt man an dem Sortiment und an seinen Erklärungen.

Vinum - Wein

Vinum - Wein

Bordeaux, Burgund, Loire, Sauternes. Hier liegt der Schwerpunkt. Cremant: vielleicht der Bouvet? Champagner: natürlich der Ruinart Rosé!
Auch Deutschland und weitere europäische Regionen (Italien, Spanien, Österreich, sehr schön: Portugal) sind vertreten. Übersee sucht man vergebens.
Besser, man wählt sich einen Schwerpunkt, hinter dem man voller Überzeugung steht!
Lassen Sie sich beraten, Sie werden womöglich begeistert sein. Gerade bei Empfehlungen zu komplizierten Menüfolgen und seltsamen kulinarischen Kombinationen empfiehlt man Weiterlesen

Gino´s East of Chicago (Chicago)

Jeder Reisende hat das Recht, mindest einmal auf der Reise saudumm in eine absolute Touristen-Falle zu geraten. pa140174

In Berlin ghettoisieren wir die Reisegruppen im Nikolaiviertel, damit sie uns nicht in unseren Stammlokalen behelligen.
In Chicago, der „Hauptstadt der Deep-Pan-Pizza“, redet man dem Besucher ein, unbedingt eine world famous unglaublich familienfreundlich dick belegt und sooooo was von original ortstypische Pizza über sich ergehen zu lassen. Weiterlesen

La Pignata (Charlottenburg)

Unauffälliger Geheimtipp nahe der ansonsten gastronomisch trostlosen nördlichen Wilmersdorfer Straße. Winzig ist dieser Italiener (besser reservieren) in Landhausoptik mit hervorragender Speisenqualität zu angemessenen Preisen. Will sagen: nicht ganz billig.
Sehr gut ist die Weinauswahl und -beratung(!)Es werden 14 offene Weissweine und 8 offene Rote ausgeschenkt. Ein Glas kostet 5-6 Euro und auch die Flaschenpreise sind recht günstig.
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Vertraute Stammgast-Atmosphäre. Viele der Anwesenden begrüssen sich untereinander. Hier wird gelacht und gefeiert, aber auch ein intimes Rendezvous hat hier einen romantischen Ort.

Unbedingt probieren: Lammkarree in Salzkruste für um die 25.-. Lecker waren ebenfalls die getrüffelten Teigtaschen mit Linsen und Estragon zu 13.-
Danach dann ein Pflaumen Pannacotta mit Birnenscheiben.

Spielhagenstraße 2, 10585 Berlin-Charlottenburg

Le Lion (Hamburg)

Glückliches Hamburg!
Eine solche Bar ist in der Hansestadt nicht ohne weiteres zu finden.
Eleganz und Stil strahlt das Interieur und das Lichtdesign aus, und – eine entsprechende Bepreisung der Getränke ist dabei unvermeidlich.
Schon beim betreten wird deutlich: wer billiges Trinkvergnügen aus bunten Eimern mit Schirmchen darauf sucht, sucht hier vergebens. Man stelle sich Herrn Meyer vor, wie er eine Polonaise durch diese Räumlichkeiten anführt.
Nein, nein, gedämpfte Stimmen, dezente Beschallung, aufrechter Gang, ohne dass die Nase ganz weit oben ist.

Die Karte ist klein gehalten, soll aber eben zur Beratung animieren. Die Beratung ist hervorragend. Einige Stichworte zum aktuellen Geschmacksbedürfnis genügen, schon wird aus einer Idee der Tresenhüter ein stimmiges Ergebnis im Glas. Dazu wird selbstverständlich Wasser gereicht und, bei Bedarf und Interesse, reichhaltiges Wissen aus Cocktailkultur und Bargeschichte.

Das Ambiente ist sicherlich Geschmackssache. Dunkle, schwere Farben und Materialien. Das kann schon erdrückend wirken, vor allem, wenn erst wenige Gäste zugegen sind. Besser gute Gesellschaft mitbringen.

Armes Hamburg!
Sehr bedauerlich, dass das Angebot an High-End Cocktail Bars doch recht überschaubar ist. Wer will schon lauwarm angerührte Plörre auf klebrigen Böden zu sich nehmen.
So ist es unvermeidlich, dass wichtige europäische Barveranstaltungen eben nicht hier, sondern in London, Berlin und Bratislava statt finden. Vielleicht ändert sich das ja bald. Das Le Lion ist ein großer Schritt dahin.

Rathausstraße 3, 20095 Hamburg

http://www.lelion.net/

Bar in der Mariannenstrasse (Kreuzberg)

Neue Cocktails für Kreuzberg. Sympathische Neueröffnung in dem Viertel rings um den Landwehrkanal, das derzeit immer öfter unter dem Namen „Kreuzkölln“ genannt wird.

Alles ist noch sehr frisch, man riecht noch einen Hauch von Malerarbeiten. Der Barbestand kann noch wachsen, das Grundsortiment ist durch alle Spirituosen hindurch schon hochwertig präsent.
Der Bartender hat schon in einigen Berliner Bars die Gäste bemixt, jetzt ist das eigene Projekt fällig. Man spürt Herzblut und Weiterlesen

Pegu Club (New York)

Eine Treppe geht es hinauf und man befindet sich in einer anderen Zeit. Im Kolonialstil ist die Bar eingerichtet, in mehrere Räume unterteilt.

Der Bartresen ist von beachtlicher Größe und die Spirituosen dahinter sagen dem Barfly: „Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt!“

Selbstverständlich bestellt man als ersten Drink einen Pegu Club, nach dem sich der Ort nennt. Ein alter Klassiker (mit Gin, Cointreau, Limettensaft und Angostura Bitters), der endlich auch in Deutschland wiederentdeckt wird.

Sehr aufmerksame und freundliche Barkeeper, die absolut sorgfältig mixen. Auch kann man sich hier gute Tipps für weitere vielversprechende Cocktailexpeditionen in NYC holen.

Eigenkreationen, Fachwissen, sorgfältigst sortierte Spirituosen. Hier verbringe ich meine Happy Hours and hours and hours….

West Houston Street 77, 10012 New York

www.peguclub.com

Likörfabrik am IfgB (Wedding)

Konkurrenz für Leydicke. Neue Liköre braucht das Land. Hier kann jeder nicht nur verkosten und kaufen, nein: es gibt auch Seminare, Führungen und Kurse zur Likörherstellung.

Lustig ist die Verkostung, bei der es heitere fünf Destillate ins Glas gibt. Mühsamer ist da schon das Produktionsseminar. Unter fachkundiger und sehr geduldiger Anleitung geht es in gut drei Stunden vom Ausmessen, Destillieren und Abfüllen bis zum eigenen Etikett. Prost.

Das Faszinierende ist: ein moderner Fabrikationsbetrieb, der auf historischen Geräten und Maschinen arbeitet und schult – am Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie (so die Entschlüsselung der Abk.)

So bekommt der Likör womöglich eine Wiedergeburt und wird Trendgetränk: Bockbierlikör, Edel-Pomeranze und natürlich Saurer mit Persico werden ergänzt durch Kurfürstlichen Magenbitter, Gin und Vodka.
Einige der Produkte schenkt selbst Käfer im Reichstag aus. Für die Abgeordneten?

Seestraße 13, 13353 Berlin-Wedding
www.likoerfabrik-berlin.de