Sweden Shoppa (Wilmersdorf)

Da bildet man sich ein, der Große Kurfürst hätte 1675 nach der Schlacht von Fehrbellin die Schweden aus der Umgebung verjagt, und darf heute feststellen: Irrtum!

Heimlich, still und leise haben sie ausgerechnet in Wilmersdorf, gar nicht so weit weg vom Fehrbelliner Platz, eine neue Bastion errichtet. Diesmal glücklicherweise in friedlicher Absicht.

Bewaffnet mit Topflappen, Schweden-Clogs, Rentierfleisch und sehr würzigem Käse verschanzen sich die Nordmänner in einem Mini-Supermarkt mit ihren diversen Produkten aus Wolle, Milch, Fisch und Rentier.
Alles ist ziemlich durcheinander Weiterlesen

Brauerei Eschenbräu (Wedding)

„Ein Bier in der Not ist ein ganzer Laib Brot!“ Nun, es ist nicht die Not, welche den Bierfreund ins Eschenbräu führt, sondern die wahre Lust an der Bierfreude.

Notwendig ist zunächst ein geschärfter Blick, um den Eingang zum Untergeschoss eines Studi-Wohnheimes zu finden, in dem sich Brauerei und Ausschank einquartiert haben. Blitzeblank funkeln die Gärgefässe durch die Fenster und weisen den Weg.

Angekommen in dem rustikalen Keller, unspektakulär dekoriert mit einigen Flohmarktrelikten alter Brauereihinterlassenschaften, platziert sich auch eine grössere Runde an urig-massiven Brauhaustischen. Am Tresen plaudern die üblichen Verdächtigen Weiterlesen

Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Ein sanfter Hügel führt den Besucher dieses ungewöhnlichen Friedhofs aufwärts zum alten Teil. Das untere Drittel des Areal wurde für die Speer-sche „Germania“-Planung aufgehoben und umgebettet.

Oben wartet Berlin-Geschichte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Spaziergänger. Prominente Namen und Grabstätten, beispielsweise der Gebrüder Grimm, von Bolle dem Milchmann, Virchow dem Mediziner, dem Eisenbahnpleitier Strousberg und von Walterchen Weiterlesen

Evangelisches Johannesstift

So viele Objekte in Berlin sind gewandert, befinden sich nicht mehr am ursprünglichen Platz. Die Siegessäule war früher am Reichstag, der Neptunbrunnen stand am Schloss und der Meeresgott linste ins Schlafzimmer von Siegfried Müller (alias SM, alias Seiner Majestät). Das alte Johannesstift musste dem Bau des Westhafens weichen, ein Ersatzgrundstück erhielt der Orden in Spandau im Wald , wo man nun seit 1910 arbeitet, pflegt und Diakonie betreibt.

Neben diesen wichtigen Einrichtungen der Fürsorge und Betreuung, findet sich einfach und Weiterlesen

The Village Pet Store and Charcoal Grill (Grennwich Village)

Nichts ist so, wie es scheint. Hereinspaziert in das alte, ehemalige Haustiergeschäft für die Village People.

Käfige, Aquarien, Schaufenster voller Tiere sind noch immer da. Sie sind gut gefüllt.
pa160263 Süß, wie die chicken nuggets aus den Soßenschälchen picken, anmutig schwimmen die Fischstäbchen im Kugelglasaquarium. Der geschminkte Hase feilt sich gerade die Pfotennägel und elegant schlängeln sich die Hot-Dog-Würste zu ihren Brötchen. Eine Riesenspinne prüft den Kaugummiautomaten.

Wer mich nun für betrunken oder blöde hält, oder den Drogenkonsum in Greenwich Village verdammt, dem mag ich das nicht übel nehmen.
In der Tat ist der ausrangierte Zooladen zu einer begehbaren Kunstinstallation umgewandelt worden, die so manchen fragenden oder irritierten Blick provoziert.

pa160266Ein britischer Künstler ist verantwortlich, der eigentlich mit Street-Art und Graffiti Aktionen bekannt geworden ist: Banksy. Ich glaube, Bristol ist seine Heimat, zumindest gibt es dort zahlreiche spektakuläre Momente zu sehen von dem Mann, von dem keiner weiß, wie er aussieht.
Vielleicht habe ich ihn gesehen. Womöglich war er im Pet Store um zu schauen, wie die Leute reagieren.

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Kunst, Konsumkritik, ein Heidenspass? Jeder darf für sich entscheiden.

