Spitzbogen

Im schönsten Gebäude am Kaiserdamm an der Ecke zur Suarez Straße stößt man auf eine klassische, alte Berliner Restauration im Stile der Zeit um 1910. Und – findet sie seit wenigen Tagen leider geschlossen vor.
Aus dem Restaurant war in letzter Zeit leider eine traurige Anlaufstelle für trostlose Tresentrinker geworden. Die Küche hatte nachgelassen, dabei befindet sich hinter der Schankstube, wenn man durch den namens gebenden Spitzbogen tritt, ein geräumiges Speisezimmer mit Fenstern zum ruhigen Hof. Ordentliche Schnitzel hatte es hier früher gegeben.

Ein Blick durch das Fenster vermittelt die Idee, dass der Spitzbogen gleich morgen wieder eröffnen könnte. Gläser und Flaschen stehen noch im Regal, die Theke ist frisch geputzt.

Draußen hängt das „zu Vermieten“ Schild. Es bleibt abzuwarten, ob ein engagierter Wirt die Ärmel aufkrempelt, sich diesem Ort widmet, durchlüftet, entstaubt und mit neuem Schwung in den Spitzbogen lädt.
Ich eile dann sofort herbei…

Kaiserdamm 118, 14057 Berlin-Charlottenburg

Die Quadriga im Brandenburger Hof (Wilmersdorf)

Ein Viergespann auf jedem Teller! Aber keine Sorge: es ist nicht zwangsläufig vom Pferd. Vier kulinarische Sequenzen werden jeweils miteinander kombiniert. Es ist schon spannend, diese Geschmacksvariationen dann jeweils miteinander zu vermengen.
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6-Gang-Menü zu 122.- war toll. Zum Beispiel der Fischgang: Thunfisch, Sesam, Paprika-Chutney, bittere Salatmischung. Dann Angelkabeljau, Lauch, Tartar, Stracciatella Eis. Wow.
Oder vorher noch: Sauerampfer, Brühe, Fisch in Gelee, Gurke.

Bei den Amuse bouche wurde die magische „Vier“ vernachlässigt: So grüsste uns ein Vogelbeerorbet und später ein…..Achtung! Trommelwirbel!..Pfiff!…Mini- Weiterlesen

Filipino (Charlottenburg)

Warum nicht einmal die Küche der Philippinen ausprobieren? Seit 2006 existiert dieses erste philippinische Restaurant der Hauptstadt am Richard-Wagner-Platz in Charlottenburg.

Die Spezialitäten aus Fernost sind in der Hauptstadt reichlich präsent, daher wunderte ich mich zunächst, warum diese Regionalküche bislang noch gar nicht vertreten war. Ich glaube, es nun zu wissen.
Der Laden wird sehr freundlich geführt und bereitwillig wird die Karte erklärt, auf Besonderheiten Weiterlesen

Dicker Wirt (Charlottenburg)

Sorgfältig gezapft werden hier acht Sorten Bier, darunter Köpi, Guinness, Flensburger, Veltins, die Hausmarke Kiez Bier und auch ein Weizenbier.
Eine richtige alte Kneipe, fest verwurzelt in einem der ersten Viertel Berlins, in dem aus Hausbesetzern Instandsetzer wurden und die ihr Quartier lieben und achten.

Hier verkehrt Stammpublikum, domestizierte 68-er beim Doppelkopfspiel, benachbarte Studenten und viele, die einfach auf einen Plausch aus sind und im Danckelmannkiez ein bekanntes Gesicht suchen und finden, bevölkern täglich die Räumlichkeiten und genießen die Patina.
Nachmittags erhöhtes Kinderaufkommen, lässt dann gegen Abend nach. Brav, brav und ab in die Heia!

Zuweilen findet eine offene Bühne für Talente (und wer sich dafür hält) statt und – nach britischem Vorbild – Pub Quiz. Die Speisekarte hält Salat, Pasta, Chili con Carne, Flammkuchen, Buletten bereit und auch die Tageskarte ist Vertrauenswürdig. Sehr liebevoll wird die Küche betrieben.

Danckelmannstr. 43, 14059 Berlin-Charlottenburg
http://www.dicker-wirt.de/

Ergänzung im Juni 2012: leider wurde die Küche geschlossen, weil die Betreiber sich für eine reine Raucher-Gastronomie entschieden haben. Seither entwickelte der Dicke Wirt sich eher traurig – vom Ambiente und Punlikum her. Schade.

Silber Antik Café (Charlottenburg)

Erprobte West-Berliner erinnern sich noch an den „Parkplatz an der Leibnitzstraße“. Seit einigen Jahren ist hier ein Piazza-ähnliches Ensemble von Architekt Hans Kollhoff bestrebt, mit Leben gefüllt zu werden.

An einigen Stellen funktioniert das ganz gut. So ist mit dem Umzug des „Il Calice“ schon die erste Fangemeinde auf italienisch-kulinarische Art herübergeschwappt. Die Wohnungen sind auch zunehmend vergeben worden. Spürbar zumindest dadurch, dass sich Neumieter über die Lautstärke des Brunnens am Platze beklagen.

