Locanda dell´Isola Comacina (Ossuccio)

Hier waltet ein wackerer Wirt, der gegen das Unbill eines Jahrhunderte alten Fluchs ankämpfen muss. Die einzige Insel im Lago Como wurde im 12. Jahrhundert mit einem Bann des Bischofs Vidulfo belegt:
“Es werden niemals mehr die Glocken läuten, niemand wird mehr einen DSC00560Stein auf den anderen setzen, niemand wird hier mehr Wirt sein unter der Strafe eines qualvollen Todes”.

Möchte man da Wirt werden? In der Tat ist der Rest der Insel seit dem Fluch unbewohnt.
Glücklicherweise ist also nur der Wirt verflucht, nicht der Gast. Wir dürfen uns getrost auf die Insel trauen. George Clooney und Brad Pitt haben es auch schon gewagt, nach dem Dreh von Oceans 12, am Comer See. Und? Geht´s denen schlecht? Ich glaube: nein.

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Es ist nun klug, sich die Telefonnummer zu notieren! Bei Anruf: Boot. Irgendwie muss man ja auf die Insel kommen.

Das Restaurant befindet sich auf dem süd-östlichen Zipfel der Insel. Ein traumhafter Blick öffnet sich von der Terrasse auf den See. Bei schönem Wetter sollte man unbedingt draußen Platz nehmen. Bei schlechterem Wetter wird im Innenraum der Kamin angeheizt. Weiterlesen

China Restaurant Hot Spot (Charlottenburg)

Ein seltsamer und wenig einleuchtender Name für ein chinesisches Spezialitätenrestaurant. Googled man „Hot Spot Berlin“, so sind die meisten der 2,6 Millionen Treffer eher W-Lan oder Modeszenig relevant, als dass sie kulinarisches Interesse erwecken.
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In einer versteckten Seitenstraße des Kurfürstendamm nahe dem Adenauerplatz entdeckt man das Restaurant ausgerechnet in der Eisenzahnstraße. Sollte ein zähes Mahl bevorstehen?

Auch die Speisekarte kam mir merkwürdig vor. Kannte ich die nicht? Woher nur? Im Tai Ji in der Uhlandstraße hat die Karte das gleiche Format, die gleiche Chili-Schote-Bedeutet-Schärfe Symbolik, die gleiche Aufteilung. Einige der Gerichte Weiterlesen

Finest Whisky (Schöneberg)

Der Eingangsbereich ist ganz schmal, so dass man leicht daran vorbei laufen kann. (Vor allem, wenn man zügig auf dem Weg in die benachbarte Green Door Bar ist.) Der Eintritt lohnt sehr, vor allem für Whisky-Freunde.

Obwohl es diesen Spirituosenladen erst seit Herbst 2008 gibt, findet sich im DSC02500Inneren eine fantastische Auswahl an erlesensten Tropfen. Auch spannende Raritäten, die andernorts bereits ausverkauft sind, füllen die Regale. Ich meine, locker 30 verschiedene Abfüllungen von Port Ellen gezählt zu haben und selbst die alten Abfüllungen von Macallan sind reichlich vertreten.
Die Präsentation der Flaschen auf sehnswerten dicken Holzbalken erstreckt sich durch drei(!) Räume.

Etliche der besten unabhängigen Abfüller und Serien ergänzen die Standard-Abfüllungen. So viele Flaschen von „Duncan Taylor“ habe ich selten auf einmal zu sehen bekommen. Von Jack Wiebers sind mehrere Serien vorhanden (Scottish Castles, Cross Hill, Old Train Line, etc.) usw. Umfangreich Weiterlesen

Triobar

Ein gestärktes Oberhemd, eine lange Schürze oder gar eine ins Hemd gesteckte Krawatte darf man nicht erwarten, denn: Auf den Inhalt kommte es ja an! Und Mike ist einer der besten und anspruchsvollsten Barkeeper der Stadt. Nur selten und dann auch nur (ernst gemeint!) nach Anmeldung öffnet sich die Tür zum Cocktail (und manchmal auch zum Sushi-) Paradies. Nun wird man bestens beraten und bemixt und zuweilen auch belehrt, was man zu trinken habe und was nicht.dsc00746

Spannend ist der Dark´n´Stormy mit der würzigen Note von Ingwer Bier, oder man wählt einen wirklich excellenten Mai Tai.