Ein paar Bilder habe ich heraufgeladen, bessere Bilder und mehr Information zu diesem faszinierenden Vogel gibt es unter:
http://www.banksy.co.uk
und
http://www.rebelart.net/diary/?p=721

Dabei lässt sich das „Manifesto“ des Banksy finden:
„When I was a kid I used to pray every night for a new bicycle.
Then I realised God doesn’t work that way, so I stole
one and prayed for forgiveness.“

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7th Avenue South 89, Greenwich Village, NY 10014 New York

http://thevillagepetstoreandcharcoalgrill.com/

Sushi Samba 7 (New York)

Ein Bekannter wollte mich warnen: „Hier gehen dünne Menschen nicht-essen. Solche, die dünn bleiben wollen. Vielleicht siehst Du ein paar staksige Models.“

pa160261Die Warnung half nix, das Design auf zwei Etagen sah irgendwie zu ulkig aus, außerdem hatte ich im benachbarten „Village Pet Store“ durch Fischstäbchen kulinarische Inspiration erhalten.

So galt es dann, ratlos über der Karte zu brüten, die Sushi genauso wie südamerikanische Kompositionen anbot. Kuriose Mischung. Am Wochenende werden auch südamerikanische Rhythmen geboten.  Unagi Rio? Komisch das.

Das Sashimi kam mit einer säuerlich-wässrigen Feuchtigkeit, die Maki-Rollen waren mit cremiger Soße erschlagen. Was auf der Karte kreativ klang, war mit Aromen zugekleistert, die die Frische des Fisches nicht mehr prüfbar machten. Immerhin schlägt eine solche Rolle mit um die $15 zu Buche.

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Die Peruanischen und Brasilianischen Spezialitäten habe ich nicht verkostet. Ich sah auch sonst niemanden selbiges tun. Eigentlich sah ich auch niemanden überhaupt essen.
Jedenfalls wurde mehr in das Design als in die Köche investiert. Man kann ja auch einfach auf einen Margarita vorbeischauen.

Seventh Avenue South 87, 10014 New York

www.sushisamba.com

The Stanton Social (New York)

Ein Hurra auf die Häppchen. Im Stanton Social erwartet den Nachtschwärmer eine besondere Interpretation des Phänomen Tapas. Noch nachts um zwei kann hier von federleicht bis super-mächtig gespeist werden. Jeder wählt sich seine Dosis selbst.

pa190394Man betritt einen Raum, der zur Hälfte eine Hommage an die 1940er Jahre darstellt, mit schweren Ledersesseln, dunklem Holz und kräftigen Farben an den Wänden. Die andere, obere Hälfte, trägt modern designete Beleuchtungselemente, hell gestrichene nackte Backsteinwände und ein hinter die Treppe integriertes Weinregal. Viele Kerzen flackern stimmungsvoll.
Auf einer der beiden Etagen kann die geeignetste Atmosphäre gewählt werden.

Die Grundidee besteht daraus, dass sich der ganze Tisch alles teilt, was nach und nach auf den Tisch kommt. Die Karte bietet Weiterlesen

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Bundespresseamt)

Architektur ist Geschmackssache. Mir sagt dieses Gebäude: „Komm bloß nicht näher, bleib weg, husch husch!“

Dabei hat dieses Haus viel Unterhaltsames und Nützliches zu bieten, wenn man die abweisende Gebäudefront gen Spree doch betritt und die Pförtnergestalten rechts liegen lässt.
Für den profanen nicht-journalistischen oder anderweitig unwichtigen Besucher stehen drei Optionen offen. Ich empfehle sie alle, in beliebiger Reihenfolge, zu nutzen: Weiterlesen

Mauercafe (Wedding)

Die Touristen haben es glücklicherweise noch nicht entdeckt, das kleine Café um die Ecke der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße.

Das Haus beherbergt eigentlich das Lazarus Pflegekrankenheim, daher sind Patienten mit ihrem Besuch häufige Gäste. Dazu gesellen sich Kiezanwohner und zahlreiche Reiseleiter und Busfahrer, die ihre Gäste in der Gedenkstätte gut beschäftigt wissen.
Alle schätzen die familiäre Ansprache und die günstigen Frühstücksmöglichkeiten, genau wie Bouletten und Würste für zwischendurch.
Ich selbst komme wegen der Torten her. Jeden Tag Weiterlesen

Bellwinkel – Feine Kost und Zubehör (Wilmersdorf)

Die Dekoration sticht ins Auge. Sehr geschmackvoll und sehr abwechslungsreich. Zunächst sieht man ein Geschäft. Kulinarisches Zubehör wird gehandelt. Kochbücher, Salze, Öle, Chutneys und auch Geschirr. Alles handverlesen, sorgfältig ausgesucht.

Je nach Lust und Saison wird die Dekoration und das Sortiment einem Leitmotiv unterworfen und die Weiterlesen