Eine neue Fangemeinde rekrutiert das liebevoll geführte Antik Café. Alle Möbel, Weiterlesen

The Nature of Spirit Experience – the N.O.S.E.

Update 2009/2010: Die Trennung von Cadenhead und der Umzug in die Uhlandstraße 179/180 haben anscheinend nicht funktioniert. In dem neuen Laden war von Anfang an der Wurm drin. Jetzt (Januar 2010) ist geschlossen.

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Kompetent geführter Spezialhandel zu diversen Destillaten. Vor allem die Bandbreite von Rum als Genussmittel wird hier deutlich. Wer Rum bislang nur im Zusammenhang mit Mixgetränken oder Backwaren konsumiert hat, wird überrascht sein. Ja, ich bin mittlerweile Rum-Fan geworden (El Dorado 15, Ron Zacapa 23, Angostura 1919, etc.)
Auch gibt es eine breite Auswahl an Ginsorten. Seit neuestem auch den Gin aus Berlin – Adler Gin.
Freundlicherweise darf vor einer Kaufentscheidung auch zuweilen probiert werden (in den neuen Räumlichkeiten nur noch gegen Bezahlung).

Die Kenntnisse kamen vor dem Umzug in die Uhlandstraße in regelmäßigen Abständen auch bei Verkostungen und Seminaren zur Geltung.
Das Preisniveau ist angemessen und fair, man zahlt in Charlottenburg halt keinen „Mitte-Zuschlag“.
Für Whisky ist der Nachbar, Cadenhead, zuständig.

Fasanenstraße 4, 10623 Berlin-Charlottenburg

Mlooi-Sushi Bar (Charlottenburg)

Ein konsequentes Konzept: es geht um Sushi. Punkt.
Man nennt sich Sushi Bar und das ist zutreffend. Keine zusätzlichen Kinkerlitzchen, wie Yakitori-Spieße, oder Reisgerichte. Der Fisch steht im Vordergrund und ist frisch und schmackhaft zubereitet.

Das Innenraumdesign ist sehr angenehm-modern. Ein helles grün dominiert, mit roten und braunen Farbtupfern. Ich finde es schön.
Man muss nun nicht durch die halbe Stadt nach West-End fahren, um hier den x-ten Sushi-Laden anzutesten. So ungewöhnlich Weiterlesen

Don Camillo (Charlottenburg)

Die Zeit ist hier auf merkwürdige Weise stehengeblieben. Ich habe stets das dejavu Gefühl, vor 30 Jahren bereits hier gewesen zu sein und es sah genau so aus. Damit meine ich nicht angestaubt, nur irgendwie Zeitreise. Heute nennt man das wohl „Retro“. In diesem Fall ist Retro aber ungewollt.

Zeitgemäß und frisch hingegen kommt die Küche des Don Camillo daher und kann im Sommer auf der herrlich begrünten Terrasse am Rande der Schloßstraße genossen werden.
Die täglich frischen Speiseoptionen werden am Tisch optisch präsentiert und die Möglichkeiten der Zubereitung reizvoll erläutert.

Mit Ausnahme der Weinkarte hat der Gast in der Regel hier keine Karte in der Hand. Die Speisenfolge wird mündlich abgesprochen. Am Ende des Abends ist problematischer Weise auch eine EC- oder Kreditkarte nicht hilfreich, denn Kartenzahlung ist hier nicht vorgesehen.
Das ist manchmal ärgerlich, denn die Speisen werden sehr verlockend angepriesen und so manches unbedachte „Oh, ja“ zu einer weiteren Vorspeise Weiterlesen

Restaurant Bistro Le Piaf (Charlottenburg)

Ich sag´ es gleich, ich bin ein Fan. Das Entrecote mit der Sauce Bernaise ist in Berlin unübertroffen.

Es geht quer durch Frankreichs Küche, auf bodenständige Art und Weise.
Die Tafel mit den tagesfrischen Empfehlungen konkurriert stets mit der ständigen Karte, die im Schallplattendesign Nostalgien herbeizaubert. Motto-Wochen, knackige Frische der Zutaten und die liebevolle Betreuung durch den Patron und seine engagierten Servicekräfte lassen viele der Gäste zu Wiederholungstätern werden.
Leider hat man Weiterlesen

Sachiko Sushi (Charlottenburg)

Sushi auf Booten fahrend. Sehr frisch, sehr ordentlich.

Schöne Atmosphäre mit Reispapier an den Wänden des Gewölbebogens unter der Stadtbahntrasse.

Die nicht-verstellbaren Barhocker stellen sich als sehr problematisch für Menschen unter 1,70m heraus. Bein-baumelndes ausstrecken nach vorbeifahrenden Sushi-Tellern erzeugt gefährliche Rutschmomente. Verkaufseifrig-prompte Getränkeversorgung auch mit Weinempfehlungen. Recht teure Preise, weswegen der Kunde gerne auf Gutschein-Angebote zurückgreift, dann aber stasimässig in der eigens geführten Liste (in diesem Fall: get2gold Card) überprüft wird.
Dies führt zu einem sehr unangemessenem Abschluss eines an sich angenehmen Aufenthaltes.

Grolmanstr. 47, Savigny-Passage, 10623 Berlin

www.sachikosushi.com