Ein aktuelles Augenmerk gilt dem Tequila. Oft unterschätzt und doch eine Spirituose, die viel mehr kann, als mit Salz und Zitrone pubertierend zu korrespondieren.
Man bestelle eine Martinez Margarita oder einen Tommy´s Margarita und man ist im Klaren! Warenkunde gibt´s en passant dazu.
Aber: wie bekommen sie hier nur diese riesigen Eiswürfel hin?

Ganz frisch ist die Triobar in neue Räumlichkeiten gezogen. Nach Gastspielen in Schöneberg und im hügeligen Teil von Mitte ist jetzt ein anderer Berg an der Reihe. Die  Adresse ist geheim,  Genaueres darf nicht verraten werden, sonst werde ich mit Cocktail-Entzug sanktioniert. Das darf nicht sein!
Also: link verwenden und anrufen, dann klappt´s vielleicht mit Mr. Triobar….
es lohnt sich!

Unauffälliger Zusatz: seit Neuestem gibt es jeden dritten Montag die Barkunst der Barbesetzer (=Rum Club +Triobar) im Marriott am Potsdamer Platz zu genießen!

www.triobar.net/

Hisar (Schöneberg)

Aus beruflichen Gründen komme ich öfters hier vorbei, habe das neue Gebäude hinter dem alten Imbiss wachsen sehen und mir immer vorgenommen, einzukehren. Nun war es also soweit, zur Mittagszeit.

Auf zwei Etagen bietet die Festung „~Hisar“ türkische Kost seit 2008 auf etwas elegantere Weise, als es der gleichnamige Imbiss daneben bereits seit 1986 macht.

Hochtrabend nennt sich die gewichtige Speisekarte das „Goldene Kochbuch des Sultans“.
Ergo lasse ich mich nieder auf einem der ungünstig positionierten 16 Stühle im Untergeschoss. Das Obergeschoss wird nur bei Bedarf oder für Gruppen hinzu genommen.

Serviertechnisch gilt die Maxime: Je leerer der Raum, desto langsamer der Kellner. Vermutlich soll ich noch intensiver die elegante Innenausstattung würdigen. In der Tat, sehr üppig. Eine Hütte voll orientalischem Barock. Dunkelrote Tischläufer und Wandbemalung, schicke Lampen, alles ist auf engstem Raum auf edel-elegant getrimmt und wirkt dadurch komplett überladen.

Niederträchtig überfordere ich den Kellner und erkundige mich nach der Tagessuppe.
Eichi: „Was ist denn heute die Tagessuppe?“
Kellner: „Mit Fleisch.“
Eichi: „??…??“
Kellner: „Kalbfleisch.“
Eichi: „Und sonst so? Brühe, Konsistenz, Gewürze?“
Kellner: „Ja, Gewürze sind auch drin.“
Ich sehe von einer Bestellung der Tagessuppe ab.

Der Kellner rächt sich an meinem nervigen Gefrage und erklärt mein Gericht für nicht verfügbar. Wir konsultieren gemeinsam die Tagestafel vor dem Häusel. Und in der Tat Weiterlesen

Vinalia Weinhandlung (Charlottenburg)

Auf dem Karl-August-Platz in Charlottenburg findet zwei Mal wöchentlich ein sehr hübscher Wochenmarkt statt.DSC02442

Mindestens diese Tage sind ein hervorragender Vorwand, in einem der sympatischsten Weinläden in Charlottenburg, unweit der Wilmerdorfer-Straße-Einkaufsmeile, vorbei zu schauen.

Ein gemütlicher und verwinkelter Raum hält internationale Tropfen von hoher Qualität in einem beachtlichen Preis-Leistungs-Verhältnis parat(vergleichbar eventuell mit Rot und Weiß in Steglitz oder Autos und Weine am Kleistpark).

Die Betreiberin kennt ihr Sortiment und spricht überzeugende Empfehlungen aus. Klassiker wie die gigantischen Moselweine von Clemens Busch oder die Schaumweinpalette von Bouvet werden angeboten, aber auch sonderbare georgische Abfüllungen und kuriose Süßweine bereichern die Auswahl.

DSC02444Neuerdings ist es möglich, sich auf einen Tropfen niederzulassen und den offenen Ausschank zu genießen. Ein Dutzend Weine stehen offen bereit, 0,1 im Glas für ca. 2.- Euro ermöglicht einen kostengünstigen Produkttest.

Noch eine aktuelle Neuerung: Der ehemalige Betreiber eines legendären Wein- und Feinkostladens in Frohnau, Herr John (von ehemals Feinkost John) hat sich gesundheitlich erholt und macht nun bei Vinalia mit. Wer mag vom Wein schon lassen?!
Herr John ist prima, Herr John ist ein Original. Herr John spricht nicht von „Terroir, nussigem Abgang, Nase von reifer Stachelbeere…“ Herr John sgt nur: „Der Wein ist toll“ und hat damit fatalerweise immer wieder recht. Schön, dass er wieder da ist. Weiterlesen

Anan Japanische Nudelbar (Wolfsburg)

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Vermutlich kommen nur wenige Besucher der Wolfsburger Autostadt zum Essen hierher. Einer davon war ich.DSC02288

Dennoch ist der Anblick von kompletten Großfamilien auf dem Pilgerpfad zum gläsernen Autoturm bemerkenswert. Dort starren alle gebannt in die Höhe, wenn der Passat Kombi herabgestapelt wird.

Verzückt lauschen 600-PS-Tagträumer der Soundshow bei Lamborghini.Merkwürdig, das.

Zu diesem Sekten-Campus passt die futuristische Ausstattung in der famosen japanischen Nudelbar Anan.DSC02282

Ein reelles Stück Japan macht die Freunde der Udon-, Ramen- oder Soba-Nudeln glücklich.

Irgendwie werden wir hier alle zu mampfend mahlzeitenden Manga-Männchen.

Köstlich und frisch wurde der Spinatsalat zu 4.- Euro serviert und auch die gebratenen Gyoza Teigtaschen mit verschiedenen Dips zu 6,50 haben gemundet und machten Lust auf mehr. Die Udon Nudeln waren ganz frisch für uns hergerichtet und in der Suppe mit Gemüse und feiner Brühe in Geschirr serviert, welches mit dem lustigen Logo des Hauses verziert ist, einem glücklich schlürfenden Gesicht, das halb in der Suppenschale verschwindet.
Dazu gab es herrliche Tempura von Garnele und Gemüsen. Das alles zu fairen 13,- Euronen.

DSC02284Die Getränkekarte bietet japanisches Bier, zahlreiche Teesorten und reichlich Wein. Bei dem Wein merkt man, dass es sich um ein Haus der Mövenpick Gruppe handelt, welche die Autostadt kulinarisch fast ausnahmslos im Griff hat (Ausnahme ist das Ritz-Carlton Hotel mit seinen Bars und Restaurants).DSC02285
Ich trank eisgekühltes Calpico, ein erfrischendes, typisch japanisches Getränk auf Milchbasis.

Im Raum dominiert die Farbe/Nichtfarbe Weiß, dazu ist vieles sehr kunststoffig, was in die Gesamtatmosphäre passt. Einige Bereiche sind durch bunte Plastikabteile separiert, die wie Duschvorhänge wirken. Im Außenbereich speist der Gast unter seltsamen ufoartigen Schirmen, aber im Inneren ist es empfehlenswerter, wenn man einen Blick in die offenen Küche werfen möchte.

Im Eingangsbereich dürfen die Gerichte in Kunststoffsimulationen begutachtet werden, daneben steht ein Automat, DSC02286der japanische Knabbereien, Getränke, Schokoladen und auch Calpico bereit hält.

Die Küche ist extrem frisch, schmackhaft und abwechslungsreich.
Nur: Nach dem Verlasen des Restaurants muss dringend jemand mit dem Finger schnippen, um die kulinarische japanische Hypnose zu beenden, damit man sich wieder in der Wirklichkeit der schönen, neuen, sterilen Autostadtwelt wiederfindet.

Autostadt, 38440 Wolfsburg

Anan im NetzDSC02283

Tuk-Tuk (Schöneberg)

Ein Outing: Ich bin süchtig nach der Erdnuss-Sosse im Tuk-Tuk. Es ist daher höchst löblich, dass dieses lustige kleine Lokal, dekoriert im Stile eines Balinesischen Dorfes durch mehrere Räume hindurch, variantenreiche dsc01272Reistafeln anbietet. Ansonsten würde ich vermutlich nie auch die anderen Köstlichkeiten der indonesischen Küche verkosten können.

Seit stolzen 25 Jahren betreibt eine herzliche Wirtsfamilie am Schöneberger Kleistpark diese Stätte des Saté-Segens. Wie ein Kurz-Urlaub auf Java oder Bali (naja, vielleicht nicht ganz…) zu den Gamelan-Klängen, die über den Bambus-Dekorationen wabern.

Die Raumaufteilung ist geschickt gelöst und ermöglicht eine nette und intime Atmosphäre in kleiner Runde hier, genauso wie eine große Tafel für eine größere Gruppe dort. Weiterlesen

Brunch des Restaurant Quarré im Hotel Adlon (Mitte)

Mit ziemlich hoher Wahrscheinlich der beste Sonntags-Brunch der Stadt.

Für Berliner ist der Pariser Platz an einem Sonntag Mittag kein attraktiver Ort des Verweilens, wenn Horden von Besuchern am Brandenburger Tor vorbei ziehen, um sich dann mit dem üblichen touristischen Firlefanz (wie „El Condor Pasa“-Kapellen, den Pferdeäpfeln der bemitleidenswerten Kutschgäule, oder ganzkörpergeschminkten Vopos für Fotos) konfrontiert zu sehen.

Daher schnell über den Platz gehuscht und hinein ins Restaurant Quarré im Adlon, wo sonntäglich von 12 bis 15 Uhr eine Vorstufe zum Schlaraffenland präsentiert wird.
dsc02102Von Austern über das Rinderentrecôte zum Schokoladebrunnen, vom in Paprika gebeizten Lachs über die Fischessenz mit Zitronengras zur Crèpe-Station, wo der vielbeschäftigte Bäcker 1001e Variation bereitet.

Der Preis des Vergnügens beträgt 68.- Euro inklusive eines Glases Geldermann Sekt. Kaffee, Säfte und Wasser sind darin enthalten.
Das ist der gleiche Preis, wie beim derzeit härtesten Konkurrenten für den Sonntagsbrunch, der Brasserie Desbrosses im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz.
Wer hat die Nase vorn? Das ist nicht leicht zu entscheiden. Nach meinem dsc02111Dafürhalten ist Auswahl und vor allem die überragende Qualität der Speisen im Quarré einen Hauch interessanter, der Service im Ritz-Carlton bleibt phänomenal und umsorgt perfekt. Da ist im Adlon in Sachen Aufmerksamkeit und Souveränität noch ein wenig Luft nach oben.

(Natürlich nur bei diesem ungerechten Vergleich. Wo in der Welt wird man traumhafter behandelt, als in einem Ritz-Carlton?)

Wer Champagner all-you-can-drink möchte, muss 98.- Euro kalkulieren.

Die Auswahl der Speisen ist phänomenal. Weiterlesen

Les Copains (Charlottenburg)

Ich hasse Restaurants mit fantastischen Flaschenweinen und unsäglichen offenen Weinen. So, das musste einmal gesagt werden. „Die Kameraden“ machen es auch nicht wesentlich besser. (Der offene Picpoul ist bäh!)

dsc02153Dieses Restaurant zu kategorisieren ist nicht einfach, denn man ist mehrfach. Französisches Restaurant im gehobenen Preissegment, Tresensitzbereich unter der hochstaplerischen Bezeichnung „Bar Americain“ und gemütliche Raucherlounge im Obergeschoss. Was denn jetzt?

Ich mag den Gastraum mit seinen nackten Backsteinwänden und den Bildern, die auf leichte Art Bezug zur typisch französischen Brasserie nehmen. Die Servietten sind sehr genial gefaltet. Converse-beschuht schlurft eine dürre Servicekraft daher und nimmt unsere Wünsche entgegen, ohne überzeugend zu beraten.
Egal, die Tageskarte besticht durch fischlastige Kreationen – her damit. Keine Enttäuschung. Die Küche ist sehr, sehr gut. Weiterlesen